Nicole Höchst MdB; Bild: Nicole Höchst

Höchst brisant: Whataboutpussyism, der Sargnagel Regenbogendeutschlands

Zurück zum gleichberechtigten Miteinander der Geschlechter in einer allgemein bereichernden und toleranten Leistungsgesellschaft! / von Nicole Höchst

Es braucht dringend eine Frauenquote für Vorstandsgeschäftsessen. Und wenn wir schon dabei sind, natürlich für Geschäftsessen allgemein. „Wie kann das sein”, fragt sich die ideologisch völlig durchgepeitschte Feministin, „dass bei solchen Gelegenheiten, wo Macht demonstriert wird, nicht eine einzige Frau dabei, sichtbar und abgebildet ist?” Zero. Zilch. Nada. Nicht einmal ein als Frau verkleideter Mann ist dort auszumachen. Im Bundestag hatte just dieser Tage, anlässlich des nahenden Weltfrauentages, die AfD-Politikerin Beatrix von Storch darauf aufmerksam gemacht, dass der biologisch und juristisch als männlich zu verortende Markus Ganserer ein Mann ist und dennoch auf dem Frauenquoten-Ticket in den Bundestag kam (ihre angeblich „beleidigende”, in Wahrheit sachliche und völlig zutreffende Rede findet sich hier).

Nach ihrer Rede schlug das Empörium zurück – angeführt von der Grünen-Co-Fraktionsvorsitzenden Britta Haßelmann -, das von Storch mit den verbalen Protonentorpedos „homophob”, „menschenverachtend” und so weiter belegte, was natürlich vollkommener Quatsch ist, wenn man die weiterhin gültigen biologischen und juristischen Definitionen von „Mann” und „Frau” zugrundelegt. Die Totschlag-Etiketten „Hass” und „gruppenbezogene Menschenverachtung” bemüht man sich ja immer dann aufzukleben, wenn man keine Argumente mehr hat; hier fehlte eigentlich nur noch die Nazi-Keule. Das Schlimmste: Alle Fraktionen im Bundestag, außer der Alternative für Deutschland, klatschten wie wild und unterstützen die einzige reale Hassrednerin Haßelmann. Alle anderen Fraktionen finden es also richtig, dass ein biologischer und juristischer Mann über einen Frauenquotenplatz in den Bundestag einzieht – und dass Frau Haßelmann eine völlig sachliche Darlegung der Problematik alleine auf der emotional Ebene, und das noch in unterirdischer Unsachlichkeit, zu kontern versucht.

Widersinnige Frauenquoten-Kapriolen

Peinlich. Sehr peinlich. Denn wenn man sich schon über gängige Definitionen hinwegsetzen möchte, braucht es einen klaren Gegenentwurf. Jedoch -Fehlanzeige, wie auch „Cicero” schreibt: „Wenn die Ampel und er (Herr Ganserer) also meinen, er sei eine Frau, müssen sie den Begriff wohl anders meinen. Aber wie? Sie wissen es selbst nicht. Die ‚Zeit‘-Journalistin Mariam Lau stellte kürzlich fest, dass auf ihre an Ganserer gerichtete Frage hin, was denn nun eigentlich eine Frau sei, ‚die Atmosphäre etwas eisig‘ wurde.” Die Grünen mit ihrer „Selbstbestimmungsregel” offenbaren hier einmal mehr, wie undurchdacht und widersinnig die von ihnen vollführten Frauenquoten-Kapriolen in Tat und Wahrheit sind, wenn sich ein Mann in einer virvolte einen solchen Platz lediglich dadurch sichern kann, indem er proklamiert, sich als Frau zu fühlen, und sich dazu einfach eine Langhaarperücke, ein Kleid und hohe Schuhe anzieht. „Emma” geht in der Verbildlichung dieser Absurdität sogar noch ein bisschen weiter, siehe hier.

Möglich ist dieses Schmierentheater bei den Grünen deshalb, weil diese Partei in ihrem „Frauenstatut” erklärt: „Von dem Begriff ‚Frauen‘ werden alle erfasst, die sich selbst so definieren.” Heißt also: Ein kluger Mann, der etwa auf ein Amt oder einen Listenplatz spechtet, gönnt sich einen leichten Touch von eigener Vagina – und schon sticht im alltäglichen Quotenpoker sein Transgenderbonus den Frauenbonus. Und zack! verschwinden sogar die echten Frauen wieder in der Versenkung, treten zurück hinter der „Frau Plus” – wobei noch zu klären wäre, ob das „Plus” hier ein Plus an Penis bedeutet  oder einfach nur den Transgenderbonus. „Etwas mehr Vulva wagen” ist ganz offensichtlich in weiten Teilen der dunkelroten, roten, gelben und grünroten Parteienlandschaft und deren ideologischen Vordenkerorganisationen ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg ins regenbogenbunte Pseudo-Matriarchat.

