Erdingers Absacker; Bild: Collage
Erdingers Absacker; Bild: Collage

Erdingers Absacker: Wo sitzt der Feind?

+++ Der Bundestag hat mit großer Mehrheit für die Lieferung „schwerer Waffen“ an die Ukraine gestimmt. Dadurch wird zweifellos Schaden vom deutschen Volk abgewendet und sein Nutzen gemehrt. Wer das dennoch bezweifelt, ist Putinversteher. Ein inexistenter Experte für militärischen Komplettservice, der keinesfalls mit einem Putinversteher verwechselt werden möchte, ergänzte, Deutschland sei zwar auf einem guten Weg, aber es gehe noch besser. Anstatt nur die „schweren Waffen“ an die Ukraine zu liefern, sollte man die Befürworter dieser Lieferungen gleich mitliefern. Schließlich gehe der Ukraine nicht nur das militärische Gerät aus, sondern auch das Personal, welches frisches Gerät bedienen könnte. Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew scheint jedoch unbedingt Putinversteher bleiben zu wollen. Er meinte, der Weg, den Deutschland nun eingeschlagen habe, nehme für gewöhnlich kein gutes Ende. +++

+++ Die EU-Kommission kann große Kommunikationsplattformen wie Facebook, Telegram und Twitter dazu verpflichten, in akuten Krisensituationen „dringende Bedrohungen zu begrenzen“. So wird es im neuen Gesetz für die digitalen Dienste (DSA) stehen. Als Beispiel nennt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ den gegenwärtigen Ukrainekrieg. Die Kommunikationsplattformen sollen verhindern, daß „Kriegspropaganda“ verbreitet wird. Ein inexistenter Experte für Logik & Propaganda erklärte daraufhin, mit dem neuen Gesetz sei praktisch das Aus für Berichte aus dem deutschen Bundestag und dem EU-Parlament beschlossen worden. Dort seien schließlich die gräßlichsten Kriegspropagandisten in großer Zahl versammelt. +++

+++ Die Geschichte ist verzwickt. Einem Bericht der „Berliner Zeitung“ zufolge, soll Russlands erstmals eine deutsche Zahlung für Gaslieferungen in den Monaten April und Mai abgelehnt haben, da sie nicht ordnungsgemäß in Rubel ausgeführt worden sei. Die geplatzte Zahlung betrifft eine Abwicklung über die „Gazprom Marketing & Trading“, eine Firma, die Gazprom selbst zum 31. März abgestossen hatte, und die sich nunmehr mit Sitz in London in deutscher Hand befindet. Offensichtlich war versucht worden, die Zahlung in Euro abzuwickeln, was für Russland insofern wertlos ist, als daß russische Devisenreserven im westlichen Ausland allerweil eingeforen sind. Bisher sollen das etwa 300 Mrd. Euro sein. Ein anderer Gasimporteur hingegen will künftig erfolgreich in Rubel bezahlen, auch auf die Gefahr hin, einer Umgehung der EU-Sanktionen gegen Russland bezichtigt zu werden. Der Vorstandsvorsitzende von „Uniper“, Klaus-Dieter Maubach, bereite gerade die Zahlungen über ein Gazprombank-Konto vor. Maubach: „Das heißt, wir zahlen weiterhin in Euro und es findet, orchestriert über die Gazprom-Bank, eine unmittelbare Konvertierung in Rubel statt“. Man müsse damit leben, wenn die Russen dann sagen würden, „Uniper“ habe in Rubel bezahlt. Angesichts der Tatsache, daß weder die Ukraine noch Russland EU- oder NATO-Mitglieder sind, stellte ein inexistenter Experte für Volksvertretung & Verrat fest, es sei sehr leicht nachvollziehbar, wenn sich das deutsche Volk frage, wo eigentlich der wirkliche Feind sitzt. +++

