Windkraftausbau kommt nicht voran

Um schnell unabhängig von russischen Energieträgern zu werden, will Wirtschaftsminister Robert Habeck den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen. Dazu will er die Genehmigungsverfahren verkürzen, die Einspruchsmöglichkeiten reduzieren und dem Ausbau Vorrang vor dem Naturschutz gewähren. Dazu sollen die Bundesländer mindeste 2 Prozent ihrer Fläche zum Windkraftausbau freigeben. Soweit der politische Wille. In der Realität sieht es aber anders aus als beim politischen Wunschdenken.

Ein Beitrag von Blackout News

Schwacher Windkraftausbau im ersten Quartal

Im ersten Quartal 2022 hat die Bundesnetzagentur in Deutschland gerade die Inbetriebnahme von 100 neuen Windkraftanlagen registriert. Das sind allerdings 33 Anlagen weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dabei galt das Jahr 2021 allgemein schon als außergewöhnlich schwaches Jahr beim Ausbau. Die installierte Leistung betrug ca. 400 MW. Im gleichen Zeitraum lag im Jahr 2021 die installierte Leistung um mehr als 30 Prozent höher. Die neuen Anlagen stehen allesamt an Land. Im ersten Quartal ging kein einziges Offshore Windrad in Betrieb. Diese Zahlen gehen meist auch über die Ticker der Nachrichtenagenturen. Was dabei allerdings überwiegend keine Berücksichtigung findet, ist der Rückbau alter Anlagen.

Viele alte Anlagen werden zurückgebaut

Seit dem Jahr 2020 ist die 20-jährige EEG-Förderung für die ersten Windkraft- und Solaranlagen ausgelaufen. Während Solaranlagen meist ohne Förderung einfach weiterlaufen, rentiert sich der Betrieb von Windkraftanlagen für die Betreiber nicht mehr. Deshalb wurden im ersten Quartal 2022 auch mehr als 50 Windkraftanlagen mit einer Leistung von insgesamt 55 MW bei der Bundesnetzagentur abgemeldet. Das entspricht ungefähr der neu installierten Leistung, im Januar. Die Zahl der Rückbauten wird in den Folgejahren massiv steigen. Schon im Jahr 2023 sind mehr als 15.000 Anlagen vom Auslauf der Förderung betroffen. Experten gehen davon aus, dass in den kommenden Jahren bis zu 1600 alte Windkraftanlagen jährlich zurückgebaut werden.

Kaum neue Windkraftanlagen auf Flächen zurückgebauter alter Anlagen

Dazu kommt, dass auf den Flächen der zurückgebaute Windkrafträdern nur selten neu Anlagen errichtet werden. Im ersten Quartal ist dies nur in einem einzigen Standort in Schleswig-Holstein der Fall. Allerdings ersetzt man dort die acht alten Anlagen mit einer Leistung von 16,1 Megawatt durch vier neue mit einer Leistung von nur 3,8 Megawatt. Selbstverständlich muss man beim Ausbau der Windkraft den Nettozuwachs betrachten, also die Rückbauten mit einbeziehen.

 

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