Das kann man schon alleine daran erkennen, dass nicht annährend das gleiche Gewese gemacht wird über die vielen Transgender, die als Mann im Körper einer Frau geboren wurden. Denn diese unterstützen auf ganz perfide Art und Weise ja das Patriarchat, und DAS kann beim besten Willen keine angewiderte Feministin auch nur am Rande nachvollziehen, die es natürlich mitnichten attraktiv findet, ihren machtsicherndsten Körperteil, ihre Pussy, gegen das einzutauschen, was sie ja in allen Ausprägungen bekämpft: Den Phallus. Geriet Markus Ganserer womöglich deswegen ins Visier der Feministinnen – Weil er die „Vorteile” aus beiden Welten für sich reklamieren möchte?
Ein Penis ist nicht per se ein männliches Sexualorgan”, erklärte der/die Grünen-„Politiker*In” diesbezüglich gegenüber der „taz”.

Mehr Vulva wagen

Darauf muss man eigentlich nicht näher eingehen – denn natürlich ist ein Penis ein männliches Geschlechtsorgan. Was auch sonst?!?? Es mag Herrn Ganserer aus persönlichen Gründen wichtig sein, dies anders zu sehen und seine Identität neu zu definieren, und das ist auch genauso zu respektieren. Nicht zu respektieren ist jedoch, wenn er sich sozusagen hauptberuflich mit klischeehaften weiblichen Attributen ausstattet, um sein Mandat auszuüben, ohne sich wenigstens juristisch auf sicheres Terrain zu begeben – also den Erfordernissen des Personenstandsgesetzes Genüge zu tun. Er ist weiterhin auch juristisch ein Mann auf einem Quotenplatz für Frauen. Ich bin zwar mit aller Vehemenz gegen Quoten, für egal wen, weil mir individuelle Qualifikation, Leistung und Motivation viel wichtiger sind – aber wenn es schon eine Frauenquote gibt (die ich ablehne!), dann ist es doch sehr unredlich, einen Quotenplatz mit einem Mann zu besetzen. Und noch eine weitere Überlegung muss bei dieser Farce unbedingt eine Rolle spielen: Wie kann es eigentlich sein, dass Markus Ganserer im Deutschen Bundestag als Frau geführt wird, obwohl er de jure ein Mann ist?

Über die dauerhafte Zementierung und politische Förderung dieses immer weiter galoppierenden Wahnsinns schreibt die „Emma” sehr richtig: „Grüne und Liberale wollen folgende Punkte festschreiben: 1. Das Geschlecht als reinen ‚Sprechakt‘. Dabei wird der Körper, das biologische Geschlecht (sex), irrelevant, es zählt ausschließlich die Selbstdefinition (gender). 2. Das ‚Recht auf die Durchführung medizinischer Maßnahmen zur Modifizierung des eigenen Körpers‘, sprich: den quasi schrankenlosen Zugang zu irreversiblen, geschlechtsverändernden Operationen ab 14 Jahren. Was die schon jetzt exorbitant angestiegene Zahl von – überwiegend weiblichen – Jugendlichen, die via Hormone und Chirurgie ‚transitionieren‘, noch weiter in die Höhe schnellen lassen dürfte.
An dem ‚Recht‘ Minderjähriger auf Hormonbehandlungen und Genital-OPs wird auch andernorts kräftig gearbeitet. Gerade werden die medizinischen Leitlinien für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit ‚Geschlechtsdysphorie‘ überarbeitet. Das bisher geltende – rechtlich ohnehin nicht bindende – standesrechtliche Verbot von Genital-OPs vor dem 18. Lebensjahr soll ganz fallen.

Und natürlich soll die Solidargemeinschaft dieses beliebige Hin- und Zurücktransitionieren mit ihren Krankenkassenbeiträgen bezahlen. Dabei halte ich derartige Vorstöße vor allem in Bezug auf Jugendliche in der Pubertät für ein Verbrechen. Warum sollen junge Menschen, die mit ihrem pubertierenden Ich und ihrem Platz in der Gesellschaft naturgemäß noch fremdeln, plötzlich alle mit „Genderdysphoria” behaftet sein? Schon jetzt gründen sich die ersten Selbsthilfegruppen von „Detransitionierten”, deren „normales” Leben irreversibel zerstört wurde und die nun zeitlebens damit klarkommen müssen – physisch wie psychisch -, dass sie in viel zu jungen Jahren, oft auf falsche Beratung und verantwortungslose Ertüchtigung z.B. grüner Politiker hin, selbstverstümmelnde Entscheidungen getroffen haben. Ihre Zahl wird bald rapide steigen, denn geplante Gesetz wird noch vielen Kindern und Jugendlichen zum Verhängnis werden, die dieser Regenbogenpropaganda bereits in der Kita ausgesetzt sind. Eigentlich müssten Elternverbände, Jugendschutz und Mediziner dagegen Sturm laufen; doch es regt sich kein laues Lüftchen.

