Nichts aus 2015 gelernt, alle Schleusen offen: Merkeldeutschland gibt sich endgültig den Rest

Sie sind wieder da - und sie immer noch (Foto: Collage)

Statt Merkel samt Maas uns AKK für ihr Totalversagen zum Teufel zu schicken, nehmen die Deutschen stoisch hin, wie die durch sie mitverschuldete Afghanistan-Krise zum Anlass genommen wird, ein zweites 2015 vorzubereiten. NICHTS wurde aus der Vergangenheit gelernt. Wie auch – wird das Land doch von denselben unseligen Gestalten regiert, die schon bisher nicht die Verantwortungslosigkeit ihres Handeln begriffen haben. Die Idiokratie grassiert – und schickt sich an, Europa und den Westen endgültig zu zerstören: Statt einzusehen, dass selbst bei noch so katastrophalen Zuständen und humanitären Krisen die Lösung unmöglich darin bestehen kann, die dortige Bevölkerung nach Europa zu verfrachten, läuft eine inzwischen gut geölte Maschinerie schon wieder an: Journalisten und Gutmenschen geben den Ton vor, die Politik pariert und öffnet die Schleusen.

Von Corona und der Pandemie, von der bevorstehenden Impfapartheid redet plötzlich kein Mensch mehr, stattdessen bereiten sich Bund, Länder und nachgeordnete Verwaltungsbehörden auf den Ansturm afghanischer Flüchtlinge vor. Statt Impfzentren rücken plötzlich wieder die Ankerzentren in den Fokus, und es wird nicht mehr lange dauern, bis auch wieder Turn- und Gemeindehallen zu Schauplätzen des Überbietungswettbewerbs „aufnahmebereiter“ Kommunen werden, in denen sich die Neuauflage der Willkommenskultur manifestiert.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, nur dass diesmal ein Szenario mit der vielfachen Potenz der damaligen syrischen Flüchtlinge droht. Die Dimension ist eine ganz andere und diesmal schickt Europa seine Lockrufe aktiv in Richtung Krisengebiet, sich auf den Weg zu machen, denn „#leavenoonebehind“ wird hier wörtlich genommen. Auch wenn es anscheinend nicht die Frauen einschließt, die – Stichwort „survival of the fittest“ – auf den Kabuler Bildern und den Fotos der Evakuierten nicht ohne Grund eine verschwindende Minderheit bilden, denn ihnen fehlen Macht, Kraft und Mittel, um es nach Europa zu schaffen. Hier kommen jene an, die ihre Familien im Stich lassen – oder bestenfalls darauf hoffen, sie nachholen zu können. Man kennt das Spiel.

Steigender Druck im Kessel

Der Kesseldruck erhöht sich dann von Tag zu Tag, noch bevor der Exodus überhaupt begonnen hat. Und als ginge es um die Folgen der Hochwasserflut, so wird auch diesmal wieder alles in Bewegung gesetzt, um nachträglich die Folgen krimineller politischer Versäumnisse zu bewältigen. Interessanterweise redet niemand davon, die Verantwortlichen des Desasters zur Rechenschaft zu ziehen, der kampflosen Überlassung Afghanistans und vor allem der dilettantischen Evakuierung. Sondern es geht nur darum, die „alternativlose“ Herausforderung der Aufnahme von unabsehbaren Menschenmassen klarzumachen. So rechnet Bayerns CSU-Innenminister Joachim Herrmann  erstmal mit „mehreren Tausend afghanischen Flüchtlingen“  – und will gleich ein bundeseinheitliches Aufnahmeprogramm für afghanische Flüchtlinge. Hierzu sind auch schon die meisten Länder bereit. Als hätte Deutschland nicht ganz andere Probleme. Man weiß, wie es weitergeht: Aus Tausenden werden Zehntausende und dann Hunderttausende. Mindestens.

