Erdingers Absacker; Bild: Collage

Erdingers Absacker: Keiner kann den Biden leiden

+++ Die „Berliner Zeitung“ ist ein Blatt, das einen höflichen Tonfall pflegt. „Wird der Präsident senil?“, fragt man dort, und schreibt von „gefährlichen Versprechern“ des umstrittenen US-Präsidenten. „Brandon“ hat es nämlich wieder krachen lassen. Die BZ: „Zum Schluss seiner Rede in Polen am vergangenen Samstag sagte Joe Biden einen Satz über Waldimir Putin, der die Menge – und danach die ganze Welt – aufhorchen ließ: ‚Gottverdammt, dieser Mann kann nicht Präsident bleiben.‘ Das hörte sich für viele, sicherlich für die russische Regierung, so an, als würde der amerikanische Präsident den Machthaber im Kreml absetzen wollen. Bis dahin hatten die Amerikaner immer vehement bestritten, in Russland einen Regimewechsel zu betreiben.“ Dabei ist es kein Geheimnis, daß sich amerikanische Regierungen – so lange der Präsident nicht Trump heißt – mit nichts lieber beschäftigen, als mit Regimewechseln in anderen Ländern, und zwar unabhängig von der Frage, was sie vehement bestreiten oder nicht. Wer erinnert sich nicht an den freundlichen und kultivierten Augenarzt in Damaskus, der in England studiert hatte, an seine bezaubernde Gemahlin und die ganze Sympathie, welche die Familie Assad verdient hatte? – Aus und vorbei, und zwar von einem Tag auf den anderen. Von heute auf morgen war aus dem tollen Herrn Assad ein Mörder und ein Schlächter geworden, der sein eigenes Volk angeblich mit Chemiewaffen malträtierte. Gaddafi in Libyen, Saddam Hussein im Irak usw.usf. – doch, doch, Regimewechsel in anderen Ländern machen den Amis seit jeher viel Spaß. Im Falle Russlands ist das nicht anders, wagte es dieser Putin doch, anders als Boris Jelzin, sich dem Ausverkauf russischer Ressourcen an amerikanische „Investoren“ zu widersetzen. Der umstrittene und mutmaßlich ungewählte US-Präsident Biden setzt hier nur eine Tradition fort, die durch die Präsidentschaft Donald Trumps für vier friedvolle Jahre unterbrochen worden war. Aber der nicht erst vergangenes Wochenende senil gewordenen Joe wollte nicht nur Putin als Präsidenten von Russland weghaben, sondern er wollte auch noch amerikanische Truppen in der Ukraine sehen. Wenige Stunden vorher, bei einem Besuch amerikanischer Soldaten der 82. Luftlandedivision, die zur Zeit in Polen stationiert sind, hatte sich der senile Biden verplappert. Nachdem er zunächst das „Rückgrat des ukrainischen Volks“ gelobt hatte – Rückgrat ist das, was sich ein Volk als patriotische Regierung von Amerikas Gnaden vor die Nase setzen läßt, weil es sich für amerikanische Interessen versilbern läßt -, versprach er den in Polen stationierten Soldaten, sie würden bald sehen, wie so ein ukrainisches Rückgrat aussieht – und zwar dann, wenn sie selbst in der Ukraine aktiv würden. Die ganze Welt fasste sich an den Kopf. Will der senile Joe jetzt tatsächlich den Dritten Weltkrieg vom Zaun brechen? Wie kann man nur fragen? Die Vereinigten Staaten liegen ziemlich weit weg vom Kriegsherd zwischen dem Atlantik und dem Pazifik. Und war es nicht so, daß schon die kürzlich verstorbene Ex-Außenministerin der USA, Frau Madeleine Albright, in ihrer ganzen Herzensgüte gesagt hatte, 500.000 tote, verhungerte und zu Kriegswaisen gewordene Kinder im Irak seien „die Sache wert gewesen“? Irak-Ukraine-Russland-Europa … – was ist schon der Unterschied, wenn man in Amerika sitzt? Neben ihrer exorbitanten Staatsverschuldung von knapp 140 Prozent des BIP haben die USA jedoch ein neues, bisher noch nie so deutlich auftretendes Problem. Die Welt denkt gar nicht mehr daran, sich der bigotten amerikanischen Definition von gut und böse, gerecht und ungerecht zu beugen. Die USA haben im dritten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts jeden moralischen Kredit verspielt. Ein sehr amerikanisches Jahrhundert geht zu Ende. Joe Biden mag senil sein, aber das spielt nicht so sehr eine Rolle, da er ohnehin nur eine Figur ist, die man sehen kann, damit man jemanden als US-Präsidenten identifizieren soll. Tatsächlich regiert werden die USA von ganz anderen Leuten als der Biden-Administration. Und das sind die wirklich Gefährlichen. Aus Insiderkreisen heißt es, Barack Obama mische heftig im Weißen Haus mit. Diese Leute weigern sich hartnäckig, anzuerkennen, daß die Welt nicht länger mehr Willens ist, sich ihren geopolitischen Interessen und Strategien zu fügen. Deshalb gibt es auch kaum etwas Dringenderes, als daß der rechtmäßige US-Präsident ins Weiße Haus zurückkehrt, mit seiner Agenda des „Make America Great Again“ fortfährt und endlich mit dem Deep State aufräumt. Das wäre nämlich nicht nur für die Amerikaner gut, sondern auch für den Frieden auf der Welt. +++

