So geht Urlaub: Verteidigungsminister-Söhnchen nutzt mit Mama den Regierungshelikopter

Christine Lambrecht war für ihren Sylt-Trip zum Zeitpunkt des russischen Angriffs auf die Ukraine kritisiert worden. Auf dem vom Steuerzahler finanzierten Flug auf die Insel war auch ihr Sohnemann dabei. Offenbar kein Einzelfall. Für die Ministerin ist „rein rechtlich alles völlig korrekt“. Sie kündigt Konsequenzen an – für die Berichterstattung über sie und ihre Familie.

Laut Dienstvorschriften ist die Flugbereitschaft nur dem Bundespräsidenten, Kanzler, Ministern, den Präsidenten von Bundestag und Bundesrat und einigen wenigen anderen Amtsträgern vorbehalten. Persönliche Gäste dürfen nur an Bord, wenn ein Bundesinteresse besteht.

Doch wen interessieren da oben schon Vorschriften. Die Verteidigungsministerin anscheinend nicht. Nach Sylt flog Lamprecht´s Sohn laut Berliner Zeitung im Cougar-Regierungshubschrauber. Kosten pro Flugstunde: 5300 Euro.

Und das soll kein Einzelfall sein. Munter und ganz ungeniert präsentiert sich der Politiker-Spross bei Auslandsreisen seiner Mutter im Regierungsflieger und teilt seine Fotos mit der Welt auf seinem privaten und öffentlich einsehbaren, Instagram-Account.

Am 14. und 15. August 2020 reiste Lambrecht im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft nach Helsinki, am 19. August postet der Sohn der SPD-Politikerin zwei Bilder von sich im Anzug aus dem finnischen Parlament auf seinem Instagram-Account unter den Hashtags #parliament und #helsinki.

Stöbert man weiter in seinem Account wird schnell klar. Er ist des öfteren dabei, wenn die betagte „Militär-Mami“ auf Reisen geht.

Auch am 7. Juni vergangenen Jahres flog er offenbar zu einem Treffen der EU-Justizminister nach Luxemburg mit und teilte auch hier mehrere Bilder, auf denen er zum Regierungsflugzeug läuft und angeschnallt im Flieger Platz genommen hat.

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht zeigt zwar Verständnis für die öffentliche Schelte. Inzwischen kündigte die SPD-Politikerin Konsequenzen an, „damit solche Vorwürfe künftig nicht mehr möglich seien“, berichtet die Welt. Alles korrekt – die  Kosten seien beglichen, so Lambrecht weiter.

Für sie ist klar, wer in Zukunft an den Pranger gehört: „Also, ich behalte mir bei allen Äußerungen, die über mich oder meine Familie getroffen werden, vor, entsprechend dann auch darauf zu reagieren, wenn es zu falschen Tatsachenbehauptungen kommt“, droht die  Ministerin unverfroren.

Auch das Verteidigungsministerium (BMVg) weist die Kritik zurück: Die Ministerin habe den Mitflug im Regierungshubschrauber beantragt und „die Kosten gemäß der Richtlinie zu 100 Prozent übernommen“, erklärte ein Sprecher am Montag in Berlin. Der Flug sei am 8. April ordnungsgemäß angemeldet und am 13. April vom Dienstsitz in Berlin aus gestartet und habe zu einem Truppenbesuch nach Ladelund in Schleswig-Holstein geführt. Die Ministerin dürfe eine solche Begleitung festlegen, heißt es, der Flug muss von dem Familienangehörigen aber selbst beglichen werden und nicht vom Steuerzahler. Die Rechnung sei noch in Arbeit, weiß der Tagesspiegel.

Ihre Kollegen finden deutliche Worte für das Verhalten der Verteidigungsministerin: „Ich kann nicht beurteilen, was das für ein Flug war, ob die Ministerin sowieso unterwegs war. Das Ganze ist nicht wirklich korrekt, das wissen wir alle“, gibt Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, zu Protokoll. (MS)

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