Deutscher Kindergarten: Iwan der Gräßliche

Wenn Russland Krieg führt, sind die Amerikaner schuld. In Europa hat Putins verbrecherischer Angriff auf die Ukraine paradoxerweise eine neue Welle des Antiamerikanismus ausgelöst. Meint Karl-Peter Schwarz morgen in der „Presse“. Die erste Medienkritik, die vor Erscheinen des kritisierten Artikels zu lesen ist.

von Max Erdinger

Karl-Peter Schwarz: „Udo di Fabio, ehemals Richter am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, kritisierte jüngst in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (21.3.) die pathologische Ambivalenz der deutschen Sicherheitspolitik. Man habe die Landesverteidigung den USA überlassen, „und dabei die Chuzpe besessen, einen durchaus gesellschaftlich wahrnehmbaren Antiamerikanismus zu pflegen“. Wie recht er damit hat, zeigt sich an der Debatte, die auf die russische Invasion der Ukraine folgte.“

Udo Di Fabio ist das eine, die „FAZ“ etwas anderes. Mit seinem Vorwurf des „Antiamerikanismus“ bei gleichzeitiger Bereitschaft, die USA für die eigene Sicherheit sorgen zu lassen, hat er schon Recht. Allerdings ist der „Antiamerikanismus“ nicht immer derselbe von denselben Leuten. Pro-Amerikaner war meinereiner, so lange Donald Trump Präsident der USA gewesen ist, ein Friedenspräsident sozusagen. Der erste, der während seiner Amtszeit keine anderen Länder hat bombardieren lassen. Antiamerikaner bin ich, wenn man so will, seit Trump und seine Wähler um ihren Wahlsieg 2020 betrogen worden sind – und zwar nicht einmal knapp, sondern ganz dicke – und seit infolgedessen der Deep State im Weißen Haus sitzt. Da werden die ersten schon wieder aussteigen und sagen, das stimmt nicht. Die US-Wahl 2020 ist korrekt gelaufen. Nein, die US-Wahl 2020 ist auf verschiedenste Weisen manipuliert worden. Da gab es ein ganzes Konzert von Maßnahmen. Die Geschichten von der Unterdrückung der Story um Hunter Bidens Laptop und die Konstruktion der „Russia Collusion“-story, die Trump vom Wahlkampf 2016 bis zum Ende seiner Amtszeit anhing, sind dabei nur zwei Details, die heute selbst vom Mainstream nicht mehr unter dem Tisch gehalten werden können. Was da gelaufen ist, hätte auch im Wahlkampf 2020 bereits bekannt gewesen sein können, wenn die Veröffentlichung der Wahrheit dazu nicht mit aller politischen und medialen Macht der „liberals“ verhindert worden wäre. Dazu kamen dann die Manipulationen bei der Stimmauszählung einer Briefwahl, deren Notwendigkeit mit „Pandemie“ begründet wurde.

Daß die „Pandemie“ selbst wiederum ein wirtschaftspolitisches „Tool“ (gewesen) ist, weist Prof. Fabio Vighi in seinem Artikel „Der Zentral-Banker Long Covid: ein unheilbarer Zustand“ für „The Philosophical Salon“ nach.

Die gegenwärtigen Ereignisse machen es für den Einzelnen schier unmöglich, allen Meldungen auf den Grund zu gehen, die auf ihn herniederprasseln. Angeblich steht jetzt fest, daß das FBI in den „Sturm auf das Kapitol“ am 6. Januar 2021 involviert gewesen sein soll. Ich habe es nur so zur Kenntnis genommen, weil es im Grunde genommen keine Rolle mehr spielt. Der Deep State sitzt auch so im Weißen Haus. Das ist eine Feststellung, die mit Antiamerikanismus nur sekundär zu tun hat. Es ist eigentlich ein Anti-Deep-State-Ismus. So gesehen ist es auch verkehrt, zu behaupten, in der Ukraine seien „die USA“ zugange gewesen. Der Deep State war dort zugange. Das ist ein wichtiger Unterschied.

