Erdingers Absacker; Bild: Collage
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Erdingers Absacker: GERM – ist Bill Gates ein gefährliches Virus?

+++ In der „Welt“ ist ein informativer Artikel zu Bill Gates‘ Buch „Wie wir die nächste Pandemie verhindern“ erschienen. Gates phantasiert sich eine „Ghostbuster“-Truppe zusammen, die er als „Global Epidemic Response and Mobilization Team“ (GERM) bezeichnet, eine Gruppe, die mit schier unbegrenzter Macht ausgestattet ist, um „globale Antworten und Mobilisierung bei Epidemien“ durchzusetzen, wie Jörg Phil Friedrich schreibt. „GERM“ ist witzig gewählt. Dieses Akronym ist nämlich auch noch ein eigenständiges Wort im Englischen und wird übersetzt mit „Keim, Erreger, Virus“. „GERM“ unterliegt nach Gates‘ Vorstellung überhaupt keiner demokratischen Kontrolle mehr. Er scheint sich tatsächlich gedacht zu haben, was im Film als „Ghostbusters“ hinhaut, müsste sich in der Wirklichkeit als „Germbusters“ realisieren lassen. +++

Die Ghostbusters (1989) werden zu Bill Gates‘ „Germbusters“ (2022) – Foto: Imago

+++ Das Problem ist nie, daß jemand einen Film dreht oder ein Buch schreibt. Hätte Sepp Wurstfinger aus Hintertippling einen Science-Fiction-Roman über eine weltweite Pandemiebekämpfungs-& Mobilisierungstruppe geschrieben, welche die totale Macht hat, dann wäre das egal gewesen, weil sich außerhalb von Hintertippling niemand dafür interessiert, wer Sepp Wurstfinger ist. Das ist bei Bill Gates anders. Den kennt auf der Welt jeder, der schon einmal eine Null neben einer Eins gesehen hat, wie das bei der Zahl 10 der Fall ist. Auf einer globalen Bekanntheitsskala von 0 – 10 erreicht Gates die volle Punktzahl. Wenn so einer ein Buch schreibt – oder schreiben läßt -, nachdem ihm in den Jahren zuvor schon sämtliche gewählten und ungewählten Politiker und Medienzaren um die Beine gestrichen sind wie anschmiegsame Schmusekätzchen, dann bimmeln sämtliche Alarmglocken. Immerhin wird Gates als „Philanthrop“ bezeichnet, als Menschenfreund also. Wer sich allerdings mit zum Teil jahrzehntealten Äußerungen von Bill Gates zum Problem der Überbevölkerung eines im gräßlichen Weltklima gefangenen Planeten auskennt, der weiß, daß Gates höchstens noch bei denen als Philanthrop durchgehen könnte, die eine Verwirklichung seiner Pläne zur Reduzierung der Weltbevölkerung überlebt hätten. Wer sie nicht überlebt hätte, dem wäre es egal, ob Gates ein Philanthrop ist oder der Plural von „Gate“. Gate ist das englische Wort für Tor. „Tore zur Hölle“ hieße demnach „Gates to hell“. Skeptiker, die sich nicht so leicht einen philanthropischen Bären aufbinden lassen, würden deshalb eher fordern: „To hell with Gates“, also „zur Hölle mit Gates“. +++

„Da gates rein“: Satan am Eingang zur Hölle, Illustration von Gustav Dore zu „Paradise Lost“ – Foto: Imago

+++ Zurück zu Jörg Phil Friedrich in die „Welt“: „Deshalb ist es wichtig, sich klarzumachen, was bei Gates ganz fehlt: Es sind die ethischen, die politischen und die gesellschaftlichen Kosten einer verabsolutierten Pandemie-Bekämpfung, die ihn nicht interessieren. Ja, es sei wohl „schmerzlich“ für Bewohner von Pflegeheimen und ihre Angehörigen, wenn sie „buchstäblich in ihre Zimmer verbannt“ blieben, aber schließlich habe diese Maßnahme viele Leben gerettet und sollte deshalb auch wieder angewandt werden. Dass eine Gesellschaft sich auch fragen muss, wie viel Lebensrettung ethisch akzeptabel ist, ficht Gates nicht an.“ – und genau das ist das Gefährliche an Gates, meint ein inexistenter Experte für Falschbezeichnungen aller Art. Wer „Menschenfreund“ sei, der sollte am besten erst einmal wissen, was der Mensch ist, bevor er zu seinem Freund wird, anstatt rotzfrech mit der Behauptung vorzupreschen, er müsse das nicht wissen, um dennoch Menschenfreund zu sein. Wer Gates einen Menschenfreund nennt, der würde Dschingis Khan auch als einen Pazifisten bezeichnen. Software-Experten hätten sogar behauptet, Microsoft-Windows sei der Beweis dafür, daß Gates keinesfalls ein Menschenfreund sein kann. Unter dem Gesichtspunkt der „Westlichen Werte“ sei es generell ein Riesenproblem, daß gänzlich ungewählte, jedoch multimilliardenschwere „Stifter“ unter dem Deckmantel der Philanthropie politische Agenden finanzieren, die mit Philanthropie und menschlicher Freiheit überhaupt nichts zu tun haben, mithin also nicht das Leben als solches unterstützen, sondern daß diese Philanthropen lediglich ein rein physisches Überleben im Sinn hätten, so, wie der Viehzüchter am Überleben seiner Rindviecher bis zum Schlachttermin interessiert ist. Was vorgebliche Philanthropen wie Gates, Schwab oder Soros antreibe, sei im Grunde nichts anderes, als der Wunsch, eine globale Menschenwirtschaft analog zur Viehwirtschaft einzuführen. Es gehe ihnen um die Degradierung des Menschen zum Nutzvieh einer kleinen Wirtschaftselite. +++

