Im Schatten Afghanistans: Erdogans ethnische Säuberungen gehen verstärkt weiter

Bundesaußenminister Heiko Maas beim artigen Händeschütteln mit dem Despoten vom Bosporus (Foto:Imago/photothek)

Weitgehend unbemerkt von der ohnehin oft blinden Weltöffentlichkeit zeigt Religionsfaschist Erdogan wieder mal sein hinterhältiges Wolfsgesicht. Der türkisch-osmanische Relgionsfaschismus hat eine lange blutige Vergangenheit. Massaker, Massenmord, Vertreibungen und Landnahme im Zeichen des Kriegers Mohammed – das ist gewissermassen der Markenkern dieser politisch-esoterischen Blutreligion, die nur Unterwerfung, Unterdrückung oder Ermordungen kennt. Der Westen, der gerade seine wohl größte Blamage seit Jahrzehnten in Afghanistan erlebt, verlor auch dort, weil er nicht wahrhaben will, wer sein Gegner ist und wie der heißt: Der politische Islam.

Von Hans S Mundi

In denkbar kleinsten Nebenrubiken, mit winzigen, kurzen Nachrichtenblöcken, wird soeben in einigen Tageszeitungen nachrichtlich abgehandelt, was ein politischer Redakteur, mit etwas Grütze unter der Mütze, eigentlich zum Aufmacher des Tages hätte machen können: „Türkei bombardiert offenbar Irak – Göttingen (KNA) – Die Türkei bombardiert nach Angaben der Gesellschaft für bedrohnte Völker (GfbV) derzeit jesidische Siedlungsgebiete im Irak. Während die Welt durch die dramatischen Entwicklungen in Afghanistan abgelenkt sei, versuche das Nato-Mitglied Türkei unter der Führung des islamistischen Autokraten Recep Tayyip Erdogan, den Irak weiter zu destablisieren, erklärte Nahost-Referent Kamal Sido am Mittwoch in Göttingen. „Seit zwei Tagen bombardieren türkische Kampfflugzeuge und Drohnen das jesidische Kerngebiet Sinjar im äußersten Nordwesten des Landes. Dabei wurden mindestens zwei Menschen getötet und drei weitere weitere verletzt“, berichtete Sido.“ (Offenburger Tageblatt, 19. August 2021.

Viele Angehörige der yezidischen Religionsgemeinschaft seien wütend auf die NATO-Regierungen, die diese erneuten türkischen Luftangriffe auf die yezidische Minderheit stillschweigend hinnehmen. „Der irakische Luftraum wird weitgehend von den USA kontrolliert. Ohne Zustimmung der USA können keine Flugzeuge eindringen – es wäre also ein Leichtes, die Aggression zu unterbinden“, erinnert Sido. „Doch offenbar will die NATO die religiösen Minderheiten im Irak genauso wenig vor der Türkei beschützen wie die Menschen im benachbarten Syrien.“ Auch dort würden ethnische und religiöse Minderheiten wie kurdische, assyro-aramäische, armenische, christliche, yezidische oder alevitische Gruppen täglich Opfer von Angriffen türkischer Truppen oder ihrer radikalislamistischen Söldner. „Diese Angriffe im Irak wie in Syrien sollen eine Atmosphäre der Angst schaffen. Immer mehr Menschen sollen zur Flucht aus der Region getrieben werden. So will Erdogan seine Einflusssphäre vergrößern“, erklärt Sido. Vor dem Hintergrund der afghanischen Katastrophe beschädigten die türkischen Angriffe das Prestige der NATO-Staaten, insbesondere der USA und Deutschlands. Denn vor allem diese beiden Länder rechtfertigten und deckten die völkerrechtwidrige Angriffe der Türkei.“

Vor dem Hintergrund der katastrophalen Niederlage des (noch) freien Westens gegen die Krieger des Islams in Afghanistan könnten die Politiker in der Nato, in den USA oder der EU langsam mal aufwachen, sich die Augen reiben, und sich klarmachen, wer hier Krieg gegen Andersdenkende, andere Religionen und andere freie Staaten führt – ja und warum denn wohl?! Warum schaut denn eigentlich keiner mal unter Stichworten wie Konstantinopel in die Geschichtsbücher? Es ist eine Blutspur, die durch die Jahrhunderte geht, weil wir es hier, im krassen Gegensatz zur längst toten und nur regional begrenzten NS-Ideologie unter Adolf Hitler, mit einer lebendigen universellen Ideologie zu tun haben, die seit vielen Jahrhunderten lebt, nach Weltherrschaft strebt (Weltkalifat) und in diversen Staaten – meist brutale – diktatorische Staatsmacht ist. Wo der Islam regiert, existieren Menschenrechte, Freiheit und vor allem Frauen- und Minderheitenrechte nicht.