Naives und simples Weltbild

Aber zurück zum Motivationstoß für meine heutige Kolumne: Konkret lieferte meinen persönlichen „Stein des Anstoßes” die gerade begonnene Münchner Sicherheitskonferenz, wo nur Männer und keine einzige Frau am Tisch saßen und die darauf erwartbaren folgenden „Skandal!”- Rufe nicht lange auf sich warten ließen. Losgetreten wurde die leidige Debatte diesmal von Michael Bröcker, dem Chefredakteur von „The Pioneer„, der das zugehörige Foto selbst geschossen und am Samstag auf Twitter verbreitet hatte. Und wie von Pawlow’schen Reflex beseelt twitterte sogleich der Leuchturm der Quotenfrauen, die SPD-Politikerin Sawsan Chebli, brav dazu: „Dieses Bild ist wie aus einer anderen Welt. Es ist aber keine andere Welt. Es ist Realität im Jahr 2022. So sieht das CEO Lunch auf der #MSC2022 aus. Hier ist Macht und hier fehlen Frauen. Wir haben noch sehr viel zu tun.”

Welch ein naives, simples Weltbild! Man füge einer Runde einfach ein paar Frauen hinzu –  und sofort wird alles besser. Wirklich? Da muss doch die Frage erlaubt sein, warum dort eigentlich so wenige Frauen vertreten sind. Wirklich, weil sie von Männern aggressiv ferngehalten werden? Von wegen. Es soll doch tatsächlich Branchen und Kontexte geben, zu denen sich Frauen einfach deutlich weniger hingezogen fühlen – und ich denke, dass das auch unbedingt zu respektieren ist. Wo soll es bitte hinführen, wenn man überall dort Quoten installiert, wo es eigentlich so gut wie gar keine weiblichen Aspirantinnen gibt – bloß damit auch Frauen „Macht haben”, „sichtbar sind” und so fort? Heißt die Devise also „Lieber eine ungeeignete Frau als gar keine”? Denn genau darauf läuft es in einem solchen Fall ja letztlich hinaus. Welch eine Schmach für alle Frauen, die ihrer Berufung gefolgt sind, sich qualifiziert und im Wettbewerb durchgesetzt haben, wenn sie sich als Folge solcher arithmetischer Zwangsgleichheit ständig der Unterstellung ausgesetzt sehen, eine Quotenfrau zu sein! Verfechterinnen solcher Regelungen können eigentlich nur diejenigen sein, die mangels Eignung oder eigenem Durchsetzungsvermögen ohne Quote selbst niemals in solche Positionen gelangen könnten, aber unbedingt etwas von deren Glanz und der Glorienschein abhaben wollen. Sie leisten den wirklich emanzipierten, selbstbestimmten Frauen in Wahrheit einen Bärendienst.

„Reductio ad pussy“

Aber sie leisten auch unserem Land und unserer Gesellschaft einen Bärendienst – mit einem zunehmend aufdringlichen Pussyism, der Inhabern dieses Geschlechtsteils gesellschaftlich Rang und Würden zusichert, obwohl diese Leute in Wahrheit zum Teil sicher „How-to…”-Videos auf Instagram benötigen, um die eigenen Füße zu finden. Ich jedenfalls schäme mich – in aller Öffentlichkeit und in ebenso großer Deutlichkeit – ausdrücklich dafür, dass das scheinbar Wichtigste, was diese Personen an allen „Amiga-Stellen” der Macht nun vorantreibt, der sprachliche Sichtbarkeitszauber ihres Geschlechtsteils ist. Sie haben in einem jahrzehntelangen Kraftakt den Whataboutpussyism, das Gendern geboren. Und dieser Whataboutpussyism beschreibt – analog zum Whataboutism – das Bestreben, durch Gendern in jedem einzelnen Sprechakt das weibliche Genital zum alleinigen Qualitätsmerkmal einer Aussage zu befördern. Genau so, wie eben die bloße Anwesenheit von Frauen zum Qualitätsmerkmal von Vorständen erklärt wird

Für mich als Frau ist das besonders schlimm, da ich mich so permenant auf meine Geschlechtsteile reduziert fühle. Ich dachte eigentlich, diese Art Sexismus hätten wir erfolgreich hinter uns gelassen… doch das ständige Überbetonen meiner Weiblichkeit in Anreden, Titeln und Referenzen fühlt sich immer mehr so an, als würden diese meine rein körperlichen Attribute unablässig an die Öffentlichkeit gezerrt und verbal genüsslich „durchgekaut” werden. Dabei ist das Geschlecht doch nun wirklich nicht das einzige Persönlichkeitsmerkmal eines Menschen; aber es wird eben alles andere durch das Geschlecht verdrängt. Pussy, Pussy über alles.

