Impfnebenwirkungen niederknüppeln: Ärztebund kritisiert „Schwurbel-BKK“

Es wird immer irrer: Nachdem das BKK mitteilte, dass es nach ihren Daten „sehr erhebliche Untererfassung von Verdachtsfällen für Impfnebenwirkungen nach einer Corona-Impfung gibt“, knüppelt der VirchowBund, ein mächtiger Lobbyverband der niedergelassenen, impfwütigen Ärzte, die Warnung des BKK als „undifferenzierte Schwurbelei mit falschen Zahlen“ nieder.

Die Krankenkasse BKK hat Millionen Versicherten-Daten ausgewertet und kam zu dem Ergebnis: Die angegebenen Fallzahlen des Paul-Ehrlich-Instituts zu Impffolgen sind viel zu niedrig. Gefahr für das Leben von Menschen könne ausgeschlossen werden. Nach Angaben der BKK ProVita liegt die Zahl der Nebenwirkungen um ein Vielfaches höher als die, die durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) offiziell bekannt gegeben werden. In einem Brief an das Bundesinstitut, adressiert an Prof. Dr. Klaus Cichutek, den Präsidenten des Paul-Ehrlich-Institut, heißt es (gesamter Wortlaut des Briefes am Endes dieses Artikels): „In unseren Augen liegt eine erhebliche Untererfassung der Impfnebenwirkungen vor“. Der Vorstand der BKK ProVita, Andreas Schöfbeck, sagte gegenüber der „Welt“: „Gemäß unserer Berechnungen halten wir 400.000 Arztbesuche unserer Versicherten wegen Impfkomplikationen bis zum heutigen Tag für realistisch.“ Das PEI nannte für das Jahr 2021 244.576 Verdachtsfälle für Impfnebenwirkungen mit dem Corona-Impfstoff.

Nun hat sich der Virchowbund, der mächtige Lobby-Verein der niedergelassenen Ärzte – unzählige Angehörige dieser Berufsgruppe haben sich durch die Verimpfung unausgetesteter Corona-Vakzine eine goldene Nase verdient – zu Wort gemeldet und versucht nun, den Vorwurf des BKK maximal zu diskreditieren und in die Fake-News-Ecke zu drängen.

Die BKK ProVita würde laut dem Virchowbund „zwei völlig unterschiedliche Dinge vermischen“. So zähle die Kasse wirklich jede Nebenwirkung. Also auch eine leichte Schwellung an der Einstichstelle oder erhöhte Temperatur durch die „Immunantwort“. Beim PEI würden aber nur Fälle landen, bei denen der Verdacht auf „über das übliche Maß hinausgehende“ Nebenwirkungen bestehe. Von einer „Gefahr für Leib und Leben wie es die Kasse ausdrückt, kann dabei also keine Reden sein“, so der Virchowbund-Funktionär, der somit unterstellt. Tatsache ist jedoch, dass kaum jemand wegen einer „Schwellung der Einstichstelle“  zum Arzt geht, sondern mit inneren Blutungen und Thrombosen im Krankenhaus nach dem Pieks gelandet sind und somit erfasst wurden.

Dirk Heinrich, Vorsitzende des Virchowbundes, holt aus und drischt mit entlarvender Diffamierungszuweisungen auf die BKK ein: „Diese undifferenzierte Schwurbelei passt aber ganz offensichtlich in das Markenimage der Kasse, die mit Homöopathie und Osteopathie als Satzungsleistungen wirbt und sich selbst als ,veggiefreundlichste Krankenkasse‘ tituliert. Offenbar will man vor allem Werbung in der impfkritischen Klientel machen.“ Das BKK sei nach Heinrichs Ansicht ein „Fall für die Aufsicht“.

Im Internet – so im Facebook-Kommentarbereich von „Dr. Dirk Heinrich“ wir indes immer deutlicher, was die Corona-Bürger zunehmende erkennen:

„Ihr Ärzte habt einfach nur fett abkassiert in der Pandemie. Euch traut niemand mehr. Ich sehe zu, dass ich keinen Arzt mehr brauche und kein Krankenhaus.“

„Mit ihrer Aussage machen Sie sich als Arzt genauso lächerlich wie mit Ihrem Profilbild 🤦‍♂️. Ich frage mich wirklich aus welchen Löchern diese „Ärzte“ gekrochen sind-unfassbar“

„Mtl. Brutto-Einkommen eines Impfarztes: 250.000 €. Pro Spritze erhält ein Impfarzt 28€ am Wochentag u 36€ am WE. Wer diese Doko gesehen hat, weiß spät. jetzt, warum so wenig Nebenwirkungen gemeldet werden u warum die meisten Ärzte pro-Impfung sind!“

