Neuer Trend: Journalisten beschimpfen, bedrohen & beleidigen

Beleidigungen, Bedrohungen und körperliche Gewalt: „Journalisten werden bei Anti-Corona-Protesten immer häufiger Opfer von Attacken.„, schreibt das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Es gebe da einen Report von Felix Huesmann und Jan Sternberg, der (mutmaßlich?) anschaulich und erschreckend zugleich sei. Huesmann und Sternberg hätten beschrieben, was ihren Kollegen alles widerfährt. Der Deutsche Journalistenverband habe die Bundesregierung deshalb aufgefordert, „härter gegen die Verbreitung von Mord- und Gewaltaufrufen vorzugehen„. Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ spreche von einer „noch nie da gewesenen Dimension“ der Gewalt. Allein für 2021 habe das Europäische Zentrum für Presse- und Medienfreiheit rund 100 Übergriffe dokumentiert. Im Jahr 2020 seien es 69 Übergriffe gewesen, was damals bereits ein Höchststand gewesen sei.

Was das RND nicht schreibt, ist, daß sich die Wut gegen Journalisten vermutlich gar nicht gegen Journalisten richtet, sondern gegen schreibende Aktivisten, die aus verständlichen Gründen darauf bestehen, weiterhin als Journalisten betrachtet zu werden. Das ist bei Lichte besehen ungefähr so, wie bei gewissen Klerikern und Reformpädagogen, die sich als Kinderfreunde bezeichnen und das auch so verstanden haben wollen. Aber sei’s drum. Als besonders fürchterliches Beispiel für „Gewalt gegen sogenannte Journalisten“ nennt das RND ausgerechnet einen verbal bis an die Zähne bewaffneten Nutzer der sozialen Netzwerke, der sich hinter dem Kunstnamen „Johnny Depp“ versteckte, von der Staatsanwaltschaft aber inzwischen mit seinem Klarnamen identifiziert werden konnte. Ein gräßliches Individuum, dieser „Johnny Depp“, so unverblümt, wie er formuliert.

Deutliche Aussprache?

Besagter „Johnny Depp“ habe den journalistischen Mitaktivisten der RND-Kollegen, Herrn Imre Grimm, als „verficktes Nazi-Schwein“ beschimpft, als „systemkonforme Hure„, als „Versagerpussy, die das Schlimmste verdient“ – und Grimm schließlich den Tod gewünscht: „Verrecken Sie bitte, Spasti.“ Jede Wette, daß „Johnny Depps“ Wunsch eines Tages in Erfüllung gehen wird. Jedenfalls hatte das RND, wie es berichtet, Strafanzeige gegen „Johnny Depp“ gestellt und zugleich angekündigt, daß es dies künftig grundsätzlich tun werde, „wenn Kolleginnen und Kollegen beleidigt oder bedroht werden„. Sehr zum Entsetzen des RND geschehe aber bei den Staatsanwaltschaften und der eigens eingerichteten Zentralstelle zur Bekämpfung von Hasskriminalität im Internet bisher „ernüchternd wenig„, und auch im konkreten Fall „Johnny Depp“ unternehme die Staatsanwaltschaft nichts. Das könnte man nun als einen Hinweis darauf verstehen, daß die Staatsanwaltschaften schon nüchtern gewesen sind, als die offenbar Besoffenen beim RND jene Anzeige stellten, anläßlich welcher sie dann selbst „ernüchternd“ feststellten, daß sie erfolglos bleiben würde. Unklar ist bislang immer noch, weshalb sich „Johnny Depp“ auf Imre Grimm verbal „eingeschossen“ hat. Der friedliche Unbedarfte hätte eher damit gerechnet, daß sich „Depps“ verbaler Angriff gegen Sascha Lobo oder Anne Will richten würde. Wer ist Imre Grimm? Und ist er überhaupt beleidigungsfähig? Diese wichtigen Fragen läßt das RND gänzlich unerörtert im Dunkel des Mysteriums.

Während die „Kollegen“ vom RND also ernüchterten, hätten sie ein Schreiben der immer nüchternen Staatsanwaltschaft erhalten, schreiben sie, in welchem dem RND wortwörtlich folgendes mitgeteilt worden sei: „Nach Prüfung des Sachverhalts kann ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung des Beschuldigten nicht angenommen werden„. Es handele sich um einen banalen Nachbarschaftsstreit, jedoch bleibe es dem RND „unbenommen, Privatklage gegen den Beschuldigten zu erheben, falls Sie sich Erfolg davon versprechen.“ So ernüchtert war das RND inzwischen, daß es die Formulierung glatt noch einmal wiederholen musste: „Falls Sie sich Erfolg davon versprechen„. Zwar erfährt man beim RND nicht, ob sich die aktivistischen Kollegen erst wieder aus dem Zustand der Ernüchterung befreien mussten, etwa, indem sie eine weitere Flasche Jack Daniels köpften, aber möglicherweise waren es auch nur die Kopfschmerzen, die dann dazu führten, daß das RND schrieb: „Wir sind erschüttert„. In Aktivistengruppen munkelt man, bei besagtem „Johnny Depp“ könne es sich womöglich um einen Aktivistenkollegen des verbalverletzten Imre Grimm gehandelt haben. Der Nachname von „Johnny“ lasse einen solche Vermutung als nicht ganz unbegründet erscheinen.