+++ Völlig sinnlose Provokation: In der Nacht vom 29. auf den 30. März verhängten irgendwelche, vom eigenen Gutsein und Rechthaben Besoffenen, in Berlin das Ehrenmal für die gefallenen Sowjet-Soldaten im Zweiten Weltkrieg mit einer Plane in den ukrainischen Nationalfarben. Die russische Botschaft reagierte entsprechend. In einer Verbalnote an das Auswärtige Amt wies sie darauf hin, daß die Schändung von sowjetischen Kriegsgräbern und Gedenkstätten auf deutschem Gebiet unzulässig ist und die Bestimmungen des Abkommens vom 16. Dezember 1992 zwischen der Regierung der Russischen Föderation und der Regierung der Bundesrepublik Deutschland über Kriegsgräberfürsorge unbedingt einzuhalten seien. Ein inexistenter Experte für Hypermoral & Anmaßung erklärte, der deutsche Gutmensch des Jahres 2022 in seiner feministisch-ökosozialistischen Ausprägung sei wegen der Überzeugung von der Unfehlbarkeit seiner eigenen Urteilskraft ein derartiger Idiot, daß er dem Mann, der Hitler erschossen hat, am liebsten ein Denkmal setzen würde. +++

+++ Das Internet ist nicht nett, sondern grausam, weil es nichts vergißt. In den sozialen Netzwerken tauchte dieser Tage ein kurzes Video auf, das ich eigentlich schon wieder vergessen hatte. Hier ist es. „Wir machen mit bei der Rettung der Erde …“ Jeder weitere Satz von mir wäre Hatespeech. https://www.youtube.com/shorts/F7R9Bf6q-JU +++

+++ Es rauscht wieder im deutschen Blätterwald. Michail Chodorkowski, unter Boris Jelzin großgewordener Oligarch und Ex-Chef des heute insolventen Ölkonzerns Yukos, in Russland wegen Steuerhinterziehung und planmäßigen Betrugs zu einer Haftstrafe verurteilt, die er zwischen 2003 und 2013 absaß, sinnt offenbar auf Rache an Wladimir Putin. Chodorkowski warnt, Putin plane einen Angriff auf NATO-Staaten. Der „Spiegel“ nennt Chodorkowski einen „Oppositionellen“, „t-online“ nennt ihn einen „Kremlkritiker“. Das sind übrigens dieselben Blätter, denen nicht aufgefallen zu sein scheint, wie schnell sich in Virus-Deutschland die Lage von „Du darfst deine Oma nicht besuchen“ zu „du darfst eine ukrainische Familie aufnehmen“ verändert hat. Wenn es dem eigenen Narrativ dient, dann kommt in der deutschen Presse auch ein verurteilter Straftäter als Geostrategie-Experte zu Wort. Er ist ja in Russland verurteilt worden und heißt nicht Assange oder Snowden.  Und kein Mensch scheint sich zu fragen, woher dieser unverhältnismäßige Ukraine-Russland-Hype in den Medien herkommt, obwohl doch erstens kein EU-Land und kein NATO-Mitglied in diesen Krieg involviert ist, und obwohl es doch zweitens einen solchen Hype bei keinem der völkerrechtswidrigen Angriffskriege der vergangenen zwanzig Jahre gegeben hat. Niemandem fällt auf, daß hier etwas absolut oberfaul sein muß.  +++

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