Das Impf-Regime (4)

Impfen (Bild: shutterstock.com/ Von megaflop)
Impfen (Bild: shutterstock.com/ Von megaflop)

Fassen wir die Lage noch einmal zusammen: 1. Die Doktrin der „Herdenimmunität durch Impfung“ wurde im März 2020 formuliert und verbreitet, während der ersten Lockdowns im Westen. Ich vermute, daß die Impfallianz Gavi  der treibende Motor war.

Ein Beitrag von Martin Lichtmesz bei Sezession

Beteiligt an dieser öffentlich-privaten Partnerschaft sind unter anderem die WHO, UNICEF, die Weltbank, die Bill & Melinda Gates Stiftung (einer ihrer wichtigsten Geldgeber), die Regierungen von Industrie- und Entwicklungsländern, diverse NGOs sowie die wichtigsten Impfstoffhersteller (Pfizer, Johnson & Johnson, GlaxoSmithKline, Merck & Co…). Gavi ist ihrerseits ein Partner des World Economic Forum.

2. Auf der Grundlage der angenommenen Infektiosität von SARS-Cov-2 berechnete man eine notwendige „natürliche“ Herdenimmunität von etwa 60% der Bevölkerung. Wegen der angeblich hohen Infektionssterblichkeit von Covid müsse man jedoch so lange im Lockdown oder Maßnahmen-Ausnahmezustand verharren, bis Impfstoffe verfügbar sind und die erwünschte Herdenimmunität auf künstlichem Weg hergestellt werden kann. Dies sei der einzige gangbare Weg, um die Pandemie zu überwinden.

3. Diese Zielquote wurde in den nächsten Monaten kontinuierlich erhöht; mittlerweile sind mindestens 80% und mehr die übliche Forderung.

Um diese Zahl zu erreichen, mußte man logischerweise die Zahl der „Impffähigen“ erweitern, weshalb Schritt für Schritt auch Kinder und Jugendliche zur Impfung freigegeben wurden (ein Prozess, der noch lange nicht abgeschlossen ist, und der wohl auch vor Säuglingen nicht haltmachen wird)

Nicht die individuelle oder kollektive Gefährdung dieser Altersgruppen (die äußerst gering ist) war für die Impffreigabe ausschlaggebend, sondern schlicht und einfach die mathematische Logik der Herdenimmunitäts-Doktrin.

Die Leben von Millionen Kindern und Jugendlichen wurden zu bloßen Zahlen in einer abstrakten Modellrechnung reduziert.

Vergleiche etwa diesen Artikel im Tagesspiegel vom 3. 2. 2021, der fürchtete, die Herdenimmunität könne niemals erreicht werden, wenn man nicht auch die minderjährigen Altersgruppen einbezieht:

Da aber die derzeitigen und vermutlich auch alle kommenden Impfstoffe nicht an Kinder und Jugendliche unter 18 (im Fall von BioNTech/Pfizer gibt es eine Altersgrenze von 16) verabreicht werden darf, fallen hier rund 14 Millionen potenzielle Impflinge weg – für diese Altersgruppe ist eine Impfung aller Voraussicht nach frühestens 2024 möglich.

Sollte bei maximal 69 Millionen Impffähigen eine Zahl von bis zu 67 Millionen erreicht werden, entspräche dies einer Impfbereitschaft von rund 97 Prozent. Das ist weit mehr, als bisherige Umfragen vermuten lassen – allerdings scheint die Impfbereitschaft in letzter Zeit auch wieder zuzunehmen.

In dieselbe Richtung zielt auch dieser Artikel des SWR vom 9. 8. 2021:

VOR ALLEM, WENN MAN BEDENKT, DASS 12- BIS 15-JÄHRIGE BISHER NUR ZURÜCKHALTEND GEIMPFT WERDEN UND ES FÜR JÜNGERE KINDER NOCH KEINEN ZUGELASSENEN IMPFSTOFF GIBT, WIRD KLAR, DASS DIESE ZIELQUOTE [ÜBER 85% ] QUASI UNERREICHBAR IST. KINDER UND JUGENDLICHE MACHEN NÄMLICH RUND 15 PROZENT DER DEUTSCHEN BEVÖLKERUNG AUS, KINDER UNTER ZWÖLF MEHR ALS 11 PROZENT. (…) SOLANGE KINDER NICHT GEIMPFT WERDEN, IST ES SCHWIERIG, DIE HERDENIMMUNITÄT ZU ERREICHEN.

Da stellt sich die Frage, ob die Ansteckungsrate von „Delta“ auch deshalb übertrieben wird, um die Kinderimpfungen zu rechtfertigen.

Folgt man der Herdenimmunität-Argumentation, sollen Kinder und Jugendliche, die wie gesagt selbst kaum gefährdet sind, de facto eine Art „Schutzschild“ für die Älteren und durch Vorerkrankungen Gefährdeten bilden.

Die verquere Niedertracht dieser Denke sollte auf der Hand liegen: Wir sind dazu da, unsere Kinder zu schützen, nicht umgekehrt.

