Inzidenz sinkt weiter, Impfdruck wird dennoch erhöht

Foto: Hinweis auf Maskenpflicht in Bremens Innenstadt (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin – Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hat den Impfdruck weiter erhöht und ungeimpfte Erwachsene dazu aufgerufen, sich aus Verantwortung für Kinder impfen zulassen. „Je mehr Erwachsene sich impfen lassen, desto sicherer wird es für die Kinder, für die noch kein Impfstoff zugelassen ist“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgaben). Zugleich zeigte er sich enttäuscht über die geringe Impfquote in Deutschland.

„Deshalb appelliere ich im Sinne der Verantwortung für die ganz Kleinen unserer Gesellschaft, die Angebote dieser Impfwoche wahrzunehmen.“ Die Impfquote sei noch nicht hoch genug, um allgemein die Einschränkungen fallen zu lassen. „Vor allen Dingen geht es jetzt um die Kinder, auf die wir jetzt Rücksicht nehmen müssen.“

Auf die Frage, ob er enttäuscht ist, dass die Bevölkerung das bis 21. September von der Regierung versprochene – und eingehaltene – Impfangebot für alle nicht mit der erhofften Mehrheit von 85 bis 90 Prozent angenommen hat, sagte Brinkhaus: „Wir brauchen schon einen höheren Impfanteil.“ Jetzt sei es nötig, noch besser aufzuklären und einfache Impfangebote zu machen. Dazu diene auch die laufende Impfwoche.

Der CDU-Politiker hob hervor: „Ich breche nicht den Stab über Leute, die sich nicht impfen lassen wollen: Es gibt Menschen mit Ängsten vor gesundheitlichen Problemen durch eine Impfung, die es sich nicht einfach machen. Aber es gibt eben auch Corona-Leugner.“

Derweil hat die Stiftung Patientenschutz in der Debatte um ein mögliches Ende der Lohnfortzahlung für Ungeimpfte in Quarantäne vor zusätzlichem Druck auf Pflegekräfte gewarnt. „Diese Woche sollte die Impfkampagne gestärkt werden“, sagte Vorstand Eugen Brysch der „Rheinischen Post“ (Donnerstagsausgabe). „Doch die Debatte über das Ende der Lohnfortzahlung für Ungeimpfte macht vieles zunichte.“

Besonders der Altenpflege schadeten „solche Drohgebärden“. Schon heute ständen die über 1,2 Millionen Beschäftigten unter außergewöhnlichem Druck. „Eine Abwanderung ist erkennbar. Zudem wäre es unverantwortlich, wenn sich gefährdete Mitarbeiter aus Sorge um einen möglichen Lohnausfall nicht testen lassen“, sagte der Patientenschützer. Dabei sei Verdienstausfall bezahlbar. „Im Vergleich zu den kostenlosen FFP2-Masken im letzten Winter wurde gerade mal die Hälfte für ungeimpfte Berufstätige in Quarantäne bezahlt“, sagte Byrsch.

Die Inzidenz sinkt inzwischen weiter:

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Donnerstagmorgen vorläufig nur noch 12.925 so genannte Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 16,2 Prozent oder 2.506 Fälle weniger als am Donnerstagmorgen vor einer Woche. Die Inzidenz, die ja angeblich gar keine Rolle mehr spielen soll, sank laut RKI-Angaben von gestern 77,9 auf heute 76,3 neue Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage.

Insgesamt geht das Institut laut der vorläufigen Zahlen derzeit von rund 159.000 aktiven Corona-Fällen mit Nachweis aus, das sind etwa 6.900 mehr als vor einer Woche. (Mit Material von dts)