Daß Udo Di Fabio von der „FAZ“ interviewt wurde ist das eine, was die „FAZ“ damit belegen wollte – und was besonders Karl-Peter Schwarz dann sekundär damit belegen will, ist wieder etwas anderes. Die FAZ ist von einer deutschen Zeitung längst zu einem Verkündigungsblatt gewisser „Transatlantiker“ degeneriert und ist Teil eines sehr dicht gewebten Netzwerks, das die Wirklichkeit als Ganzes in den Kokon einer Matrix eingewebt hat, in welchem der Medienkonsument an Grenzen stößt, die er selber gar nicht mehr als solche erkennen kann. Auch dieser Sachverhalt ist belegt. Und die FAZ ist da bei weitem nicht das einzige deutsche Blatt. Was Karl-Peter Schwarz daraus macht, ist nur eine nochmalige Verschärfung der Desinformation.

Während die ominösen Putin-Versteher in den ersten Tagen der Invasion in Deckung gingen, melden sie sich mittlerweile wieder zu Wort, und nicht nur in den einschlägigen Internetforen. Sie trauen sich angesichts des Bombenterrors gegen die ukrainischen Städte zwar nicht offen, Partei für Putin zu ergreifen, aber sie sind davon überzeugt, dass die Schuld letztlich nicht bei ihm liegt, sondern bei den Amerikanern, die Russland „eingekreist“ hätten.

Doch, ich traue mich das, so auszusehen, als würde ich „Partei für Putin“ ergreifen. Nicht absolut, aber relativ angesichts der Möglichkeiten, die es gibt, in diesem Krieg überhaupt für irgendwen Partei zu ergreifen. Absolut ist es allerdings so, daß ich in dem Zusammenhang für niemanden Partei ergreife. Die ganze Angelegenheit ist dermaßen saudumm gelaufen, daß man für die Dummheit Partei ergreifen müsste. Aber wie gesagt: Unter den gegebenen Umständen bin ich schon Putinversteher. Das ist wieder etwas anderes, als ein „Putinentschuldiger“. Der ist nicht unschuldig an diesem Krieg. Aber relativ betrachtet, wäre es dann doch am ehesten noch er, der „unschuldig“ wäre, wenn es überhaupt einen Unschuldigen gäbe. Die Frage nämlich, wer Recht hat und wer nicht, spielt angesichts der Tatsache dieses Krieges keine Rolle. Putin hat seit Jahren niemanden darüber im Unklaren gelassen, wo seine „roten Linien“ sind. Ob man das richtig findet oder nicht, spielt keine Rolle. Es stand vorher fest, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit es zum Krieg kommt. Und es nicht so, daß kein Leben möglich gewesen wäre, wenn man das einfach akzeptiert hätte unabhängig von der eigenen Rechthaberei.

Putin ist, wer Putin ist. Und wer das ist, darüber konnte sich niemand irgendwelche Illusionen machen. Das ist die Realität. Ich muß niemandem rechtgeben, um zu erkennen, daß er Realität ist. Dieser Krieg wurde fahrlässig herbeigeführt von Rechthabern. In der Ukraine sterben die Leute wie die Mücken – und diesen Affen fällt nichts besseres ein, als dazustehen und zu sagen: Seht ihr, wir hatten Recht. Wie verkommen wird’s denn noch? Abgesehen davon bin ich mir nicht so sicher, daß die heutigen Rechthaber wirklich rechthatten.

In Polen sind gestern Flüchtlinge aus Mariupol angekommen, eine dreiköpfige Familie mit einer etwa zehnjährigen Tochter und ein einzelner Mann, denen der Horror ins Gesicht geschrieben stand. Seit dem 26. Februar waren sie mit 300 anderen Leuten zusammen im Keller gesessen. Sie berichten, daß sie von der ukrainischen Armee als Geiseln genommen worden waren und daß ihnen das Verlassen der Stadt durch einen von Russen aufrecht erhaltenen Fluchtkorridor untersagt worden sei. Es sei auch die ukrainische Armee gewesen, die ihr Haus beschossen habe. Das deckt sich mit den Aussagen anderer Ukrainer in den vergangenen Tagen. Mir tun die Ukrainer leid. Verraten und verkauft von allen Seiten. Zuerst von ihrer eigenen „Regierung“, diesen korrupten Deep-State-Bütteln – und dann auch noch mit Krieg überzogen von den Russen. In diesem Krieg gibt es viele Schuldzuweisungen, aber eine Unschuldszuweisung an irgendwen, außer an die ukrainische Zivilbevölkerung, gibt es nicht, auch nicht an die Deutschen. „Unsere“ Regierung ist nämlich genauso Büttel dieses Krebsgeschwürs namens Deep State wie die ukrainische mit ihrem Super-Selenskyi. Mit „Antiamerikanismus“ hat das nichts zu tun.