4. Sprecher der WHO propagierten mindestens seit August 2020 „Herdenimmunität durch Impfung“ als einzig gangbaren Weg, zunächst von einer Zahl von 60-70% „Durchimpfung“ ausgehend.

Ein Jahr später, im August 2021, äußerte Katherine O’Brien, die Chef-Epidemiologin der WHO:

Es gibt keine magische Zahl, die den Anteil der Bevölkerung festlegt, der geimpft werden muß. Es gibt keine spezifische Zahl, die erreicht werden muß. (…) Aufgrund des Auftauchens von Varianten, die besser übertragbar sind, muß ein höherer Anteil von Menschen geimpft werden, um voraussichtlich einen gewissen Grad an Herdenimmunität zu erreichen. („… it does mean that a higher fraction of people need to be vaccinated in order to likely achieve some level of herd immunity.“)

Im September 2021 äußerte der Europa-Direktor der WHO, Hans Kluge, daß eben genau diese von O’Brien angesprochene „Verbreitung neuer Virus-Varianten mit höherer Übertragbarkeit wie der Delta-Variante“ dazu führe, daß „das Ziel einer Bevölkerungsimmunität kaum noch zu erreichen“ sei.

Im Mai hatte Kluge noch gesagt, ab einer Durchimpfung von 70 Prozent der Weltbevölkerung sei ein Ende der Pandemie möglich. Auf die Frage, ob die WHO an diesem Ziel festhalte, sagte Kluge nun, im Mai seien hochansteckende Virus-Varianten noch nicht so weit verbreitet gewesen. „Daher gehe ich davon aus, dass wir an den Punkt kommen, an dem das wichtigste Ziel der Impfungen ist, schwere und tödliche Krankheitsverläufe zu verhindern.“

Man müsse die Impfstrategie „schrittweise an die endemische Ausbreitung anpassen“, eine hohe Impfrate sei jedoch weiter unerlässlich, „um den Druck auf unsere Gesundheitssysteme zu verringern“.

Damit wäre die ursprüngliche Rechtfertigung für die Massenimpfungen, die Herdenimmunität, obsolet, nicht aber die Massenimpfung selbst, die als offenbar fixes politisches Ziel ungebrochen weiterlaufen soll.

Übrigens hatte Andreas Gassen, der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der neulich ein Ende der staatlichen Coronamaßnahmen forderte, bereits im Juli dieses Jahres erklärt, daß Herdenimmunität eine „Illusion“ sei:

Merkel sprach beim RKI von einer Quote von 85 Prozent bei den 12- bis 59-Jährigen, von über 90 Prozent bei den über 60-Jährigen. Bei 14 Millionen Kindern und Jugendlichen und etwa einem Zehntel strikter Corona-Impfgegner seien solche Zahlen allerdings nicht realistisch – zudem sei eine Herdenimmunität selbst mit einer kompletten Durchimpfung der gesamten Bevölkerung nicht zu erreichen.

Es sei daher geradezu „skurril“, meinte Gassen, „die Impfquote für die Begründung von Coronamaßnahmen heranzuziehen“. Vielmehr dürfe es künftig alleine um die Frage gehen, ob jene, die durch eine Corona-Infektion gefährdet sein könnten, grundsätzlich die Möglichkeit hatten oder haben, sich durch eine Impfung dagegen zu schützen.

5. Die Strategie der „Herdenimmunität durch Impfung“, an der die Regierungen trotz der Aussagen von Kluge unbeirrt festhalten, zeigt bis dato keinen Erfolg.

Dieses Urteil kann man vor allem an zwei Punkten festmachen.

Zum einen ist das Versprechen der „Vollimmunisierung“ (das die Impfstoffhersteller selbst niemals gegeben haben) trügerisch: Geimpfte können sich weiterhin infizieren und andere anstecken, vermutlich im selben Maße wie Ungeimpfte, sie können weiterhin erkranken und sterben. Immer häufiger werden „Impfdurchbrüche“ bei „doppelt Geimpften“ gemeldet,  insbesondere bei „Prominenten“: Siehe etwa hierhierhier, hier und hier.

Von Otto Normalverbraucher hört man in der Presse hingegen eher wenig.  Die „amtliche“ Zahl in Österreich lautete am 15. September 88 Verstorbene trotz Impfung. Mit Stand 22. 9. meldet die Agentur AGES 11.442 Fälle von „SARS-CoV-2 Infektionen mit klinischer Symptomatik unter [geimpften] Personen im Alter von 12 Jahren und älter“ seit Februar.

Das sind wohlgemerkt symptomatische Fälle, nicht bloß die „positiven Tests“. Dies wird mit einer momentan gängigen Zauberformel „begründet“ – die Impfstoffe bewirken auf offenbar magische Weise, daß bei Geimpften nur mehr symptomatische Infektionen zählen:

Eine Infektion mit SARS-CoV-2 nach einer COVID-19-Impfung, ohne klinische Symptomatik, wird derzeit nicht als Impfdurchbruch klassifiziert, da die aktuell zugelassenen COVID-19-Impfstoffe zur Verhinderung der Erkrankung an der SARS-CoV-2-Infektion entwickelt wurden.