Argentinien: Kalb mit „Menschengesicht“ erblickt das „Licht der Welt“ – Foto: Screenshot YouTube

+++ Daß einer wie Gates so populär ist, erklärt sich wahrscheinlich durch einen allgemeinen Geistesverfall, wie eine Meldung der „Weltwoche“ über die Universität in Bonn nahelegt. Die Hochschule ist offensichtlich zur Deppenschule degeneriert. Sie stellt jetzt nämlich Tampons und Binden kostenlos zur verfügung – und zwar auch für „männliche Studierende“, die zu geistreicheren Zeiten einfach nur als Studenten bezeichnet worden wären. Die Begründung der Universität für ihr Wohltäter:innentum: „Auch männliche Studierende menstruieren.“ Ein inexistenter Experte für Leckagen aller Art erklärte die Groteske mit einer Analogie aus der Motorentechnik. An der richtigen Körperstelle angewandt, fungierten die kostenlosen Tampons bei der Universitätsleitung ungefähr so, wie die Zylinderkopfdichtung beim Automotor.  +++

Zylinderkopfdichtung – Screenshot YouTube

+++ „Grüne fordern Kriegssteuer„, schreibt die „Bild“-Zeitung in der Rubrik „Keine Denkverbote„. Den Worten der weiblichen Grünparteivorstehenden Lang, Ricarda, zufolge, die aus unerfindlichen Gründen nicht Bertha heißt, ist es nämlich so, daß etliche Firmen am Krieg in der Ukraine prächtig verdienen. Das geht – weiß der Geier warum – „irgendwie, sag‘ ich mal so“ nicht mit der grünen Hypermoral zusammen. Deswegen sollen diese Firmen eine „Übergewinnsteuer“ zahlen. Die hochmoralische Frau, die Ricarda statt Bertha heißt, laut „Bild“: „Wenn es offensichtlich ist, dass einige Konzerne wissentlich und vor allem übergebührlich am Horror dieses Krieges verdienen, dann sollten wir doch eine Übergewinnsteuer einführen, die genau dem aktiv entgegenwirkt.“ Ein inexistenter Experte für saudummes Geschwätz erklärte, er habe sich nie vorstellen können, daß Firmen aus egal welcher Branche wissentlich Gewinne machen könnten und daß es dabei eine Übergebührlichkeitsgrenze zu beachten gebe. Die Äußerungen der grünen Ricarda, die nicht Bertha heißt, würden bei „Biontech“ am Firmensitz in der Goldgrube 12 zu Mainz sehr wahrscheinlich zu Heulen & Zähneklappern führen. Schließlich sei dort im Krieg gegen die Impfskeptiker ein Umsatz von 19 Milliarden Euro entstanden, von dem sage und schreibe über 10 Milliarden als Gewinn verbucht wurden, was wiederum den weiter oben schon erwähnten „Philanthropen“ Gates entzückt haben dürfte. Der war rechtzeitig vor dem „Pandemie“-Beginn bei „Biontech“ als Investor eingestiegen. Es sei wieder typisch grüne Bäuer:innen-Schläue, wenn nicht sogar Frauenpowernden-Schläue, denjenigen einen übergebührlichen Übergewinn anzudichten, die grünen Forderungen nach „Waffen, Waffen und nochmal Waffen“ nachkommen, um sie dann wegen Übergebührlichkeit beim Übergewinn über Gebühr zu besteuern. Im Grunde genommen sei es sogar so, daß dann, wenn man Ricarda, die nicht Bertha heißt, ernstnehmen würde, es schlecht für genau diese Ricarda laufen müsste. Erstens habe sie übergebührliches Übergewicht und zweitens sei jeder Cent, den sie über einen Euro hinaus verdient, ein übergebührlicher Übergewinn, weil ihre gewichtigen Worte nämlich höchstens 80 Cent wert seien, so daß bereits bei 21 Cent Gewinn ein übergebührlicher Übergewinn für Ricarda entsteht, der wiederum bedeutet, daß ihr gesamtes Einkommen oberhalb von einem Euro als Steuer fällig werden müsste. Da helfe es auch nichts, daß Ricarda „keine Denkverbote“ fordert. Die strikte Befolgung eines Denkverbots sei schließlich die Voraussetzung dafür gewesen, sie zur Parteivorstehenden- & sitzenden zu küren. Anders sei gar nicht zu erklären, daß Ricarda behaupten zu dürfen glaubt, sie halte es für verwerflich, wenn Firmen am „Horror des Krieges“ verdienen, ohne sich dabei zu überlegen, daß die nächste Frage automatisch zu sein hätte, ob sie es für löblich hält, wenn stattdessen der Fiskus – und damit die Allgemeinheit – am „Horror des Krieges“ verdient.  +++

Links oben recht lecker: „Menü“ – Screenshot Facebook

 

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