Nun haben sich die USA zweifellos horrender Kriege und Interventionen schuldig gemacht, die fast immer in einem blutigen Chaos endeten, in Indochina, im Nahen Osten, in Afrika und zuletzt in Afghanistan.“ – na immerhin. Weshalb wäre dann jetzt Putin als einziger der Inbegriff des Bösen auf dieser Welt?

Die Osterweiterung der Nato aber gehört ganz sicher nicht in diese Kategorie. Kein Land in Mittel-, Ost- und Südosteuropa wurde gegen seinen Willen in die Nato gepresst. In einigen Ländern ging dem Nato-Beitritt ein Referendum voraus, in Ungarn zum Beispiel stimmten 85 Prozent dafür.“ – ja sagenhaft. Natürlich wurde keines dieser Länder in die NATO gepresst. Sie haben Aufnahmeanträge gestellt. Und auf gar keinen Fall kann das so gelaufen sein: „Wir hätten euch gern in der NATO, können euch das aber nicht anbieten, weil wir eigentlich die NATO gar nicht nach Osten erweitern sollen. Da gibt es gewisse Versprechen. Wißt ihr bestimmt, nä? Aber wenn ihr einen Aufnahmeantrag stellen würdet, dann könnten wir das so hindrehen, daß wir euren Willen respektiert hätten – und nicht ihr den unseren. Das würde dem Ganzen wenigstens ein bißchen die Schärfe nehmen in der russischen Wahrnehmung. Wollen wir’s so machen?“ – Nein, wenn die Osteuropäer in die NATO wollten, dann musste sie tatsächlich niemand pressen. Was für eine Binsenweisheit. Und als Entschuldigung so nützlich auch noch! Besser kann es doch gar nicht mehr kommen. Wenn der Rechthaber rechthaben will, dann taugt ihm sogar noch eine Binsenweisheit zum Beweis, daß er rechthat. Das ist so widerlich, daß ich im Strahl kotzen könnte. Apropos Referendum: So eines gab es 2014 auch auf der Krim. Und die Zustimmung zu einer Sezession war dort mindestens so hoch wie die in Ungarn zum NATO-Beitritt, „zum Beispiel“. Gutes Referendum, schlechtes Referendum, oder was?

Die Osteuropäer entschieden sich für den Westen, weil sie sich von ihm Sicherheit, Freiheit und Wohlstand erwarteten„. – die Erwartung ist des Menschen Himmelreich. „Etwaige Hoffnungen, der russische Imperialismus werde nach der Auflösung der Sowjetunion allmählich absterben, schwanden mit der Okkupation von Teilen Moldawiens und Georgiens, mit den Tschetschenien-Kriegen und mit der Zerstörung Aleppos.“ – Am 12. März 1999 traten Polen, Tschechien und Ungarn der NATO bei. Der Tschetschenienkrieg begann am 26. August, also fünf Monate später erst. Der Kaukasuskrieg mit der Okkupation Georgiens begann sogar erst 2008, also neun Jahre nach dem NATO-Beitritt von Polen, Tschechien und Ungarn „zum Beispiel“. Bis dahin ist Georgien seit etwa 8 Jahren bereits „nach Westen orientiert“ gewesen – eigentlich: worden. Und Aleppo war in den Jahren 2012 bis 2016 umkämpft, also in den Jahren 13 bis 17 nach dem NATO-Betritt von Polen, Tschechien und Ungarn. Da scheinen die Polen „zum Beispiel“ eine prophetische Angst gehabt zu haben vor dem „russischen Imperialismus“, Karl-Peter Schwätz. Erfahrungen damit konnten sie 1999 noch nicht gehabt haben. Weswegen die Behauptung, sie hätten deswegen in die NATO gewollt, auch nichts weiter ist, als eine kackendreiste Lüge und Leserverarschung.

