Erdingers Absacker; Bild: Collage
Erdingers Absacker; Bild: Collage

Erdingers Absacker: Seid umschlungen, Milliarden!

+++ In anderthalb Wochen sind Präsidentschaftswahlen in Frankreich. Den Umfragen zufolge führt Emmanuel Macron klar. Kein Mensch weiß, warum. Da kommt vielleicht dieser Dämpfer gerade noch rechtzeitig. Wie „tkp“, der Blog für Science und Politik berichtet, erregt ein Günstlings-Skandal rund um Corona die französischen Gemüter. Im Fokus stehe ein weiteres Mal McKinsey. 2021 habe Frankreich mit McKinsey Verträge von über einer Milliarde Euro laufen gehabt, darunter auch einen für die Covid-Impfkampagne. Nicht nur sei McKinsey für die Werbeclips verantwortlich gewesen, sondern auch für die Koordination aller Akteure aus dem medizinischen Bereich sowie die „Nachrichtenüberwachung“ während der Kampagne. Dabei sei es um das „Wording“ gegangen, mit dem die Impflinge in spe geangelt und beruhigt werden sollten. Auch die Einführung des „Grünen Passes“ habe dazugehört. Das Auftragsvolumen überstieg 2021 eine Milliarde Euro französischen Steuergeldes, davon mehr als 100 Millionen allein für Corona und die Maßnahmen samt der PR dafür. Daß McKinsey während der vergangenen zehn Jahre keine Steuern in Frankreich bezahlt habe, komme da nur noch oben drauf. Die Kritik ziele hauptsächlich auf das Staatsverständnis von Macron. Der Beraterskandal zeige, wie der Staat zum Selbstbedienungsladen der großen Beratungs- und Investmentunternehmen gemacht worden sei. Ein inexistenter Experte für Effizienz & Einsparung meinte, wenn schon überall Lobbyisten, Stiftungen, NGOs und Berater aller Art die Strippen zögen, könne man sich die Gehälter für Kanzler, Minister und Präsidenten eigentlich auch sparen. Weil das nicht nur für Frankreich gelte, käme da ein hübsches Sümmchen zusammen, das man an Wolodymyr Selenskyi überweisen könne. Der arme Kerl habe nur 1,2 Milliarden Dollar Privatvermögen, was sehr ungerecht sei, da einer seiner Amtsvorgänger, Arsenij Jazenjuk, mindestens 2 Milliarden besäße – ungefähr so viel wie die Klitschkobrüder. Der ukrainische Patriotismus sei eben viel größer als der in Westeuropa. Der inexistente Experte sagte auch, daß er gespannt sei, wann herauskomme, daß die genannten Herrschaften ihre Dollars in Rubel, Rupien und Yuan umtauschen wollen. +++

+++ Frau Svenja Schulze (SPD) ist Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Sie verfügt über seherische Kräfte, wie ein Tweet aus dem Jahr 2019 zeigt. Am 29. März 2019 schrieb sie: „Wir werden das erste Industrieland sein, das aus Kohle ausstiegt und gleichzeitg auf Atomkraft verzichtet – und zwar so, dass wir eine sicherer und bezahlbare Energieversorgung haben. Den Weg dahin haben wir klar aufgezeichnet, und das ist ein Riesenerfolg für den #Klimaschutz.“ Zum Zeitpunkt dieses Tweets ist Frau Svenja Schulze noch Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gewesen. Am 30.10.2019 titelte „t-online“: „Umweltministerin gab wohl über 600 Millionen Euro für Berater aus„. Sie selbst bezog damals ein Grundgehalt von etwa 15.000 Euro im Monat. Ein inexistenter Experte für Demut & Bescheidenheit erklärte, das seien gute Nachrichten, weil sie die große Selbstlosigkeit unterstrichen, mit welcher sich deutsche Bundesminister aufopferten, um Schaden vom deutschen Volk abzuwenden und seinen Nutzen zu mehren. Für lasche 15.000 im Monat würde ein Selenskyi noch nicht einmal eine einzige Oppositionspartei oder einen Fernsehsender verbieten. +++

+++ Angesichts der beiden vorherigen Absacker-Punkte muß an dieser Stelle noch einmal der löbliche Herr Norbert Kleinwächter erwähnt werden, stellvertretender Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag. Während einer Rede seines Fraktionskollegen Steffen Kotré zum Krieg in der Ukraine und den Sanktionen war er aufgestanden und hatte empört das Plenum verlassen, um im Anschluß bei Twitter und Facebook seiner moralisch besonders hochstehenden Empörung angesichts differenzierter Sichtweisen zu Krieg & Sanktion freien Lauf zu lassen. Er werde Konsequenzen für den Parteifreund einfordern, hackte Herr Norbert Kleinwächter voll des hochmoralischen Hasses auf den Parteifreund in die Tastatur. Er selbst sei ein Kämpfer für den Frieden, die Demokratie und das Recht. Das stimmt wohl. Ein ganz kleiner Kämpfer eben, der Herr Norbert Kleinwächter. Für den Kleckerbetrag, mit dem er sich allmonatlich abspeisen läßt, würde ein richtiger Super-Kämpfer für den Frieden, die Demokratie und das Recht, wie der vorbildliche Herr Wolodymyr Selenskyi einer ist, noch nicht einmal den Rechner hochfahren. +++