Nichtsdestotrotz wird behauptet:

Zusammenfassend zeigen die Zahlen eindeutig die hohe Wirksamkeit der Impfung auch gegen die Delta-Variante: Berechnungen der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) nach wurden in den Monaten Februar bis August 2021 österreichweit 9.484 Krankenhausaufenthalte, 2.524 Aufenthalte in Intensivstationen und 2.849 Todesfälle vermieden.

Angesichts der österreichischen Zahlen erscheinen die Angaben des RKI für Deutschland erstaunlich niedrig: Bis 1. September wurden nur 15.887 „Impfdurchbrüche“ gezählt, seither hat sich die Zahl auf 39.228 erhöht, also mehr als verdoppelt. Wenn es allein in Österreich, das eine beinahe zehnfach niedrigere Bevölkerungszahl als Deutschland hat, bis dato 11,000+ Fälle gab, ist Dunkelziffer vermutlich weitaus höher.

Akzeptiert man die Argumentation, daß sogenannte „Impfdurchbrüche“ (ein Fall für Michael Esders) zwar zu zehntausenden vorkommen, insgesamt jedoch die zu erwartende Zahl der Hospitalisierungen und Todesfälle gesenkt wurde, hat man immer noch eine rein hypothetische statistische Reduktion vorliegen, die keinen direkten oder indirekten Impfzwang rechtfertigt: Da den meisten Menschen ohnehin keine „schweren Verläufe“ drohen und sie der Impfstoffe nicht dringend bedürfen, ist es krass unverhältnismäßig, sie dazu zu erpressen, alle persönlichen Risikoabwägungen hintanzustellen und sich gleichsam für die Statistik zu opfern.

Nun ist die Lage aber so, daß zum zweiten diese Reduktion nur auf dem Papier vorhanden ist.

Faktisch, in absoluten Zahlen, sieht die Sache ganz anders aus: Länder mit hoher „Durchimpfung“ von über 60% (ich nannte in den vorangehenden Teilen dieses Beitrags Dänemark, Israel, Großbritannien und Österreich) haben Infektions-, Hospitalisierungs- und Sterberaten, die im Vergleich zum selben Zeitpunkt des Vorjahres entweder unverändert oder sogar um ein Vielfaches erhöht sind.

Auch hier ist freilich Vorsicht geboten, da diese „Zahlen“ nach wie vor durch „positive Tests“ zustandekommen. Verräterisch ist etwa dieser Artikel aus der FAZ, der versucht, das Impfnarrativ mit folgender Argumentation zu retten: „Nach 2G-Party viele Infizierte, aber keine schwer Erkrankten.“

In Wahrheit war der überwiegende Teil der Menschen, die seit Beginn der Krise als „infiziert“ gemeldet wurden, nicht „schwer erkrankt“. Es gibt keinen Grund, hinsichtlich der Erkrankung einen Unterschied zwischen infizierten Geimpften und Ungeimpften zu machen.

Hinzu kommt nun das eigentliche Mammut im Raum: Begünstigen die Impfungen die Ausbreitung von aggressiveren Varianten?

Dies scheint tatsächlich der Fall zu sein.

Der Blogger Eugyppius faßt zusammen:

Das Aufkommen von infektiöseren (und möglicherweise auch pathogeneren) Delta-Stämmen ist eine Folge der weltweiten Impfkampagne. Dies ist zur Zeit die auffälligste und wichtigste Nebenwirkung unserer Impfstoffe. Sie stimulieren die Produktion von Antikörpern, die aggressivere SARS-2-Stämme selektieren, die der durch den Impfstoff ausgelösten Immunität entgehen, indem sie sich schneller und früher in den Lungen der Infizierten vermehren.

Alles deutet darauf hin, daß die Alpha- (Kent) und die Delta-Linie (Indien) zur gleichen Zeit auftraten, im September oder Oktober 2020. Delta war aggressiver als Alpha, aber Alpha hatte die Oberhand, bis die Impfstoffe es abtöteten. Wahrscheinlich ist Delta in völlig ungeimpften Populationen zu aggressiv und verursacht schwere Krankheiten, bevor sehr viele seiner Wirte andere anstecken können.

Betrachten wir den in jeder Hinsicht mustergültigen Fall meines Heimatlandes Deutschland. Die meisten Erstimpfungen wurden im Laufe von neun Wochen verabreicht, von Anfang April bis Anfang Juli. In genau diesem Zeitraum begann der Aufstieg von Delta zur absoluten Dominanz. Die genetische Vielfalt von SARS-2 ist in Deutschland und auch anderswo völlig zerstört worden.

Wenn das zutrifft, dann halten die Impfstoffe die Pandemie nicht nur am Laufen, sie verschärfen und verstärken sie noch. Eugyppius prognostiziert:

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