Isolation (Bild: shutterstock.com/Von Sergej Cash)
Isolation (Bild: shutterstock.com/Von Sergej Cash)

Der deutsche Wahn: Warnungen vor Ende der Isolationspflicht

Erinnert sich noch jemand an früher? Wenn es da einem schlecht ging, zum Beispiel, weil ihm die Grippe niedergestreckt hat, ist man zu Hause geblieben und hat das auskuriert. FREIWILLIG! Weil der Staat damals noch keinen Begriff wie Corona-Virus auf der Pfanne hatte.

Und wenn es einem wieder etwas besser ging, hat man sich unter die Menschen gewagt, allerdings mit Abstand und Vorsicht.

In der heutigen Zeit entscheidet der Gesundheitsstaat, wie man sich bei einer ansteckenden Krankheit zu verhalten hat. Mehr Demütigung geht eigentlich nicht.

Corona-Infizierte müssen sich nun laut den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts ab dem 1. Mai nicht mehr verpflichtend in Quarantäne begeben. Die neuen Quarantäne- und Isolationsregeln sollten ab Mai auf „Freiwilligkeit“ beruhen, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) nach Beratungen mit seinen Länder-Kollegen am Montag in Berlin. Ausgenommen davon seien allerdings Beschäftigte im medizinischen Bereich, für sie gelte im Fall einer Corona-Infektion eine fünftägige Quarantäne mit anschließendem Freitesten.

Sollen wir jetzt feiern, dass so eine Selbstverständlichkeit verkündet wird? Und natürlich melden sich jetzt die Profiteure der Pandemie ebenfalls zu Wort:

Der Epidemiologe Hajo Zeeb vom Leibnitz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie hat den Wegfall der Isolationspflicht ab dem 1. Mai scharf kritisiert. „Wenn eine Person Symptome aufweist, dann sollte sie zuhause die Corona-Infektion aussitzen, anstatt noch mehr Menschen anzustecken“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Gerade bei der Omikron-Variante besteht die Gefahr, dass Infizierte das Virus sehr schnell weitergeben.“

Daher sprach sich der Experte für die Fortsetzung der Fünf-Tage-Regelung aus. „Die Isolationspflicht von fünf Tagen sollten wir unbedingt beibehalten.“ Dagegen halte er eine Quarantäne für Kontaktpersonen nicht mehr für notwendig.

„Mit dem Wegfall der Isolations- und Quarantänepflicht wird das Coronavirus jetzt wie eine Erkältungskrankheit behandelt“, ordnete Zeeb die Lockerung Lauterbachs ein und kritisierte: „Wir haben bei Corona aber eine besondere Situation mit schweren Verläufen und hohen Todesfallzahlen.“ Er warnte daher vor dieser weitreichenden Lockerung: „Wir müssen davon ausgehen, dass sich das zirkulierende Virus durch den Wegfall der Isolationspflicht weiter ausbreiten wird. Im Herbst und im Winter erhöht sich jetzt die Gefahr, dass das Coronavirus mutiert.“

Covid-19 bleibe eine Erkrankung, die man nicht unterschätzen dürfe. Dass die Politik nun bei der Pandemiebekämpfung auf Freiwilligkeit setze, hält Zeeb nicht für erfolgversprechend. „Ich rechne nicht damit, dass sich viele Menschen in Isolation und Quarantäne begeben. Freiwilligkeit funktioniert bei den Corona-Maßnahmen nur eingeschränkt, das haben wir in der Pandemie schon häufig feststellen müssen.“ Hinzukomme laut dem Epidemiologen: „Viele rechtliche Frage sind offen, zum Beispiel ob infizierte Arbeitnehmer zur Arbeit erscheinen müssen oder nicht.“

Dazu muss man wissen, dass die Patientenzahlen auf den Intensivstationen und die Hospitalisierungsrate seit Monaten stabil ist, es also kein Anlass zur Sorge gibt, auch weil die Kapazitäten offensichtlich reichen, um jetzt vermehrt ukrainische Flüchtlinge aufzunehmen.

Und schwere Verläufe gab es auch schon immer – aber da hat man noch nicht so viel Geld damit verdienen können. (Mit Material von dts)

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