+++ Offensichtlich sind Herrn Kleinwächters Mitverteidiger von Freiheit, Demokratie und Recht in der Ukraine nicht richtig ausgelastet mit ihrem anstrengenden Job. Wie die „Berliner Zeitung“ meldet, haben ukrainische Hubschrauber im Tiefflug die russische Flugabwehr ausgetrickst, sind auf russisches Territorium vorgedrungen und haben dann in Belgorod ein Treibstofflager in Brand geschossen. Zum Glück sei niemand getötet oder verletzt worden dabei. Der Gouverneur der Region Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, habe den Angriff bestätigt. Unterdessen tauchte ein Video aus einer ehemaligen Wurstfabrik in Polovinkino/Ukraine auf, die von der rechtsradikalen Aydar-Gruppierung als Stützpunkt genützt wurde. „Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“, ist in dem Video als Spruch zu sehen, der in die Wand eines Gefangenenraumes in dieser Wurstfabrik eingeritzt worden ist. Die Aidaristen sollen in den Räumen der Wurstfabrik prorussische Zivilisten aus dem Donbass erhängt haben. Ein inexistenter Experte für Moral & Empörung meinte, so seien sie eben, Herrn Kleinwächters Mitkämpfer für Freiheit, Demokratie und das Recht. Bewohner der Stadt Mariupol hätten das bestätigt. Hoffentlich würden sie wenigstens anständig bezahlt. +++

+++ Bahnfahren wird chic und deswegen wird es auch heftig beworben. Die Menschlichkeit haust neuerdings in den Zügen der Deutschen Bahn. Mit der Energieknappheit und den Spritpreisen hat das ganz sicher nichts zu tun. Da muß der Güterverkehr einfach ein wenig für die menschliche Geselligkeit im Zug zurückstecken. Die DB hat einige Güterzüge mangels der Verfügbarkeit von Strom bereits ausfallen lassen. Wenn in Deutschland nichts mehr klappt, – was braucht man dann als erstes? – Richtig, Verständnis. Und so bedankte sich die Deutsche Bahn heute im Raum Berlin bei ihren Kunden für das Verständnis dafür, daß sie Online keine Fahrkarten mehr buchen konnten. „Vielen Dank für Ihr Verständnis“. Wer hätte auch für Systemaktualisierungen kein Verständnis? – Na eben. Ein inexistenter Experte für die menschliche Gesellschaft erklärte, Verständnis sei das wichtigste von allem. Besonders wichtig sei das Verständnis dafür, daß sich deutsche Volksvertreter nicht so hemmungslos bereichern wie gewisse Kämpfer für Freiheit, Demokratie & Recht in der Ukraine, sondern sich mit monatlich 300 Euro mehr zufrieden geben, während sie die Bürger mit einer einmalig großzügigen und zu versteuernden Energiekostenentlastung i.H.v. 300 Euro verständnisvoll „unterstützen“. Ein inexistenter Experte für Wording & Framing erklärte, es habe schon seinen Grund, daß der grüne Wirtschaftsstaatssekretär Krischer das Wort „Unterstützung“ wählte, um sicherzustellen, daß die Großherzigkeit der Ampel den Bürgern gegenüber angemessen gewürdigt wird. Mehr Bürger, als er ursprünglich für möglich gehalten hatte, hätten Krischer schließlich Beifall geklatscht. +++

+++ Die englische „Daily Mail“ berichtet von einer Lesbe, die sich per In-Vitro-Fertilisation hatte schwängern lassen und dann einen Jungen zur Welt brachte, obwohl sie eigentlich ein Mädchen wollte. Nun hat die Frau die Klinik verklagt, in der die In-Vitro-Fertilisation stattgefunden hatte. Ihre Begründung: Der männliche Embryo habe sie vergewaltigt. Ein inexistenter Experte für die Mysterien dieser Welt erklärte, er wisse überhaupt nicht mehr, weshalb jemand die „westliche Kultur“ noch verteidigen will. Ihm täte der Neugeborene jetzt schon unendlich leid und er wünsche sich, daß er bei dieser widerlichen Xanthippe nicht bleiben muß, sondern in eine liebevolle Familie kommt, die ihn wie einen Jungen aufzieht. Er fügte wortwörtlich an: „Gott schütze die Kinder vor solchen perversen Egozentrikerinnen“. +++

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