Die Ukraine grenzt an Russland und Belarus, an Polen, an die Slowakei, Ungarn, Moldawien und Rumänien. Der Vergleich mit den benachbarten Nato-Ländern stärkt den Wunsch der Ukrainer, sich dem Bündnis anzuschließen. Putin weiß das und fürchtet die Folgen. Sein jüngster Krieg, so Udo di Fabio, sei ein Präventivkrieg ‚gegen die westliche Infektionsgefahr, bevor Demokratie und Liberalität von der Ukraine aus auf das eigene Land übergreifen‘.“ – tja, auch der Wunsch ist des Menschen Himmelreich. Die Ukraine sollte eigentlich ein neutraler und souveräner Staat bleiben, Wunsch hin oder her. Aber die Einlassung von Udo Di Fabio, Putin habe Angst gehabt vor einem Überschwappen der sagenhaften „Demokratie und Liberalität von der Ukraine“ ins Reich von Iwan dem Gräßlichen, ist schon sehr abgehoben. Die Ukraine ist seit 2014 für viele Scheußlichkeiten bekannt, aber „Demokratie und Liberalität“ ist keine dieser Scheußlichkeiten, vor denen sich Iwan der Gräßliche zu fürchten gehabt hätte. „Demokratie und Liberalität“ unter Poroschenko und Selenskyi sind ungefähr so etwas, wie ein Schwulenclub im Reichssicherheitshauptamt. „Demokratie und Liberalität in der Ukraine“ – geht’s noch, Udo Di Fabio?

Die Aggressivität Russlands erklärt sich aus seiner Schwäche.“ – ja,ja, saumäßig schwach, dieses Russland. Staatsverschuldung Russlands 2020: 13,6 % des BIP. USA: 134 % des BIP. Höchste Pro-Kopf-Verschuldung der Welt: Deutschland mit etwa 34.000 Dollar (2020). Klar ist es Russland, das angesichts solcher Werte aggressiv wird. Lächerlich. – „Wirtschaftlich ist es von Öl- und Gasexporten abhängig“ – generell kein Problem, so lange es Abnehmer gibt. Von den 8,5 Mrd. Menschen auf der Welt beteiligen sich etwa 5 Milliarden nicht an den Sanktionen gegen Russland. Russland braucht den Westen nicht, um Gas und Öl zu exportieren. – „Die Einnahmen gehen an die Streitkräfte und die Günstlinge des Regimes, während 20 Millionen bitterarm sind. Helmut Schmidt nannte Russland zu Recht ein ‚Obervolta mit Atomraketen‘„. – nope. Russland kann seinen Krieg dank eigener Ressourcen unabhängig vom Petrodollar in Rubel finanzieren, notfalls nach dem Vorbild der EZB durch Ausweitung der Geldmenge. Und auch, wenn die russischen Durchschnittseinkommen mit umgerechnet 600 Euro im Monat noch immer skandalös niedrig sind – dreimal so hoch wie in der Ukraine sind sie trotzdem. Das muß wohl diese „ukrainische Demokratie“ mitsamt ihrer „Liberalität“ sein, die dafür verantwortlich ist. Helmut Schmidt nannte wahrscheinlich auch nicht Russland ein „Obervolta mit Atomraketen“, sondern die Sowjetunion. Schmidts Äußerung fiel vermutlich deshalb noch zu Sowjetzeiten, weil Obervolta bereits seit 1984 Burkina Faso heißt. – „2021 hat die Bevölkerung um eine halbe Million abgenommen, Hochqualifizierte wandern ab, die demographische Bilanz verschiebt sich immer mehr zugunsten der Muslime. Hinter einer halbdemokratischen Fassade verbirgt sich eine autoritäre Kleptokratie. Oppositionelle werden verfolgt, Meinungsfreiheit gibt es nicht mehr. Das neo-imperiale Projekt dient nicht zuletzt dazu, von den hausgemachten Problemen abzulenken„. – Karl-Peter Schwarz knallhart. Wenn man einmal davon absieht, daß die Bevölkerung in Deutschland nicht um eine halbe Million abgenommen hat, trifft jeder Punkt seiner restlichen Behauptung voll und ganz auf Deutschland mindestens so zu wie auf Russland. Zitat: “ … Hochqualifizierte wandern ab, die demographische Bilanz verschiebt sich immer mehr zugunsten der Muslime. Hinter einer halbdemokratischen Fassade verbirgt sich eine autoritäre Kleptokratie. Oppositionelle werden verfolgt, Meinungsfreiheit gibt es nicht mehr.“ – na sowas. Diese Russen unter Iwan dem Gräßlichen aber auch.