Der Völkermord an den Armeniern war einer der ersten systematischen Genozide des 20. Jahrhunderts. Er geschah während des Ersten Weltkrieges unter Verantwortung der jungtürkischen, vom Komitee für Einheit und Fortschritt gebildeten Regierung des Osmanischen Reichs. Bei Massakern und Todesmärschen, die im Wesentlichen in den Jahren 1915 und 1916 stattfanden, kamen je nach Schätzung zwischen 300.000 und mehr als 1,5 Millionen Menschen zu Tode. Die Schätzungen zur Zahl der Armenier, die während der Verfolgungen in den beiden vorangegangenen Jahrzehnten getötet wurden, variieren zwischen 80.000 und 300.000. Die Ereignisse, die von den Armeniern selbst mit dem Begriff Aghet („Katastrophe“) bezeichnet werden, sind durch umfangreiches dokumentarisches Material aus unterschiedlichen Quellen belegt. Weltweit erkennen die weitaus meisten Historiker diesen Völkermord daher als Tatsache an. Die Armenier sehen in ihm ein ungesühntes Unrecht und fordern seit Jahrzehnten ein angemessenes Gedenken auch in der Türkei.“

Der von Kanzlerin Merkel stets gehätschelte und vielfach unterstützte Erdogan bestreitet – teils begleitet von erneuten Hasstiraden gegen die Nachfahren der Opfer – die der Türkei zur Last gelegten und einwandfrei belegten historischen Greueltaten. Warum? Weil Erdogan ein Überzeugungstäter ist, der mit seinen Gegnern spielt, wie die Katze mit der Maus, und vor allem eine Politikerkaste á la Merkel nicht einmal ansatzweise für voll nimmt. Es gibt keinen Islamismus, es gibt nur den Islam, soll Erdogan mal gesagt haben – es wäre ihm zuzutrauen und außerdem radikal und offen auf den Punkt. Aber wer im Westen will denn noch die Wahrheit wissen? Putin muss als „Obersau“ durchs Dorf getrieben werden, während Erdogan militärisch hilft, den Armeniern in bester türkischer Tradition mal wieder zu schaden und die Grenzen zu verrücken. Ein Aufschrei, wie bei der Krim? Null. Ist ja nur der Islam und der ist ja okay. Wer hat den westlichen Politikern nur so dermaßen ins Hirn gesch…. es ist alles nur noch unfassbar.

Die Türkei hat sich im Bergkarabach-Konflikt sehr klar auf der Seite Aserbaidschans positioniert. Menschen mit armenischen Wurzeln im Land sehen sich mit Hass konfrontiert, viele haben Angst …. Rund 60.000 Armenier leben noch in der Türkei, die meisten davon in Istanbul. Auch Mariam ist eine von ihnen. Sie heißt eigentlich anders, will aber ihren wahren Namen nicht nennen – aus Angst. „Die Menschen sprechen selbst in ihren Häusern manches nicht an, oder sie flüstern dann“, sagt Mariam. Die Nachbarn oben und unten sollen nichts hören.

„Wir müssen unsere Meinung sagen, und das mache ich – im Parlament, auf der Straße oder vor der Presse“, sagt Garo Paylan ist Parlamentsabegeordneter der prokurdischen HDP. Die 83 Millionen Menschen in der Türkei trügen eine große Verantwortung. „Sie sollten ihre Stimme gegen diese rassistische Politik erheben“, fordert er. „Eine Minderheit wie wir hat sonst keine Chance, sich zu wehren.“ Und außer seiner Partei, der HDP, sei keine große Stimme zu hören. Vor über hundert Jahren sind Historikern zufolge mindestens 800.000 armenische Christen Opfer eines Völkermordes geworden. Nicht nur die türkische Regierung, sondern beispielweise auch die größte Oppositionspartei CHP lehnt die Einstufung als Völkermord ab. „Wir als Armenier wissen seit vier Generationen, was diese rassistische Politik bewirkt“, sagt Paylan. „Wenn man in solchen Zeiten Hassreden verbreitet, die vor allem von der Regierung ausgehen, kann das mit Verbrechen aus Hass enden.““

 

Der Krieg geht weiter. Doch wer gegen wen? Wer gegen uns sollte eigentlich klar sein. Eigentlich. Denn Erdogans Einwandererarmee in Deutschland, der er dreist hierzulande jegliche „Assimilation“ verboten hat, wird eines Tages ebenfalls den Aufstand wagen und den Marsch auf die Macht in diesem Land zielgerade ansteuern. Ob der Westen überhaupt noch in kommender Zeit relevante politische Führer hervorbringt, die den Westen vorm Ansturm des Islams retten und zumindest wehrhaft verteidigen, scheint immer unklarer. Die Bilder aus Kabul sind noch zu frisch. Aber wären sie nicht auch in London, Paris und Berlin denkbar? Es gibt einen Feind, der sich genau das wünscht.