Höchst brisant: Informationskrieg zum Nachteil der Menschen 

Nicole Höchst MdB; Bild: Nicole Höchst
Nicole Höchst (MdB) vom AfD-Landesverband Rheinland-Pfalz

Wenn die Wirklichkeit nicht zum vorherrschenden Weltbild passt, wird sie eben durch Macht zementiert / von Nicole Höchst

Die Wirklichkeit ist keineswegs das, was wir naiv so zu nennen pflegen. Paul Watzlawicks These lautet: Die sogenannte Wirklichkeit ist das Ergebnis von Kommunikation. Scheinbar wird damit die Welt auf den Kopf gestellt, denn die Wirklichkeit ist doch das, was wir wirklich wahrnehmen und Kommunikation nur die Art und Weise, wie wir diese Wirklichkeit beschreiben und mitteilen.

Regierende, Staatsfunk, angegliederte Medien und Interessengruppen der Globalisierungsbemühungen stellen – wie schon Regierende seit Anbeginn der Zeit – eine gemeinsame Erzählung her, die eine Wirklichkeit etabliert, der viele Menschen unreflektiert folgen, da der Mensch an sich von seiner Psychologie her gerne im Einklang mit dem ist, was er als Realität empfindet, und den Erklärungsmustern am besten entspricht. So schüttet er wenig Adrenalin aus, es geht ihm gut, er wird bestätigt, „lieb gehabt“. Alles ist Harmonie und Ponyhof. Menschen, die eine andere Sicht der Realität vertreten, werden bestenfalls als Narren verlacht oder einfach ausgeblendet. Im Mittelalter landete man, wenn man Pech hatte, für seine „Verschwörungstheorien“ noch auf dem Scheiterhaufen.

Rosa Herdenwolke Sieben

Es ist für die Psychologie des Menschen einfacher, unliebsame Erzählungen, Standpunkte oder Erklärungsmuster von sich zu weisen und sich gedanklich in der Mitte von „Überzeugten“, den „Guten“ usw. zu bewegen. Pfade außerhalb des Wohlfühlkorridors, die Widersprüche und Ungemacht beinhalten, werden am liebsten gar nicht erst betreten. Der Mensch betritt gedanklich neue Wege erst, wenn ihn ein Trauma oder AHA-Effekt von seiner rosa Herdenwolke Sieben schubst.

Auf diese Weise funktioniert der Mensch als soziales Wesen freiwillig und bereitwillig wie ein Herdentier, das dann am wenigsten Stress hat, wenn es dem Alphatier oder der Leitkuh hinterherläuft. Selbst in Paniksituationen ist die Bindung an die Leitkuh größer als die Angst vor dem Wissen, dass am Ende der Prärie die Klippe und der unweigerliche Absturz warten.

Früher hatte die katholische Kirche die mächtigste Erzählung zu bieten. Ich bin selbst römisch-katholisch und gläubig, und dennoch – oder gerade deshalb – darf ich die zugrundeliegenden menschlichen Mechanismen, die neben dem Glauben die Welt beherrscht haben, aufdecken. Die katholische Kirche hatte alle wirklichkeitsstiftenden Komponenten auf ihrer Seite:

  1. Eine mächtige Erzählung: Heilsversprechen, Gratifikation für Wohlverhalten, Angst vor den Tod, Angst vor Höllenqualen, Gottes Sohn, den Erlöser, Glauben, Gemeinschaft, das Selbstverständnis, zu den Guten zu gehören, 10 einfache Gebote, die jeder versteht.

  2. Eine mächtige Institution: „Mitarbeiter“, die über die ganze Welt verteilt die gleiche mächtige Erzählung kommunizieren und über deren Gültigkeit wachen.

3. Drakonische Strafen für Ketzer und Glaubensabtrünnige, Hexen usw.

  1. Geld

  2. Macht: z.B. über die Wissenschaft, über die Geschichtsschreibung, über „Netzwerke“

  3. Überlegene Kommunikationswege und –strategien

  4. Überlegene Datenspeicherung (Bibliotheken, Archive)

  5. Ehrgeizige und illustre Frontmänner mit Talent zur Beherrschung von Menschen(massen)

Was wäre wenn?

