Markus Söder (Bild: shutterstock.com/ Von photocosmos1)

Söder und seine Trümmertruppe: Auf Gewalt-Mayer folgt Plagiat-Huber

In welchem Zustand sich die politische Kaste in diesem Land befindet, das zeigt CSU-Chef Markus Söder und seine jüngste Personalentscheidung, die dem bayerischen Corona-Herrscher gerade um die Ohren zu fliegen droht. Dem Gewaltprotz Stephan Mayer folgt ein Dieb geistigen Eigentums, der mutmaßliche Plagiator Martin Huber, auf den Posten des CSU-Generalsekretärs.

Erst am Freitag hatte Parteichef Markus Söder seinen Spezl Martin Huber als neuen Generalsekretär seiner CSU-Truppe präsentiert. Keine zwei Tage später berichtete die „Bild am Sonntag“ (BamS), dass Plagiatsjäger Jochen Zenthöfer in der Dissertation des CSU-Landtagsabgeordneten – Herr Huber promovierte im typischen links-grünen Gefilde in politischen Wissenschaften – auf zahlreiche dubiose Stellen. Allein auf den ersten 26 fänden sich insgesamt 25 Zitate ohne oder mit falscher Quellenangabe. „Mit dieser Arbeit hätte Herr Huber nicht promoviert werden dürfen“, sagte Zenthöfer der „BamS“. Es lägen „eklatante Verstöße gegen die gute wissenschaftliche Praxis vor“.

Der Plagiatsjäger moniert: Neben Textstellen, deren Herkunft offenbar nicht angegeben sei, greife Huber in der Arbeit immer wieder zu der Methode, nach abgeschriebenen Passagen lediglich einzelne Sätze als Zitat kenntlich zu machen. Das „gewichtige“ Thema der Doktorarbeit des neuen CSU-Generalsekretärs aus dem Jahr 2008 lautete: „Der Einfluss der CSU auf die Westpolitik der Bundesrepublik Deutschland von 1954 bis 1969 im Hinblick auf die Beziehungen zu Frankreich und den USA“. Pikant: Huber tauschte sich im Rahmen seiner Doktorarbeit mit dem früheren CSU-Generalsekretär und späteren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg aus und gibt den Plagiator bei den Quellenangaben an: „Darüber hinaus nahm ich Kontakt zu Karl-Theodor von und zu Guttenberg auf.“

Hubers Ernennung erfolgte in der vergangenen Woche, nachdem sein Vorgänger Stephan Mayer nach nicht einmal drei Monaten Amtszeit – offiziell aus „gesundheitlichen Gründen“ – zurückgetreten war. Der Grund: Mayer verlor im Zusammenhang mit dem Bekanntwerden eines unehelichen Sohnes und nicht geleisteter Unterhaltszahlungen die Kontenance. Der entlarvte Schnacksler soll einen Journalisten des Boulevardmagazin Bunte mit den Worten „Ich werde Sie vernichten“ und „Ich werde Sie ausfindig machen, ich verfolge Sie bis ans Ende Ihres Lebens“ bedroht haben. 200.000 Euro Schmerzensgeld wollte Mayer angeblich auch noch überwiesen bekommen.

Söder selbst gerät jetzt unter Druck:

„Es scheint, als käme Markus Söder vom Regen in die Traufe“, sagte FDP-Vize Wolfgang Kubicki den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Allein der offensichtlich begründete Verdacht schade den Plänen Söders, seine Partei zu alter Stärke zurückzubringen. „So wird der erhoffte Befreiungsschlag zum Rohrkrepierer.“ Es sei „gut und wichtig“, dass es nun offenbar eine offizielle Überprüfung durch die Ludwig-Maximilians-Universität München gebe, fügte Kubicki hinzu.

Die Bedeutung einer solchen Überprüfung hatte zuvor bereits Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger hervorgehoben. „Ein Plagiat ist kein Kavaliersdelikt“, sagte Stark-Watzinger den Funke-Zeitungen. Es sei Aufgabe der LMU München, die Doktorarbeit von Huber zu überprüfen.

„Es steht der Verdacht eklatanter Verstöße gegen die Standards wissenschaftlichen Arbeitens im Raum.“(SB) (dts)

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