„Eine codierte Nebenwirkung setzt zwingend einen Arztbesuch voraus. Die Aufklärung über harmlose, milde Impfreaktionen erfolgt jedoch umfänglich. Warum also suggerieren Sie, dass diese Fälle überwiegend milde Impfreaktionen sind? „

„Ihre Ausdrucksweise macht Sie nicht vertrauenswürdiger, ganz im Gegenteil. Ihr „Schwurbel“ wirkt wie ein Reflex. Sehr merkwürdig.“

„Warum werden dann in Nachbarländern 10 -18 mal mehr NW gemeldet, z.B. in Holland? Machen Sie sich nicht lächerlich, Sie sind Teil des Netzwerks der Profiteure.“

Der Brief im Wortlaut:

„Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Cichutek, das Paul Ehrlich Institut hat mittels Pressemitteilung bekannt gegeben, dass für das Kalenderjahr 2021 244.576 Verdachtsfälle für Impfnebenwirkungen nach Corona Impfung gemeldet wurden. Die unserem Haus vorliegenden Daten geben uns Grund zu der Annahme, dass es eine sehr erhebliche Untererfassung von Verdachtsfällen für Impfnebenwirkungen nach Corona Impfung gibt. Dazu füge ich meinem Schreiben eine Auswertung bei.

Datengrundlage für unsere Auswertung sind die Abrechnungsdaten der Ärzte. Unsere Stichprobe erfolgt aus dem anonymisierten Datenbestand der Betriebskrankenkassen. Die Stichprobe umfasst 10.937.716 Versicherte. Uns liegen bisher die Abrechnungsdaten der Ärzte für das erste Halbjahr 2021 und circa zur Hälfte für das dritte Quartal 2021 vor. Unsere Abfrage beinhaltet die gültigen ICD-Codes für Impfnebenwirkungen. Diese Auswertung hat ergeben, obwohl uns noch nicht die kompletten Daten für 2021 vorliegen, dass wir anhand der vorliegenden Zahlen jetzt schon von 216.695 behandelten Fällen von Impfnebenwirkungen nach Corona Impfung aus dieser Stichprobe ausgehen.

Wenn diese Zahlen auf das Gesamtjahr und auf die Bevölkerung in Deutschland hochgerechnet werden, sind vermutlich 2,5-3 Millionen Menschen in Deutschland wegen Impfnebenwirkungen nach Corona Impfung in ärztlicher Behandlung gewesen. Das sehen wir als erhebliches Alarmsignal an, das unbedingt beim weiteren Einsatz der Impfstoffe berücksichtigt werden muss. Die Zahlen können in unseren Augen relativ leicht und auch kurzfristig validiert werden, indem die anderen Kassenarten (AOKen, Ersatzkrankenkassen etc.) um eine entsprechende Auswertung der ihnen vorliegenden Daten gebeten werden. Hochgerechnet auf die Anzahl der geimpften Menschen in Deutschland bedeutet dies, dass circa 4-5 Prozent der geimpften Menschen wegen Impfnebenwirkungen in ärztlicher Behandlung waren.

In unseren Augen liegt eine erhebliche Untererfassung der Impfnebenwirkungen vor. Es ist ein wichtiges Anliegen die Ursachen hierfür kurzfristig auszumachen. Unsere erste Vermutung ist, dass, da keine Vergütung für die Meldung von Impfnebenwirkungen bezahlt wird, eine Meldung an das Paul Ehrlich Institut wegen des großen Aufwandes vielfach unterbleibt. Ärzte haben uns berichtet, dass die Meldung eines Impfschadenverdachtsfalls circa eine halbe Stunde Zeit in Anspruch nimmt. Das bedeutet, dass 3 Millionen Verdachtsfälle auf Impfnebenwirkungen circa 1,5 Millionen Arbeitsstunden von Ärztinnen und Ärzten erfordern. Das wäre nahezu die jährliche Arbeitsleistung von 1000 Ärztinnen und Ärzten. Dies sollte ebenso kurzfristig geklärt werden.

Deshalb ergeht eine Durchschrift dieses Schreibens auch an die Bundesärztekammer und die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Der GKV-Spitzenverband erhält ebenso eine Abschrift dieses Schreibens mit der Bitte entsprechende Datenanalysen bei sämtlichen Krankenkassen einzuholen. Da Gefahr für das Leben von Menschen nicht ausgeschlossen werden kann, bitten wir Sie um eine Rückäußerung über die veranlassten Maßnahmen bis 22. Februar 2022 18 Uhr.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Schöfbeck Vorstand“

(SB)

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