+++ Die britische Außenministerin Liz Truss verkündete in einer Rede zur Sicherheitspolitik am Mittwochabend in London, Großbritannien wolle „schneller handeln und weiter gehen, um Russland aus der gesamten Ukraine zu verdrängen“. Damit seien auch die Krim und der Donbass gemeint gewesen, sagten Kommentatoren. Ein inexistenter Experte für Haltung & Meinung erklärte daraufhin, das habe man nun davon, die vormaligen europäischen Demokratien in Gesinnungs- & Schlitzdiktaturen verwandelt zu haben, in denen eine scheinheilige Pseudomoral höher gewichtet wird, als Verstand und Sachkenntnis. Dem russischen Außenminister Lawrow sei das schon vor dem Krieg aufgefallen, als er die britische Außenministerin bei ihrem Moskaubesuch mit der Fangfrage völliger Inkompetenz überführte, ob sie wenigstens anerkennen wolle, daß Rostow am Don zu Russland gehöre, was die britische Polit-Trusse verneint habe. Es zahle sich langfristig nicht aus, bei Außenministern die Geographiekenntnisse zugunsten ihres Geschlechts zu vernachlässigen. Überhaupt wolle man sich gar nicht ausmalen, was noch alles zugunsten des Geschlechts vernachlässigt worden sein könnte. Intelligenztest seien politisch womöglich sinnvoller, als Untersuchungen zur hormonellen Zusammensetzung des politischen Personals. Generell sei es immer sinnvoll, jederzeit zu wissen, wo der wirkliche Feind sitzt. +++

+++ Der amerikanische Verteidigungsminister Lloyd Austin hat mit gleich drei freudschen Versprechern dafür gesorgt, daß nun außer Wladimir Putin und den Russen die ganze Welt weiß, wer in der Ukraine tatsächlich Krieg gegen wen führt. Die Schweizer „Weltwoche“ hat sie dokumentiert: 1. „Uns zu befähigen, den gegenwärtigen Kampf zu gewinnen.“ 2. „Unsere, ihre, Fähigkeit, zu gewinnen.“ 3. „Sie (die Ukrainer) glauben, dass wir gewinnen können. Wir glauben, dass sie, wir, sie gewinnen können.“ Damit bestätigte LLoyd Austin das, was der Absacker seit dem 24. Februar für gesichert hielt: Der Ukrainekrieg ist ein typischer Stellvertreterkrieg der USA auf ukrainischem Territorium, die USA werden „bis zum letzten Ukrainer“ kämpfen – und wenn ganz Europa dabei über die Klinge springt. Ein inexistenter Experte für zielführende Fragen erklärte, sinnvoll für die Europäer sei es, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wo ihr Feind wirklich sitzt und ob sie tatsächlich noch Regierungen haben, die ihre Interessen vertreten. So viel stehe nämlich fest: Bei den russischen Warnungen vor einem Weltkrieg handele es sich nicht um freudsche Versprecher. Die Amerikaner säßen einfach viel zu selbstsicher zwischen Pazifik und Atlantik. Daß sie noch für irgendwelche „westlichen Werte“ stünden, sei dort so sehr ein Gerücht wie in Brüssel. +++

+++ Daß sich deutsche Politiker, allen voran unser Bruder Karl Lauterbach, gern der vom Bundestag beschlossenen Evaluierung einer Sinnhaftigkeit der in den beiden vergangenen Jahren verfügten Corona-Maßnahmen entziehen würden, ist zwar verständlich, kann aber trotzdem nicht geduldet werden. Prof. Christian Drosten scheint bereits zu ahnen, wie das Ergebnis einer solchen Evaluierung ausfallen müsste – und hat es vorgezogen, sich aus dem entsprechenden Expertengremium zu verdünnisieren. Das vorliegende Datenmaterial reiche angeblich nicht aus, um eine aussagekräftige Evaluierung vorzunehmen. Ein inexistenter Experte für Columbo-Fragen jedweder Listigkeitsstufe im Wortlaut: „Ah, Moment, eine letzte Frage noch, Herr Professor. Wenn das Datenmaterial nicht ausreicht, um eine Evaluierung vorzunehmen – welches Datenmaterial war dann ausreichend, um die Maßnahmen zu verfügen?“ +++

+++ Die Nachfolgerin der mit Schimpf & Schande vom Hof des Landscholzen gejagten, grünen Familienministerin, Frau Anne Spiegel, wurde im Bundestag vereidigt. Ein inexistenter Experte für optische Täuschungen erklärte, die neue Familienministerin, Frau Lisa Paus, ebenfalls Grüne, habe die demokratische Stilsicherheit im Hohen Haus zur höchsten Blüte geführt. Wenn „aus dem Volk und für das Volk“ das demokratische Motto bei der Vereidigung von Volksvertretungspersonal sei, dann sei Frau Lisa Paus bereits bei ihrer Vereidigung zur demokratischen Legende geworden. Jedenfalls habe sie in ihrem weißen Kittelkleid über einer dunkelgrauen Leggings und einem blauen Jäckchen, das selbst der zierlichen Ursula von der Leyen noch zu kurz gewesen wäre, den Eindruck erweckt, als sei sie direkt aus der Küche eines Volkskrankenhauses zur Vereidigung in den Bundestag geeilt. +++

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