Putin argumentiert mit Begriffen aus den 1930er Jahren wie Pufferstaaten und Einflusszonen, die in der atomar gerüsteten Welt strategisch längst obsolet geworden sind. Sie dienen lediglich dazu, den dort lebenden Menschen das Recht auf Freiheit und Unabhängigkeit abzusprechen. Obzwar Putin die Ukrainer allesamt für Russen hält, lässt er sie bombardieren. Nach UN-Angaben ist jetzt fast schon jeder vierte Ukrainer auf der Flucht.“ – Putin argumentiert wenigstens, Karl-Peter Schwarz erzählt bloß phantasievolle Märchen. Nun gibt es ja die „atomar gerüstete Welt“ nicht erst sei 1990. Vor gut dreißig Jahren hat aber nicht nur Putin in diesen „Begriffen aus den 1930er Jahren“ gedacht, sondern z.B. auch die Parlamentarische Versammlung der EU und die amerikanische Regierung. Wie es wohl kommt, daß Putin dieses Denken in anachronistischen Kategorien blieb, während es dem Westen unerklärlicherweise abhanden gekommen ist? Das ist wahrscheinlich deswegen so, weil Karl-Peter Schwarz einer dieser Realitätskonstrukteure ist, die seit der Implementierung des 1. Axioms der Sozialpsychologie als Dogma Hochkonjunktur haben. Demokratie und Liberalität eben …

Die ukrainische Tragödie, die sich vor unseren Augen ereignet, hat allerdings schon etwas mit den USA zu tun, nämlich mit ihrem Abstieg als Supermacht und dem Verlust der Glaubwürdigkeit ihres Engagements in Europa, zu der nicht zuletzt die Schwäche ihres Präsidenten beiträgt. Leider sind die europäischen Staaten auf das Bündnis mit Amerika angewiesen, weil sie sich ohne amerikanische Hilfe nicht gegen die russische Übermacht verteidigen könnten.“ – leider ist es aber anders. Die europäischen Staaten wären (Konjunktiv!) allenfalls auf ein Bündnis mit Amerika angewiesen, und zwar dann, wenn „Amerika“ noch das wäre, was uns Karl-Peter Schwarz hier aus durchsichtigen Gründen als „Amerika“ andienen will. Tatsächlich aber sind wir nicht mit „Amerika“ in einem Bündnis, sondern mit dem amerikanischen Deep State, der übrigens via CIA auch das „europäische“ WEF von Klaus Schwab mitgegründet hat und uns als „unsere Volksvertreter“ seine Marionetten vor die Augen hingehängt hat. WEF-Schwab macht ja auch längst kein Geheimnis daraus, daß dem so ist. Und dieser Deep State würde uns „Bündnistreue“ genauso über die Klinge springen lassen wie die Ukrainer und überhaupt jeden, der seinen Macht- und Finanzinteressen gerade im Wege steht. Weswegen ich auch lieber vom (pseudo)amerikanischen Imperium und dessen absoluter Skrupellosigkeit reden würde, als von den imperialen Gelüsten von Iwan dem Gräßlichen.

Putin mag zwar kein Heiliger sein, aber so abgrundtief verlogen und verschlagen, dermaßen intrigant wie die „honorigen Herrschaften“, die sich allerweil im Weißen Haus, in den Regierungen der EU und in Kiew umeinandertreiben, ist er noch lange nicht. Die Ukraine ist übrigens das erste Land, das – trotz Krieg! – in diesen Tagen als erstes den Schwabschen „Great Reset“ offiziell implementiert. Super-Selenskyi hat kürzlich mindestens vier Sender verboten, will einen Einheitssender für die Ukraine – und mehrere auf Ausgleich mit Russland bedachte Parteien hat er ebenfalls verboten. Dann hat er noch jedem Ukrainer mit dem Tod gedroht, der für Verhandlungen mit den Russen plädiert, aber Udo Di Fabio und Karl-Peter Schwarz: Die Demokratie, die Freiheit, die Liberalität und der Wohlstand des Westens, dessen Überschwappen von der Ukraine aus nach Russland Iwan der Gräßliche befürchtet. Das kannst du dir doch alles überhaupt nicht mehr ausdenken.