Heute? Nun, die Vergleiche kann jeder selbst anstellen. Jede weltumspannendende Organisation beinhaltet diese Komponenten. Die genannten Mechanismen sind in der heutigen Zeit bedingungslos erfolgreich. Die Frage, warum das so ist, sollte sich jeder selbst stellen. Jedenfalls waren wir schonmal weiter. Zu Zeiten der Aufklärung lag das Hauptaugenmerk auf der Fähigkeit zum kritischen Denken jedes Einzelnen. „Cogito ergo sum“ postulierte schon Descartes. Das gedankliche Einnehmen der Positionen des streitbaren Gegenübers gehörte zum guten Ton; das „Was-wäre-wenn“-Spiel stand hoch im Kurs.

Ethik, Moral, Freiheit und Demokratie spielten vor allem nach den überwundenen Diktaturen auf deutschem Boden eine wichtige Rolle. Ich benutze hier die Vergangenheitsform, denn die starke Erzählung von Einigkeit und Recht und Freiheit, die unsere Volksseele zum gemeinschaftlichen Schwingen brachte, wurde und wird repartitioniert und streckenweise sogar formatiert.  Dabei hat die Regierung zunehmend Schwierigkeiten, ihre Erzählung der Realität – also „Impfen = Gut„, „Nicht Impfen = Schlecht“ – einer Bevölkerung zu verkaufen, die sich, soweit sie das nun wollte, hat impfen lassen.

Das könnte daran liegen, dass es eine riesige Bandbreite zwischen den „Erzählungen“ der Realität von Impfbefürwortern und Impfgegnern gibt, deren Extreme sich fundamental widersprechen. Beide Positionen und Erzählungen werden gestützt durch wissenschaftliche Studien und statistische Erhebungen. Teilweise gibt es sogar äußerst beachtenswerte Erzählungen von impfkritischen Personen, die sich des objektiven Daten- und Zahlenmaterials der Impfbefürworter als unverdächtigen Quellen bedienen (mit den üblichen Sanktionsfolgen), wie z.B. die nüchterne ‚Erbsenzählerei‘ des Informatikers Marcel Barz, der sich einige Corona-Statistiken näher anschaute, damit großes Interesse erregte und kurz darauf auf YouTube gelöscht wurde. Was es mit seinem sehr sehenswerten Video ‚Die Pandemie in Rohdaten‚ im Detail auf sich hat, lässt sich in einem aufschlussreichen Beitrag auf der „Achse des Guten“ nachlesen. Inzwischen ist Barz‘ Video an anderer Stelle auf Youtube wieder verfügbar –  und hat über 250.000 Aufrufe, obwohl YouTube es in den Suchergebnissen unterdrückt.

Berechtigte Kritik ist nicht lange online 

Dieses Phänomen kennen wir schon von der #allesdichtmachen-Kampagne: Berechtigte Kritik am gängigen Corona-Narrativ ist aktuell nur selten lange online, denn die mit Steuergeldern subventionierten sogenannten „Faktenchecker“ wissen die Veröffentlichung wirksam zu verhindern. Ich habe als Abgeordnete selbst schon den Versuch angestellt, anhand offizieller Zahlen unerwünschte Überlegungen anzustellen. Daraufhin hat es mich prompt auf Tiktok erwischt, wo ein gerade mal einminütiger Ausschnitt aus meiner Bundestagsrede zum Contergan-Skandal prompt wegzensiert wurde. In dieser hatte ich die Zahlen zu Impfnebenwirkungen, die ganz offiziell beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI) verzeichnet wurden, verlesen und extrapoliert.

Der Beitrag war bereits über 87.000 Mal angesehen worden, als er offenkundig gemeldet wurde und daraufhin wegen Verstoßes gegen die Gemeinschaftsstandards gelöscht worden, die „Fake News“ nicht zulassen. Fake News, vom PEI? Das Problem unserer Zeit ist ganz offensichtlich, dass die machthabende Seite „aus Gründen von Gründen“ (Zwinkerauge) nicht länger daran interessiert ist, das genannte Spiel mit Annahmen zuzulassen: Was wäre, wenn die andere Seite recht hätte?

