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Omikron-Entdeckerin erhebt schwere Vorwürfe: Ich sollte über den leichten Verlauf schweigen

Die südafrikanische Ärztin Angelique Coetzee stieß als Erste auf die Omikron-Variante des Coronavirus bei ihren Patienten, gab Entwarnung und sprach von einem milden Verlauf. Zum Ärger europäischer Regierungen. Sie sei massiv von ihnen unter Druck gesetzt worden, ihre Aussage zurückzunehmen. Doch sie weigerte sich. Sie erhebt auch gegen „die Wissenschaft“ schwere Vorwürfe. Hier müsse aufgearbeitet werden, wer Verbindungen zur Pharmaindustrie habe und seine eigenen Interessen verfolge.

Regierungen hätten der aufkommenden milden Omicron-Variante weltweit überreagiert. Man habe nicht auf die Ärzte gehört, die den direkten Kontakt zu den Patienten haben, sondern auf „die Wissenschaft“, die weiterhin darauf bestand, es mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung zu tun zu haben, erklärt die südafrikanische Gesundheitsexpertin in Interviews mit der Welt, der MailOnline und Servus-TV. Europäische Regierungen hätten auf sie Druck ausgeübt, in ihrem Sinne weiter von einer „schweren Erkrankung“ zu sprechen: „Mir wurde gesagt, ich solle öffentlich nicht erklären, dass es eine milde Erkrankung sei. Ich wurde gebeten, von derartigen Äußerungen Abstand zu nehmen und zu sagen, es sei eine ernste Erkrankung. Das habe ich abgelehnt“, so die 62-jährige Medizinerin.

Sie sei Klinikerin und dem Krankheitsbild zufolge bestehen keine Anzeichen für eine schwere Erkrankung. Der Verlauf sei überwiegend mild, so Coetzee. Die WHO-Definition einer leichten Erkrankung sei eindeutig: „Patienten können zu Hause behandelt werden, und eine Versorgung mit Sauerstoff oder Hospitalisierung ist nicht erforderlich. Eine schwere Erkrankung ist eine, in deren Verlauf wir akute Lungen-Atemwegsinfektionen sehen: Die Menschen brauchen Sauerstoff, vielleicht sogar eine künstliche Beatmung. Das haben wir bei Delta gesehen – aber nicht bei Omikron“. Diese Entdeckung habe offenbar so manchem Politiker und Wissenschaftler nicht gepasst: „In den Niederlanden, in Großbritannien fragten Wissenschaftler: „Wie können Sie erklären, dass es eine milde Erkrankung ist? Es ist eine schwere Erkrankung. Schauen Sie sich die Mutationen an.“ Meine Berichte haben sie aus der Spur gebracht. Dabei muss man sich in einer Pandemie nun mal auch ansehen, was an der Basis passiert. Bei den Hausärzten, die täglich Erkrankte behandeln, muss nachgefragt werden, was sie erleben, wie sich das Krankheitsbild darstellt“, findet Coetzee.

Es sei viel falsch gemacht worden, so das Fazit der Medizinerin. Viele Regelungen hätten keinen Einfluß auf das Geschehen. Im Gegensatz zu Abstand und Masken seine Maßnahmen, wie Grenzschließungen sinnlos, weil sich ein Virus dadurch nicht aufhalten lasse. Es sei Zeit, den gesunden Menschenverstand einzusetzen: „Wir müssen impfen, aber wir können uns nicht aus einer Pandemie herausimpfen,“ meint Coetzee in dem Welt-Interview. Jetzt müsse man lernen, mit den Varianten zu leben.

Für Coetzee wurde in der ganzen Zeit viel zu wenig auf die Ärzte gehört und viel zu viel auf „die Wissenschaft“: „Wie viele Ärzte, die wirklich nah an den Patienten dran sind, wurden bei Ihnen nach ihrer Meinung gefragt? Immer zählt die Meinung des Wissenschaftlers oder der Professorin, die nie mit einem Patienten in Berührung kommen. Niemand fragt, was an der Basis passiert“, fragt sie unverhohlen und fordert eine umfangreiche Aufarbeitung bezüglich der Wissenschaftler und ihrer Verbindung zu Pharmaindustrie. Die Wissenschaftler hätten nicht unbedingt das Wohl der Menschen im Sinn, sondern würden durchaus ihre eigene Agenda verfolgen, so Coetzee: „Man muss sichergehen, dass sämtliche Wissenschaftler erklären, ob sie Verbindungen zu Pharmaunternehmen haben und ob sie finanziell belohnt werden, wenn sie bestimmte Produkte fördern. Man muss wissen, welche Interessen sie verfolgen“, fordert sie. (MS)

 

 

 

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