Hat Söder 3 Millionen Menschen umgebracht?

Markus Söder (Bild: shutterstock.com/ Von photocosmos1)
Markus Söder (Bild: shutterstock.com/ Von photocosmos1)

In Zeiten der schwachsinnigen Zahlenspiele und der „Lebensrettung im Konjunktiv“ ist es für Pandemie-Politiker zum Sport geworden, sich mit hypothetischen Verdiensten zu schmücken, die nicht nur jeder Nachprüfbarkeit entbehren, sondern auch ausblenden, was zugleich an Schäden durch die eigenen Entscheidungen verursacht wurde. Typischer Vertreter ist wieder einmal Södolf Söder.

Der bayerische Minsterpräsident gehört zu den schlimmsten Relativierern und zynischen Verdrängern durch seine grotesk verengte, selektive Betrachtungsweise. Für ihn gibt es nur noch Corona und Covid-Opfer – und sowohl bei den echten Toten als auch bei verhinderten ist keine Zahl zu übertrieben. Im Winter bemühte er Horrorvergleiche, wie etwa die täglich abstürzende volle Passagiermaschine an deutschen Corona-Opfern… und jetzt brüstet er sich mit fiktiven Rettungszahlen:

(Screenshot:Twitter)

Welch eine unerträgliche Heuchelei! Weder Krebsopfer noch an sonstigen Krankheiten Verstorbene sind innerhalb des Söderschen Fürsorgeradars mehr präsent. Wieviele durch unterlassene oder vernachlässigte Operationen, Therapien oder Diagnosen Schäden davontrugen oder ihr Leben verloren, wieviele Kinder zu psychischen Wracks wurden, wieviele Menschen in Selbstmord getrieben oder krankgemacht wurden – als Folge der von ihm und anderen Scharfmachern zu verantwortenden politischen Ausnahmelage, der Lockdowns und Willkürmaßnahmen: Das findet sich wohl nicht auf Söders ethischem Lohnzettel. Waren es Hunderttausende? 1 Million? 3 Mllionen? Es ließe sich genauso postulieren wie Södolfs selbstgerechte „Geretteten“-Mondzahlen.

Die volksverblödende, geradezu infantile Kausalitätsbehauptung, die aus Söders Tweet spricht, ist in Wahrheit gänzlich sinnfrei. Denn um welchen Preis Leben, das immer tödlich endet, vom Staat eingeschränkt werden darf, spielt bei diesem autoritären und paternalistischen Politikverständnis keine Rolle mehr. Es ist wohlfeil. Würde die Regierung morgen das Reisen und Autofahren verbieten, oder Menschen verbieten ihren Beruf auszuüben, ließen sich zehntausende Leben „retten“, die jedes Jahr auf den Straßen und Schienen umkommen oder bei Arbeitsunfällen sterben. Ob das dann auch „existenzherausfordernd und nervig“ ist, müsste dann ebenso hintenanstehen, wenn sich Helikopter-Politiker als Schutzpatrone der Bürger aufspielen. (DM)