(Bild: shutterstock.com/HQuality)
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Die „Colonia Dignidad“ des Nordens

Es gehört seit jeher zu den feuchten Träumen linker Geister, dem Individualismus abzuschwören und das eigene Leben einem organisierten Kollektiv zu unterwerfen. Linke leben offenbar gerne in Kommunen mit Gemeinschaftsküche, samt Klo und Badezimmer, die nach Stundenplan zu benutzen sind. Eines dieser Sozi-Dörfer entstand im Norden unseres Landes, südöstlich von Lüneburg.

Das „Projekt“ befindet sich an den herrlichen Gestaden des alten Elbestroms, im Wendland, genauer, am Rande des Dörfchens Hitzacker und besteht aus bisher 14 Häuschen, schön gelegen auf einem Hügel nahe dem Altort. Dort haben sich über Annoncen und Mundpropaganda 70 Leute zusammengefunden – 50 Erwachsene und 20 Kinder oder Jugendliche – die eine alternative Lebensweise probieren wollen. Der Spiegel berichtet über dieses Vorhaben:

Es ist der Versuch, ein Dorf zu errichten, das wächst statt schrumpft. In dem das Zusammenleben verschiedenster Menschen funktioniert: alt und jung, migrantisch und deutsch. Und das über eine Genossenschaft bezahlbaren Wohnraum bietet – der wiederum ökologisch und klimafreundlich errichtet sein soll. Mithilfe derer, die später selbst einmal dort leben. Es klingt, als könne es unmöglich etwas werden. Sechs Jahre nach der ersten Idee ist das Dorf jedoch Wirklichkeit.[i]

Hauke Stichling-Pehlke ist einer der Initiatoren des Wohn- und Lebensentwurf Experiments. Hauke ist alter Atomkraftgegner und trug bereits in den 80ern tatkräftig dazu bei, den Grundstein dafür zu legen, dass wir hier in Deutschland dank Ausstieg aus der Atomenergie bald im Dunkeln sitzen, völlig überteuerten Atomstrom aus Nachbarländern importieren müssen und künftig von unzähligen, vogelschreddernden Windkraftanlagen umgeben sind, die im Abstand von etwa einem Kilometer zueinander unsere Heimat „verschönern“ und immer nur dann Energie liefern, wenn es gerade Wind hat. Haukes alte Kampfgefährten wendeten sich im Laufe der Jahre anderen Themen zu, oder wurden spießige Privatiers. Doch das widerrechtliche Öffnen der Landesgrenzen im Jahre 2015 durch die bisher ruinöseste Regierung in der Geschichte der Bundesrepublik erfüllte Hauke, den unermüdlichen Kämpfer des Lichts, mit neuem Feuer.

Als 2015 Hunderttausende Menschen nach Europa kamen und viele Deutsche ihre Hilfsbereitschaft entdeckten, schöpften er und ein Bekannter neue Hoffnung. »Wir dachten uns: Wenn eine Million Leute nach Deutschland kommen, wird es doch sicherlich hundert geben, die im Wendland mit uns etwas aufbauen wollen.

Gesagt, getan! Das lange heiß ersehnte Proletariat Linker Denker war endlich massenimportiert und schon wurde ein Bund gegründet, in dem sich Linke mit ihrer Lieblingsanrede betiteln können, nämlich eine Genossenschaft. Einer der Genossen, Roman Seifert, Redakteur einer Zeitschrift für Friedhofskultur und angehender Speisepilzzüchter, hätte die Dorfgemeinschaft gerne einer gemeinsamen Idee verpflichtet, die sich bindend an einer nachhaltigen Lebensweise orientiert, was Konsumverhalten und vor allem die Ernährung angeht. Er bevorzugt regionale Lebensmittel, was ein Leichtes ist, wenn der Bauer gleich nebenan wohnt und lehnt Billigprodukte aus dem Supermarkt ab, was ebenfalls ein Leichtes ist, wenn man sich dies leisten kann. Dazu hat aber offenbar auch im sozialistischen Musterdorf nicht Jeder Lust und Mittel und so kommt es, dass der Roman immer wieder schreckliche Dinge in den Mülltonnen der Nachbarn entdecken muss.