Das erschütterte RND jedenfalls, ob nun erneut angeschickert oder auch nüchtern: „Da wird also einem Journalisten wegen der Ausübung seines Berufs und seiner Berichterstattung der Tod gewünscht und die Staatsanwaltschaft zuckt untätig und teilnahmslos die Schultern. Sollte ein freiheitlich-demokratischer Rechtsstaat Journalistinnen und Journalisten zur Sicherung der Pressefreiheit nicht konsequent vor Straftätern schützen, wenn er sicherstellen will, dass die Presse als Institution das Grundrecht der freien Meinungsäußerung unbeeinträchtigt wahrnehmen kann? Es geht auch um mehr als den Fall Grimm, den die Staatsanwaltschaft inzwischen mit Verweis auf eine Formalie endgültig zu den Akten gelegt hat.“ – Ein „Fuck-den-Checker“ pries daraufhin die salomonische Weisheit der Staatsanwaltschaft, indem er anmerkte, „Formalie“ sei die perfekte Begründung für Kläger, die ebenfalls formal als Journalisten gälten, obwohl sie eigentlich Aktivisten seien. Zwar sei es überflüssig gewesen, daß „Johnny Depp“ dem Herrn Imre Grimm den Tod gewünscht habe, weil der unabhängig von „Johnny Depps“ Wunsch ohnehin unausweichlich sei; daß aber das RND von der Presse als einer „Institution“ spreche, der das „Recht auf freie Meinungsäußerung“ zustehe, sei völlig richtig, wie z.B. Udo Ulfkotte in seinem Buch „Gekaufte Journalisten“ vor Jahren bereits nachgewiesen habe. Freie Meinungsäußerung sei schließlich keine billige Angelegenheit, weshalb sie sich die Freunde der freien Meinungsäußerung, Bill Gates etwa, auch gehörig etwas kosten lassen. Allein der „Spiegel“ habe von Gates jüngst erst 2,9 Mio. Dollar zur Stärkung der freien Meinungsäußerung im Rahmen der unabhängigen Pressearbeit erhalten. Auch, daß die Printmedien wie verrückt nach einer Förderung aus Steuergeldern gieren, die von der Regierung beschlossen werden müsste, sei ein starkes Indiz für den unbedingten Willen zur freien Meinungsäußerung. Bill Gates, die Regierung und der Journalistenverband seien sozusagen ein wackeres Kampftrio für das Recht auf freie Meinungsäußerung von – Kompromissformulierung – „Journavisten“ und „Aktilisten“.

Und nun das

Der amerikanische Präsident Brandon … Joe Biden nannte den Journalisten Peter Doocy von „Fox-News“ bei einer Pressekonferenz einen „son of a bitch“ (Hurensohn), wie der „Tagesspiegel“ berichtet. Peter Doocy nerve den Präsidenten und dessen Pressesprecherin Jen Psaki regelmäßig mit unbequemen Nachfragen. Der „Tagesspiegel“: „Doocy nahm Bidens Kommentar mit Humor. In einer Schalte mit seinem Sender kurz nach dem Vorfall sagte ein anderer Fox-News-Kollege spöttisch zu Doocy, er finde, der Präsident habe eigentlich Recht. Doocy entgegnete grinsend: ‚Ja, bis jetzt hat noch niemand einen Faktencheck dazu gemacht und gesagt, dass es nicht stimmt‘.“ Damit wäre die Sache auch geklärt, so offensichtlich ist der Sachverhalt. Es scheint wohl so zu sein, daß den Redakteuren des RND selbst Jack Daniels nicht dabei hilft, eine humorvolle Gelassenheit an den Tag zu legen, wenn sie von einem mutmaßlich nüchternen „Johnny Depp“ mit eindeutig formulierten Betitelungen eingedeckt werden.

Ein Vorschlag zur Güte deshalb: Nachdem die Klage gegen „Johnny Depp“ wegen Beleidigung des „Journavisten“ Imre Grimm unwideruflich abgewiesen worden ist, sollte sich das RND an amerikanische Journalistenverbände wenden und sie auffordern, eine Klage gegen den US-Präsidenten auf den Weg zu bringen, auf daß wenigstens die Honorigkeit ihres „Fox-News“- Kollegen Peter Doocy nicht länger beschmutzt werden darf. Ich bin sicher, daß dieser Vorschlag wieder „ernüchternd“ wirken wird beim RND. Jetzt lachen wir alle einmal recht kräftig und „gemeinsam“. Abschließend darf ich noch den völlig überflüssigen Wunsch äußern, daß die offenbar trinkfreudigen „Aktilisten“ vom RND sterben mögen. Wollen wir wetten, daß mein überflüssiger Wunsch in Erfüllung gehen wird?

Themen

AfD
Entspannen in der Hängematte; Bild: Shutterstock
Brisant
Corona
Corona
Erdingers Absacker; Bild: Collage
Deutschland
International
Islam
Erdingers Absacker; Bild: Collage
Deutschland
Klima
Linke Nummern
Aktuelles
Migration
Erdingers Absacker; Bild: Collage
Deutschland
Ukraine
Wahlkampf
Wirtschaft
Blog via E-Mail abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.