„Wir“ haben ein ganz anderes Problem als Iwan den Gräßlichen. Das ist der „Tiefe Staat der Denkfabriken„. Auszüge: „Die Propaganda Matrix – Wie die Propaganda-Matrix funktioniert, der wir nicht erst seit 2020 ausgesetzt sind, kann man in der exzellenten Analyse auf Swiss Policy Research nachlesen. Es wird „dargestellt, wie der CFR [Council on Foreign Relations] einen in sich weitgehend geschlossenen, transatlantischen Informationskreislauf schuf, in dem nahezu alle relevanten Quellen und Bezugspunkte von Mitgliedern des Councils und seiner Partnerorganisationen kontrolliert werden. Auf diese Weise entstand eine historisch einzigartige Informationsmatrix, die klassischer Regierungspropaganda autoritärer Staaten deutlich überlegen ist, indes durch den Erfolg unabhängiger Medien zunehmend an Wirksamkeit verliert.“ Das CFR steuert die Außenpolitik der US und bestimmt die Präsidenten und entscheidenden Politiker. Ableger gibt es weltweit, wie etwa in Europa die Bilderberg-Gruppe, während für Ostasien von CFR-Präsident David Rockefeller und CFR-Direktor Zbigniew Brzezinski 1972 zusätzlich die Trilaterale Kommission gegründet wurde. Dazu passend auch eine aktuelle Einschätzung, wie verschiedene Medien zu den Ukraine Konflikten stehen (…). Die Rolle des CFR bei der Gründung des WEF – Das Weltwirtschaftsforum war nicht einfach die Idee von Klaus Schwab, sondern entstand aus einem von der CIA finanzierten Harvard-Programm, das von Henry Kissinger geleitet und von John Kenneth Galbraith und dem „echten“ Dr. Strangelove, Herman Kahn, vorangetrieben wurde. Die Geschichte wurde recherchiert von Johnny Vedmore, der sie in Unlimited Hangout veröffentlicht hat. Die aufgezeichnete Geschichte des Weltwirtschaftsforums wurde so gestaltet, dass der Anschein erweckt wird, die Organisation sei eine rein europäische Schöpfung, aber das ist nicht der Fall. Tatsächlich hatte Klaus Schwab ein amerikanisches politisches Eliteteam, das im Verborgenen arbeitete und ihn bei der Gründung, der in Europa ansässigen globalistischen Organisation, unterstützte. Wer die Geschichte von Klaus Schwab einigermaßen kennt, weiß, dass er in den 1960er Jahren in Harvard studierte und dort den damaligen Professor Henry A. Kissinger kennenlernte, mit dem Schwab eine lebenslange Freundschaft verband. Aber wie bei den meisten Informationen aus den Geschichtsbüchern des Weltwirtschaftsforums ist das, was man erzählt hat, nicht die ganze Geschichte. Tatsächlich warb Kissinger Schwab im Rahmen des Internationalen Seminars in Harvard an, das von der Central Intelligence Agency der USA finanziert worden war. Obwohl diese Finanzierung in dem Jahr aufgedeckt wurde, in dem Klaus Schwab Harvard verließ, blieb die Verbindung weitgehend unbemerkt – bis jetzt.

Das Grundproblem: Der deutsche Haltungsmensch, der bequeme Hypermoralist, das pseudodemokratische Meinerlein & Finderlein. Schön gemeint ist schon gewonnen. Und am schönsten gemeint ist alles, wenn sich die Schuld recht einfach zuweisen läßt. Das spart anstrengende Denkarbeit. Wozu auch denken, wenn sich die eigene Gerechtigkeit genauso gut fühlen lässt? Putin ist in der Ukraine einmarschiert, deshalb: Er ist der Schuldige. Lasst uns deshalb russische Kinder in Deutschland mobben und ihren Eltern die Fensterscheiben einwerfen. Das ist voll gerecht. Nicht, daß es das wäre, was dem deutschen Meinerlein & Finderlein samt der Reinheit seiner Seele wichtig wäre. Der Schuldige dient ihm zu nichts anderem als dem Beweis seiner eigenen Unschuld. Darum geht’s. Infantile Bauchnabelschau. Der deutsche Abschied aus der Zivilisation.

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