Durch ein Aufeinanderzugehen könnte die sich zuspitzende Situation entschärft, die unversöhnlich gegenüberstehenden Fronten aufgeweicht, das Volk befriedet werden. Das liegt aber offensichtlich gar nicht im Interesse der Regierenden und der ihnen zuarbeitenden Presse. Die Diskriminierung von Ungeimpften sei rechtlich illegal, entscheidet der Europarat. Und Deutschland? Denkt auf der einen Seite darüber nach, wie man am besten alle an die Spritze zwingt, und auf der anderen Seite, wie man ebendies verhindert. Die Lage schaukelt sich weiter auf. Eine Diskriminierung von Ungeimpften sei ethisch vertretbar, behauptet die „Zeit“ (wiederum im Dissens zum Europarat), sowie viele andere auch, die jede Verhältnismäßigkeit längst hinter sich gelassen haben.

Die Lage schaukelt sich auf

Immerhin: Die einzig wirkliche Opposition in Deutschland wird gegen jede Diskriminierung von Ungeimpften vorgehen. Doch wo bleiben die anderen Parteien? Ich denke nach wie vor: Bevor man Menschen zu Dingen zwingt, die sie nicht möchten, sollte man völlig sichergehen, dass dieser Schritt wirklich absolut und alternativlos, weil unumgänglich und wissenschaftlich notwendig ist und vor allem medizinisch offensichtlich weniger bedenklich als die Krankheit selbst, vor der die Impfung schützen soll. Wer das für Corona ernsthaft als gegeben ansieht, sollte sich einmal alle beim PEI gemeldeten Verdachtsfälle von Nebenwirkungen bezüglich der „Coronaimpfung“ ansehen: Einmal ganz abgesehen davon, dass innerhalb von 14 Tagen ab Impfung auftretende Komplikationen hier gar nicht erfasst sind, weil die betreffenden Personen in diesem Zeitraum noch als „Ungeimpfte“ gelten, sind die dort abgebildeten statistischen Meldungen pro Impfung deutlich höher als bei anderen Impfungen.

Quelle:PEI

Und weil gerade Kinder besonders massiv an die Nadel gedrängt werden: Was wäre, wenn die folgenden Zahlen stimmen? Jeder möge dies für sich beantworten:

Quelle: EudraVigilance-Datenbank / EMA

Weitere Quellen im Netz bzw. als PDF hierzu finden sich hier und hier.

Die Übersicht zeigt, in Worten ausgedrückt folgende verstörenden Zahlen (Vergleichsdaten zur letzten Sonderauswertung mit Datenstand 3.9.2021 in Klammern), Quelle siehe hier und hier:

7.525 Fälle (+1.823)
39 Todesfälle (+8)
2.669 schwerwiegende Nebenwirkungen (+625), davon 1.061 erforderliche Hospitalisierungen (+214)
138 lebensbedrohliche Zwischenfälle (+28)
89 bleibende Schäden (+17)

Ist es bei Zugrundelegung dieses Sachstand tatsächlich indiziert, Kinder, die zu allermeist nicht einmal merken, dass sie Corona haben, durch Zwang all den Gefahren einer experimentellen Impfung auszusetzen? Ist das ersthaft ethisch und moralisch vertretbar?

Schließen möchte ich, indem ich den Nürnberger Kodex in Erinnerung rufe: Dieser Nürnberger Kodex ist, so Wikipedia, „eine zentrale, aktuell heute angewandte ethische Richtlinie zur Vorbereitung und Durchführung medizinischer, psychologischer und anderer Experimente am Menschen. Er gehört seit seiner Formulierung in der Urteilsverkündung im Nürnberger Ärzteprozess (1946/47) insbesondere zu den medizinethischen Grundsätzen in der Medizinerausbildung (ähnlich wie das Genfer Gelöbnis).