Wenn Roman Seifert morgens den Müll wegbringt, weiß er direkt, wie gut seine Träume zur Realität passen. Unter den großen Deckeln sieht er, was seine Nachbarn und ihn noch trennt. Nämlich, was diese konsumiert und weggeworfen haben: „Konserven, Plastikverpackungen von Billigfleisch, Bananenschalen.

Roman Seifert inspiziert zwar den Müll seiner Nachbarn und macht sich große Gedanken um deren Konsumverhalten, aber möchte nach eigener Aussage niemandem vorschreiben, wie er zu leben habe. Er pflegt eigentlich nur ein Ideal, das er „SoLaWi“ nennt, was für „Solidarische Landwirtschaft“ steht und im Grunde nichts anderes ist, als das „bewährte“ Modell der Kombinate, Kolchosen und Sowchosen vergangener und mit wehenden Fahnen untergegangener sozialistisch-kommunistischer Systeme. Aber sei´s drum! Was wäre ein Linker ohne seine Utopien, deren Undurchführbarkeit zwar längst mannigfach durch die Realität bewiesen wurde, von denen das Sozialistenherz aber einfach nicht lassen kann?!

Solch „solidarische“ Systeme können im Kleinen gut funktionieren – dort, wo sich die Leute kennen, die Wege kurz und die nötigen Mittel vorhanden sind, diese „Solidarität“ auch zu leben. Würde ich auf dem Land leben, würde ich natürlich Lebensmittel vom Bauern kaufen, dessen Namen ich kenne und der mir persönlich sympathisch ist. Wie bewerkstelligt das aber ein Familienvater, der in der dreißig Kilometer entfernten Stadt wohnt und bei dem es zum Monatsende um 50 Euro hin oder her geht? Wie macht es die alleinerziehende Mutter aus dem Plattenbau? Kommen die zwei-dreimal im Monat gut gelaunt angebraust, womöglich mit dem Lastenfahrrad, um an nachhaltig gelegte Hühnereier zu gelangen, die dreimal so viel kosten, wie diejenigen, die man im Supermarkt nebenan erstehen kann?

Ein weiteres Beispiel der mangelnden Übertragbarkeit linker Ideen auf Millionen ist der Anspruch des Dorfprojektes, „interkulturell“ zu sein. Es leben bereits zwei „Flüchtlingsfamilien“ im Modelldorf auf dem Bühl – weit jenseits des von den Planern angestrebten Migrationsanteils von mindestens 30 Prozent. Doch bereits diese Quote vor Ort ist der angebliche Beweis, dass „Integration“ gelingt und Masseneinwanderung, auch aus den gewaltgewohnten muslimischen Kulturen dieser Welt, nicht das Ende der Inneren Sicherheit bedeutet. Doch wie repräsentativ ist diese Analyse, wenn die Neubürger im Dorf nicht, wie in unzähligen Städten unseres Landes, zu einem nicht zu vernachlässigenden Teil aus mafiösen Araberclans, schwerkriminellen Heranwachsenden und Hardcore-Islamisten bestehen, sondern aus einer alleinerziehenden 29jährigen Mutter von drei Kindern aus Aleppo stammend, die wegen des Krieges in ihrer Heimat das Jura-Studium abbrechen musste? Das Erfolgsgeheimnis dürfte wohl vor allem darin liegen, dass diese „Genossenschaft“ kann, was normalsterbliche Bürger nicht können, nämlich sich die Nachbarn aussuchen! Der Spiegel-Artikel verrät, wie es geht:

Der Bau der ersten 14 Häuser hat neue Interessenten angezogen. Inzwischen gibt es eine Warteliste. »Viele, die jetzt kommen, sehen vor allem, was erreicht wurde und möchten einfach einziehen«, sagt Roman Seifert. »Aber wir suchen Menschen, die größer denken. Die das, was wir angefangen haben, weiterführen. Wir brauchen Leute für den Acker, nicht fürs Wohnzimmer.