Es klingt schon wieder alles so wie genau vor sechs Jahren: „Wir werden die Betroffenen auch schnell weiterleiten und gerade auch die Städte ansprechen, die sich jetzt bereit erklärt haben, Flüchtlinge aufzunehmen„, so Herrmann. Im Bund laufen schon die Vorbereitungen auf Hochtouren. Flüchtlingsverbände, Kirchen und staatlich finanzierte NGO’s sitzen schon in den Startlöchern. Und ganz Verstrahlte, für die einheimische Grundrechtsdemonstranten und Maßnahmenkritiker Abschaum und (vor allem muslimische) Zuwanderer nicht Gold-, sondern Platinstücke sind, lassen die Gesinnungsschubladen ihrer geistigen Rumpelkammer begeistert klappern (so wird dann auch der thematische Bogen von Corona zu Afghanistan geschlagen, der bei der Frage nach einreisenden „Superspreadern“ und Virusvariantenträgern komischerweise keinerlei Rolle mehr spielt):

(Screenshot:Twitter)

Und natürlich dürfen auch wieder die moralinsauren heuchlerischen Zaungäste nicht fehlen: Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn, der gerne Hilfsbereitschaft zu Lasten Dritter einfordert, fordert die EU-Staaten wieder einmal auf, sich „möglichst schnell auf Flüchtlingskontingente zu einigen„. Man brauche „Quoten für Flüchtlinge aus Afghanistan, die auf legalem Weg nach Europa kommen können„, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland„.

Jeder müsse mithelfen, damit „die Menschen nicht wieder in die Hände von Schleusern gerieten und um ihr Leben fürchten müssten„. Eine monströse Realitätsverweigerung: Genau dies wird nämlich gerade dadurch geschehen, dass Staaten ihre Tore öffnen. So erst – mit dem sicheren Hauptpreis für jeden, der es ins Ziel schafft – werden Fluchtanreize und damit Schleppermärkte geschaffen: durch die verheerende Signalisierung einer irrationalen Aufnahmebereitschaft, die in jedem Fall Leid und Unrecht gebiert – denn nur die Reichsten, Skrupellosesten und Glücklichsten zu uns gelangen, bleiben die Elenden dort zurück und verschwinden vom Radar der Hilfsbereiten.

Angesichts der gewaltigen humanitären Krise in Afghanistan müssten „die EU-Staaten endlich ein Zeichen setzen, dass wir bereit sind, den Menschen zu helfen„, so der dienstälteste Außenminister in der EU laut „dts Nachrichtenagentur“. Österreich bezeichnet Asselborn wegen dessen Weigerung als „populistisch“ und die Ablehnungshaltung Kurz‘ als „schrecklich„, denn die Aufnahme sei eine „moralische Verpflichtung„. Was Moral ist, das weiß natürlich nur ein Jean Asselborn!

Gratis-Solidarität Asselborns auf Deutschlands Kosten

Es sind unfassbare Aussagen, die von einer europäischen Blindheit und Verlogenheit zeugen, wie sie nur Eliten kennen, die von den Folgen ihrer Entscheidungen zeitlebens verschont bleiben. Besonders dann, wenn sie in einem privilegierten Zwergstaat dem Flächenland Deutschland einheizen, wo die meisten Flüchtenden natürlich hinstreben. Wieviele Flüchtlinge nimmt Jean Asselborn bei sich persönlich zuhause auf? Wieviele Afghanen hat Luxemburg bislang aufgenommen?

Wir können die Menschen aus Afghanistan doch nicht auf den Mond schießen„, so Asselborn wörtlich. Wäre der Mond im Zweifel vielleicht nicht die bessere Alternative? Schließlich gibt es dort kein Corona – und wenn es noch nach den bis vor wenigen Wochen einzig erlaubten Kriterien für Einreisende ginge, wäre dies doch alles, was interessieren müsste.

Doch Sarkasmus beiseite, denn dafür ist die Situation zu ernst: Man muss die Menschen aus Afghanistan nirgendwohin „schießen“. Sie haben eine Heimat – und die ist Afghanistan. So wie die der Syrer Syrien ist. Der linke Wahn, komplette Gesellschaften einfach umzuvolken, wenn die Lebensbedingungen aus welchen Gründen auch immer dort unerträglich werden, ist so unerträglich borniert wie inkosistent – schon deshalb, weil er „Flucht“ nicht als temporär angelegte Hilfestellung versteht, sondern als Synonym für dauerhafte Auswanderung und Neusiedlung samt „Integration“ im Gastland. Und exakt darauf wird es auch diesmal wieder hinauslaufen. Solange, bis wir selbst diejenigen sind, die fliehen werden. (DM)