Der Kodex besagt, dass „…bei medizinischen Versuchen an Menschen die freiwillige Zustimmung der Versuchsperson unbedingt erforderlich (ist). Das heißt, dass die betreffende Person im juristischen Sinne fähig sein muss, ihre Einwilligung zu geben; dass sie in der Lage sein muss, unbeeinflusst durch Gewalt, Betrug, List, Druck, Vortäuschung oder irgendeine andere Form der Überredung oder des Zwanges, von ihrem Urteilsvermögen Gebrauch zu machen; dass sie das betreffende Gebiet in seinen Einzelheiten hinreichend kennen und verstehen muss, um eine verständige und informierte Entscheidung treffen zu können.

Gemahnen an den Nürnberger Kodex

Anlass für den Nürnberger Kodex waren übrigens die während der Zeit des Nationalsozialismus im Namen der medizinischen Forschung begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, insbesondere durch sogenannte „medizinische Experimente“ und Zwangssterilisationen. Eingedenk dieser historischen Verantwortung muss endlich wieder ethisch-moralisches Handeln  zu einer nüchternen Tatsachenbetrachtung und zu verhältnismäßigen Staatsmaßnahmen führen.

Es muss auf dieser Basis wieder eine gemeinsame Geschichte erzählt werden, in der sich alle wohlfühlen: Die, die Angst haben, und die Pragmatiker: Alle, die sich impfen lassen wollen, müssen dies gut informiert tun können. Wenn die Impfung hält, was sie verspricht, ist ja auch alles gut. Wenn nicht, dann taugt sie auch nichts. Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, dürfen nicht durch direkten oder indirekten Zwang zu einem körperlichen Eingriff gezwungen werden, den sie ablehnen. Menschen sind keine „Versuchskaninchen“.

Wer wie wir der Ansicht ist, dass Menschen-, Grund- und Freiheitsrechte nicht erst durch Wohlverhalten verdient werden müssen, der kann am kommenden Sonntag nur die AfD wählen. Wir befinden uns mitten in einem Informationskrieg, in dem die Regierung auf dem Weg zum Impfzwang nun alle Register zieht. Wir wollen Fakten und den gepflegten Austausch darüber. Wir wollen wieder eine gemeinsame Erzählung, die Kommunikation und Wahrheitsfindungsprozesse mit einschließt. Wir wollen eine Wirklichkeit, die uns alle miteinschließt und nicht Hass und Spaltung, die Andersdenkende ausschließt und virtuelle wie gesellschaftlich vernichtet. Wir wollen unser Grundgesetz und unsere freiheitlich demokratische Grundordnung als wertstiftende Basis unserer gemeinsamen Erzählung erhalten.

Wählt weise; um Gottes Willen aber: wählt! Jeder, der nicht wählt, schwächt die Opposition und stützt die Regierung.

 

 

Zur Person:

Nicole Höchst, Jahrgang 1970, ist AfD-Bundestagsabgeordnete aus Rheinland-Pfalz. Sie trat 2015 in die AfD ein und zog 2017 über die Landesliste Rheinland-Pfalz für den Wahlkreis 201 (Bad Kreuznach) in den 19. deutschen Bundestag ein. Dort ist sie unter anderem als Obfrau der Enquete-Kommission für Berufliche Bildung, als Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung sowie im Unterausschuss für Bürgerliches Engagement tätig. Bis 2012 unterrichtete sie als Studienrätin am Staatlichen Speyer-Kolleg, anschließend war sie bis Oktober 2017 Referentin am Pädagogischen Landesinstitut (vormals IFB). Höchst war 2015 Mitglied der AfD-Bundesprogrammkommission und ist Schatzmeisterin des AfD-Kreisverbands Speyer. Sie ist katholisch, hat vier Kinder und lebt mit ihrer Familie in Speyer, wo sie auch Stadträtin ist.

Auf jouwatch veröffentlicht Nicole Höchst alle 14 Tage die kritische Kolumne „Höchst brisant“ zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen. Unter demselben Titel veröffentlicht sie in unregelmäßigen Abständen Videobeiträge auf ihrem YouTube-Kanal.