Impfgegner sterben lassen: Patient von Transplantationsliste gestrichen

Transplantation (Bild: shutterstock.com/Dmitry Kalinovsky)
Transplantation (Bild: shutterstock.com/Dmitry Kalinovsky)

Weil er eine vom Krankenhaus verlangte Corona-Impfung verweigerte, wurde ein Amerikaner, der wegen einer angeborenen Erkrankung auf ein Spenderherz wartet, nun von der Organspendeliste gestrichen. 

Der amerikanischer Herzpatient DJ Ferguson ist von der Transplantationsliste gestrichen worden, weil er die Corona-Impfung verweigerte. Wie der Sender CBS berichtet wurde der an einer angeborenen Herzerkrankung leidende Mann Ende November in das Brigham and Women’s Hospital in Boston (Massachusetts) gebracht. Da das Herz des Einunddreißigjährigen nicht mehr selbstständig arbeitet, setzte das Krankenhaus ihn auf die Liste für Transplantationen. Neben einem Verzicht auf Tabak und Alkohol sowie weiteren Voraussetzungen zu Alter und Vorerkrankungen verlangt das Krankenhaus jedoch vor dem Eingriff inzwischen pauschal Impfungen gegen das Coronavirus.

Politische Verweigerungshaltung und selbst bestimmte Entscheidungen müssen aber auch in den Vereinigten Staaten ihren Preis haben. In diesem Fall einen mutmaßlich tödlichen. Denn: Nachdem Ferguson die verlangte Corona-Impfung verweigerte, strich das Brigham and Women’s Hospital ihn jetzt aber wieder von der Liste.

Der Medizinethiker Arthur Caplan von der New York University rechtfertigte dieses „Todesurteil“ gegenüber dem Sender CBS: „Spenderorgane sind rar. Wir können sie daher nicht jemandem geben, der nur eine geringe Überlebenschance hat“. Das erhöhte Myokarditis-Risiko, bei der Corona-Impfung scheint jedoch bei der Herztransplantation keinerlei Rolle zu spielen.

Seine Familie erklärte gegenüber CBS, dass er auf der Warteliste bereits weit oben stand, um eine Transplantation zu erhalten. Fergusons Ehefrau Heather Dawson, die Mutter seiner beiden Kinder, überlegt nun, den Herzpatienten in ein anderes Krankenhaus verlegen zu lassen, wo er auch ohne Zwangsimpfung eine Transplantation bekommt. Vorerst sei ihr Ehemann aber zu schwach für den Transport.

„Ich denke, mein Junge kämpft verdammt mutig und er hat Integrität und Prinzipien, an die er wirklich glaubt. Das bringt mich dazu, ihn umso mehr zu respektieren“, sagte sein Vater. „Es ist sein Körper. Es ist seine Wahl.“ (SB)