Die Grünen in Bedrängnis: Sie fordern Obergrenzen für Parteispenden, sahnen aber selber kräftig ab

Ein Politiker bei der Arbeit! (Foto: Durch aslysun/Shutterstock)

Berlin – Erstmals übersteigt das Volumen der Großspenden an Parteien die Zehn-Millionen-Euro-Marke. Bislang flossen 10,9 Millionen Euro in die Parteikassen, schreibt die „Welt am Sonntag“. 2017 kamen in den neun Monaten vor der Bundestagswahl nur knapp 5,3 Millionen Euro zusammen.

Nicht nur die Höhe ist ein Rekord, sondern auch die Zahl der Spenden ab 50.000 Euro, die dem Bundestag unverzüglich gemeldet und zeitnah veröffentlicht werden müssen. Sie stieg von 45 auf 68. Auf den ersten beiden Plätzen rangieren FDP und Grüne. Die Liberalen sammelten bislang 3,7 Millionen Euro ein, die Grünen 3,4 Millionen Euro.

Erstmals seit die Offenlegungspflichten für Großspenden gelten kommt die CDU in einem Bundestagswahljahr mit 2,8 Millionen nur auf Platz drei. Für die Grünen ist der Spendenerfolg brisant. Fordert die Partei in ihrem Wahlprogramm doch eine Obergrenze von 100.000 Euro pro Spende.

Vier der bislang zehn Großspenden für die Grünen in diesem Jahr liegen über dieser Marke. Kritik kommt vom politischen Gegner. „Die Grünen wollen Großspenden verbieten, kennen selbst aber keine Hemmungen beim Einsammeln von Millionenspenden“, sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume der „Welt am Sonntag“.

Bevor man so die Hand aufhalte, solle man vielleicht mal einen Blick ins eigene Wahlprogramm werfen. „Hier zeigt sich einmal mehr die grüne Doppelmoral“, sagte Blume. (dts)