Herr Drosten, entschuldigen Sie sich und sagen uns die Wahrheit

Anstatt sich zu entschuldigen, verstrickt sich Dr. Christian Drosten immer weiter in Unwahrheiten. In einem weichgespülten Interview mit der SZ behauptet Drosten, keine Ahnung von gefährlicher »Gain of Function« Forschung am Wuhan Labor gehabt zu haben. Dabei war Drosten 2017 Redakteur bei einer der wichtigsten solchen Arbeiten.

»Publizierte Projektberichte würden zeigen, dass ‚in Wuhan durchaus Sachen gemacht wurden, die man als gefährlich bezeichnen könnte‘,« so Drosten zur SZ. »Das hätte echt nicht sein müssen. Aber dabei hätte nicht das Sars-CoV-2-Virus herauskommen können«, zitiert die WELT das SZ-Interview vom Dienstag (Paywall).

Drosten bestreitet, von gefährlicher »Gain of Function« Forschung gewusst zu haben: »Zugleich kritisierte Drosten Vertreter seiner Zunft dafür, die Öffentlichkeit nicht frühzeitig über die Experimente in Wuhan informiert zu haben. ‚Vor allem wussten ja einige Leute in den USA von diesen Versuchen. Man hätte schon am Anfang, als diese öffentlichen Vorwürfe kamen, offensiv und proaktiv kommunizieren müssen, was dort im Labor gemacht wurde‘,« so die WELT.

Dabei war Drosten 2017 selbst Redakteur einer der wichtigsten Studien der »Fledermausfrau« Dr. Shi Zhengli: »Discovery of a Rich Gene Pool of Bat SARS-Related Corona Viruses« von Shi, Peter Daszak vom Eco Health Alliance und anderen, in »Nature Medicine«.

Bei der Studie ging es um die 5-jährige Arbeit von Shi Zhengli an Coronavirenproben aus einer Fledermaushöhle in der Provinz Yunnan, die von vielen heute als Ursprung der Corona-Pandemie vermutet wird. Die Studie wurde vom NIAID von Dr. Anthony Fauci finanziert.

Diese 5-jährige Arbeit wird heute als wichtiger Beleg für die »Gain of Function« Forschung am Wuhan-Institut und für deren Finanzierung durch die US-Regierung gesehen.

Laut Dr. Richard Ebright von Rutgers U. handelt es sich bei dieser Studie eindeutig um »Gain of Function« Forschung, nämlich die Herbeiführung vermehrter Ansteckungsfähigkeit und Erzeugung eines »potenziell pandemischen Pathogens«.

Zwischen 2015 und 2019 erhielt das Wuhan-Institut 219 010 € von der EU über das Europäische Virusarchiv EVAg, das von Drosten mitbegründet wurde.

Freie Welt hat am 12.1.2022 an Dr. Christian Drosten geschrieben um zu fragen, wie er seine Tätigkeit als Redakteur dieser Studie heute sieht. Eine Antwort steht noch aus.

In dem SZ-Interview behauptet Drosten außerdem, »Man kann in allen öffentlichen Äußerungen von mir sehen, dass ich immer offen war für beide Möglichkeiten,« also einen natürlichen oder menschengemachten Ursprung von SARS-Cov2.

Dabei dreht sich die aktuelle Diskussion in Sachen #Drostengate gerade um den »Lancet« Artikel vom 19.2.2020, in dem Drosten und Kollegen den Laborursprung eine »Verschwörungstheorie« nannten.

»Es ist schwierig für einen aktiven Wissenschaftler in der Virologie zu sagen, dass ein Nobelpreisträger im Fach Virologie (gemeint ist Prof. Luc Montagnier) Unsinn verbreitet«, so Drosten in seinem NDR-Podcast vom 13.5.2020, »aber das ist kompletter Unsinn… Dieses Thema ist einfach erledigt, auch wenn ein im Ruhestand befindlicher Nobelpreisträger in einer Talkshow darüber redet.«

Prof. Roland Wiesendanger und 19 weitere Kollegen haben zur Olympia-Eröfffnung eine Liste von Forderungen an die chinesische Regierung und die internationale Gemeinschaft veröffentlicht, um die Herkunft der Corona-Pandemie aufzuklären.

Anstatt sich immer weiter in Unwahrheiten zu verstricken, ist es Zeit für Christian Drosten, sich bei Wiesendanger, Montagnier, Ebright und Kollegen zu entschuldigen und seinen vollständigen Schriftverkehr mit dem Wuhan Institut, dem NIAID und der EcoHealth Alliance offenzulegen.

 

Zuerst veröffentlicht auf Freie Welt.

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