Das kleine Arbeiter- und Bauernkombinat ist also nicht, wie behauptet, „offen für Alle“, sondern rekrutiert seine Genossen durch ein Auswahlverfahren, in dem jeder Bewerber wohl erst durchleuchtet wird, auf politische Ansichten, Konsumgewohnheiten und Konfliktpotential, welches sich jeweils danach bemessen lässt, wie weit der Interessent von rot-grünen Ideen entfernt ist.

Schon in der Planungsphase stieß man auf Schwierigkeiten, vor allem mit Leuten, die sich, wenn sie schon Geld in die Hand nehmen, ein wenig Wert auf mehr Individualität legten:

Allein in den ersten beiden Jahren versenkten die Mitglieder der Genossenschaft 250.000 Euro für Änderungen und Sonderwünsche beim Architekten. Hier ein größeres Bad, dort weniger Zwischenwände. Diejenigen, die mehr Geld in die Gemeinschaftskasse zahlten, wollten dafür auch individueller planen.

Es kam, wie es kommen musste und das Projekt des kleinen Sonnenstaates an den Ufern der Elbe lag etwa eineinhalb Jahre auf Eis. Doch alsbald wurde Klarheit geschaffen, indem man tat, was Sozialisten immer tun, wenn sie auf Widerstand stoßen – man wurde autoritär.

Die Gruppe hielt inne – und einigte sich, fortan ohne Extrawünsche auszukommen. Alle Wohnungen gehören der Gemeinschaft. Also sollte auch niemand nur für sich bauen können. Der Preis des demokratischen Zusammenlebens ist heute, dass es für praktisch alles eine Arbeitsgruppe gibt. 25 sind es aktuell. Nicht nur für Finanzen und das interkulturelle Zusammenleben, sondern auch Gartengestaltung, den Wasserverbrauch und Wandbemalungen. Seit zwei Jahren gibt es ein Delegiertensystem, das für mehr Verbindlichkeit sorgen soll. Umgekehrt heißt das auch, dass nicht mehr jede und jeder bei allem mitreden kann.

Ist das nicht herrlich? Ein Konglomerat aus Räten – Entschuldigung – RätInnen schreibt nicht nur die Größe und Ausstattung der Sanitären Anlagen vor, sondern auch wieviel Wasser man braucht, welche Farbe die verschissene Hauswand hat und wie der Garten verdammt nochmal auszusehen hat. Da wird nun von frühpensionierten LehrerInnen jede Blumenzwiebel durchdiskutiert und wehe dem, der eine japanische Krüppelkiefer im Vorgarten möchte – dann kommt ein Veto! Es kann ja schließlich nicht „mehr jede und jeder bei allem mitreden“, wie bereits gesagt, aber ein paar „Delegierte“ reden anstatt dessen bei allem mit und bestimmen dann das Ergebnis! Diese Übergriffigkeit nennt man dann einfach „Verbindlichkeit“, weil sich dieses Wort nicht ganz so brutal anhört, wie Diktatur und Fremdbestimmung, sondern eher konnotiert wird, mit „Verbindung“ schaffen, nicht allein stehen, aufgehoben sein.

