„Ausgezeichnetes“ Brechmittel: Böhmermann und der Deutsche Fernsehpreis

Jan Böhmermann (Foto:Imago/Viadata)

Der öffentlich-rechtliche Linkssud, in dem die systemkonformen Hetz- und Nullniveau-Medienaktivisten wie Blasen aufsteigen und wieder zu Boden sinken, um erneut aufzusteigen, köchelt weiter vor sich hin und niemanden scheint es in diesem Land zu stören, in welchem Ausmaß journalistische, kabarettistische und allgemein qualitative Standards verhöhnt und mit Füßen getreten werden. Aktuellstes Beispiel: Die Verleihung des Deutschen Fernsehpreises an Jan Böhmermann mit seinem „ZDF Magazin Royale„, der seit letzten Jahr sogar im ZDF-Hauptprogramm die Zuschauer malträtieren darf.

Ein Zivilversager, Studienabbrecher, ganz und gar uncharismatischer Anti-Intellektueller, der als Profiteur der Verherrlichung des heute alles bestimmenden Mittelmaßes gebührenfinanziert zur TV-Prominenz aufsteigen konnte, bekommt 2021 die Auszeichnung nun zum bereits zweiten Mal – diesmal in der Kategorie „Bestes Buch Unterhaltung„. Nicht einmal die jüngste Selbstentblödung Böhmermanns, der gerade erst mit plump-protofaschistischen und strenggenommen verfassungsfeindlichen Forderungen nach Zensur den eigenen Senderkollegen Markus Lanz wegen dessen Gästeauswahl maßregeln wollte, änderte an dieser wohl schon lange gefassten Entscheidung etwas.

Der Gebührenzahler darf sich also nicht nur von einem unlustigen, gänzlich geistfreien Unsympathen provozieren lassen, der mit billigster Hetze zu punkten versucht und sich allen Ernstes „Satiriker“ schimpft – was Kurt Tucholsky im Grabe rotieren ließe; er wird auch noch verspottet, indem die Medieneliten und Systemtröten ihresgleichen mit Lametta behängen und einstmals an Qualitätsstandards geknüpfte Preise untereinander verteilen. Böhmermann kann fortan dann nun doppelt preisgekrönt unter die Gürtellinie gehen, Gossenvokabular twittert und seine linksurbane Fanbase beschälen; eine Schande, die so ganz zum öffentlich-rechtlichen Zwangstrauerspiel passt. (DM)