Jeder gegen Jeden

Eigentlich ist es absurd, dass ausgerechnet die (mangels Masse und Kampfkraft) mittels Quoten etablierte „Gleichstellung”, die in Wahrheit die Vorherrschaft der Frauen befördern soll, nunmehr ausgerechnet enschen mit Penis – also qua Definition: Männern – Zutritt zu den hart erkämpften Frauenprivilegien verschafft. Offensichtlich hat niemand von den „Selbstbestimmung-durch-Sprechakt”-Vertretern diese wirre Idee einmal konsequent durchdekliniert und zu Ende gedacht. Denn ganz offensichtlich – und äußerst vorhersehbar –  verkehren sich hier die hochgelobten Chancen für Frauen in ihr genaues Gegenteil, wenn plötzlich alles und jeder durch bloßen Sprechakt zur Frau werden kann. Diese Realsatire steht übrigens sinnbildlich für die vielen anderen Gebiete, wo sich die linksgrüne Ideologie der selbsternannten Progressivisten selbst ins Knie schießt – weil ihre Ideen sich in der Wirkung stets ins Gegenteil verkehren. Das scheinen gewisse Parteien und deren Vordenker mit ihren metaphorischen Pussyheads einfach nicht zu begreifen.

Böse gefragt: Liegt das am Quotenfrauenanteil? Und nein, dieser potenzielle Mangel wird nicht durch einen Transgenderbonus-Inhaber zwangsläufig ausgeglichen, der auch immer im Verdacht steht, dass sein plakatives „Pussy-Signaling” die einzige Qualifikation ist, die er mitbringt. So geht Gesellschaftszersetzung*innen: Letztlich Jeder gegen Jeden – aber gewinnen müssen am Ende die Frauen, sonst ist es ja unfair. Zwinkerauge.

Genug echauffiert! Ich ziehe mir jetzt die Kochschürze an und gehe in die Küche, für meine Familie kochen. Das mache ich nämlich sehr gerne, und manche sagen, ich mache das sogar sehr gut. Ich freue mich auf das Abendessen am großen Tisch und das Zusammensein mit meinen Kindern, in einer intakten und glücklichen Familie. Leider fehlen meine Eltern heute, denn es ist immer mein größtes Glück, alle Generationen gemeinsam am Tisch versammelt zu haben. Und morgen stehe ich wieder im politischen Alltag meinen Mann. Ganz ohne faulen Quotenzauber.

 

 

Zur Person:

Nicole Höchst, Jahrgang 1970, ist AfD-Bundestagsabgeordnete aus Rheinland-Pfalz. Sie trat 2015 in die AfD ein und ist seit 2017 Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis 201 (Bad Kreuznach/Birkenfeld). Dort ist sie unter anderem als ordentliches Mitglied und Obfrau des Bildungsausschusses und als Sprecherin der AfD-Fraktion für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung tätig. Ferner ist sie stellvertretendes Mitglied in den Ausschüssen für Familie, Senioren und Jugend sowie für Digitales. Höchst ist desweiteren Delegierte des Deutschen Bundestages in den Europarat für die AfD-Fraktion und stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Desiderius-Erasmus-Stiftung.

Bis 2012 unterrichtete sie als Studienrätin am Staatlichen Speyer-Kolleg, anschließend war sie bis Oktober 2017 Referentin am Pädagogischen Landesinstitut (vormals IFB). Höchst war 2015 Mitglied der AfD-Bundesprogrammkommission und ist stellvertretende Vorsitzende des AfD-Kreisverbands Speyer. Sie ist katholisch, hat vier Kinder und lebt mit ihrer Familie in Speyer, wo sie auch Stadträtin ist.

Auf jouwatch veröffentlicht Nicole Höchst alle 14 Tage die kritische Kolumne „Höchst brisant“ zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen. Unter demselben Titel veröffentlicht sie in unregelmäßigen Abständen Videobeiträge auf ihrem YouTube-Kanal.

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