Bei solchen Kommunismus-verherrlichenden Artikeln – der vorliegende Spiegel-Artikel, auf den ich mich hier beziehe, ist im Übrigen unterstützt von Melinda und Bill Gates, im Rahmen ihres „Dings“, namens „Projekt Globale Gesellschaft“ – lohnt es sich stets, den Kommentarbereich zu lesen, zumal dieser nicht bereits durchzensiert wurde! Ein Beitrag entzaubert die Spiegel-typische Jubelprosa auf linke Ideen und bringt es auf den Punkt:

Wow, der fleischgewordene Alptraum einiger altlinker Salonkommunisten inkl. Blockwart, der den Abfall durchwühlt, wo eingekauft wird, was gegessen wir und wahrscheinlich auch, was gelesen wird. Dazu dreihundertdrölfzig Arbeitsgruppen und der große Dorfrat, der über den Kopf hinweg bestimmt. So stelle ich mir die Hölle auf Erden vor….

Doch Jeder soll so leben, wie er es möchte, denke ich. Wer sich gerne von einem Pilzzüchter und Friedhofskultur-Literaten und weiteren Wichtigtuern, die offenbar keinerlei andere Sorgen haben, vorgeschrieben bekommen möchte, wie oft mit wieviel Wasserverbrauch geduscht oder gebadet werden darf und welche Pflanzen den Garten zieren dürfen und welche nicht, wer jeden Dreck, bis ins absolut Private hinein mit einer grauhaarigen Entourage, bestehend aus in die Jahre gekommenen Blumenkindern und Wunderheilern bis in die späte Nacht ausdiskutieren möchte, der möge hier selig werden!

Im unmittelbar benachbarten Städtchen Hitzacker gab es Anfangs jedenfalls Bedenken gegen das Wohnprojekt:

Klar sei auch er anfangs misstrauisch gewesen, sagt Mertins (Der Bürgermeister des unmittelbar angrenzenden Städtchens Hitzacker – Einfügung des Autors). Ein ökologisches Bauprojekt von Auswärtigen und Geflüchteten, nun ja, das habe im Ort schon für Ängste gesorgt. Sechs Jahre später müsse er jedoch anerkennen, was geleistet worden sei. Das breite Interesse hat Hitzacker jedenfalls nicht geschadet. Inzwischen wächst der Ort offiziell sogar wieder.

Es ist also alles gut im Wendland an der Elbe und alle haben sich lieb. Allerdings sollte man bei der medialen Darstellung solcher „Experimente“ wesentliche Faktoren nicht unerwähnt lassen und vielleicht erklären, weshalb die Einwohnerzahl von Hitzacker in den vergangenen Jahren schrumpfte! Ein weiterer Leser-Kommentar möge Aufschluss darüber geben:

Die Bewohner haben ihr Grundstück direkt angrenzend an ein schon Jahrzehnte bestehendes Industriegebiet gekauft, und gehen jetzt mit allen Mitteln gegen die Lärmbelästigung von dort vor. Ein Zweigwerk eines großen Konzerns hat schon die Konsequenzen gezogen und ist weggezogen, anstatt vor Ort zu erweitern. Die Gewerbesteuer ist weg, und etliche Leute sind weggezogen und sind ihrem Arbeitgeber gefolgt.

Der Zugewinn an neuen Einwohnern Hitzackers dürfte als im Wesentlichen dem Zuzug ebenjener ganzheitlich-ökologisch orientierten Streithansel geschuldet sein, die als Frührentner, Speisepilzzüchter, Sozialhilfeempfänger und Redakteure einer Friedhofskultur-Zeitschrift nicht auf die Anwesenheit arbeitsplatzschaffender Unternehmer vor Ort angewiesen sind und daher jede Menge Zeit haben, um zu tun, was Linke eben einmal gerne tun – diskutieren, sich im Ringelreih der Spitzfindigkeiten ewig im Kreise drehen und am Ende diktieren, wo´s langgeht.

In diesem Sinne – ich geh mal kurz kotzen.

Euer Alp Mar

[i] https://www.spiegel.de/ausland/hitzacker-dorf-im-wendland-wie-70-junge-alte-und-gefluechtete-ein-dorf-gruendeten-a-55e62584-ff46-4601-99bb-756f6138e0ad?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

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