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Ukrainische Gas-Blockade: „Danksagung“ auf Kiewer Art!

Welch eine Blamage für die Großgemeinde der blaugelbe Fahnen schwingenden Ukraine-Freunde von BILD über Baerbock bis zur Jungen Freiheit: Nicht der erzböse Putin unterbricht die russischen Gaslieferungen an die NATO/EU-Staaten, sondern deren beste neuen Freunde und Kampfgenossen – das Selenskyj-Regime in Kiew. Das bringt selbst das Zentralorgan des etwas anspruchsvolleren Russenhasses in Deutschland in Verlegenheit, wovon dessen verlogene heutige Schlagzeile zeugt: „Ukrainekrieg führt erstmals zu verringerten Gaslieferungen“.

Von Wolfgang Hübner

Die Leser der FAZ müssen erst den Text dazu lesen, um zu erfahren, dass nicht etwa der Krieg, sondern mutwillig die Ukraine den Gastransit gen Westen an einem Hauptstrang unterbrochen hat. Das führt zu etwa 30 Prozent weniger Energiezufluss an die Abnehmer, darunter Deutschland. Die Beschwichtigungen von Bundesregierung und Netzagentur, man habe alles im Griff und bislang seien keine Preisanstiege von Gas zu beobachten, sind reine Beruhigungspillen. Denn selbstverständlich wird eine längerfristige Reduzierung der russischen Lieferungen beträchtliche Auswirkungen haben, die viele Millionen Konsumenten zu spüren bekommen.

Die ukrainische Blockademaßnahme erfolgt einen Tag nach dem Baerbock-Besuch in Kiew, bei dem die Außenministerin dem Selenskyj-Regime eilfertig die absolute Solidarität Deutschlands, den EU-Beitritt und kein künftiges Zurück zum Russengas versicherte. Aus dem zeitlichen Ablauf lässt sich gut schließen, dass die „Völkerrechtlerin“ in Kiew eben so wenig ernst genommen wird wie in Moskau – immerhin mal eine Gemeinsamkeit der Kriegsgegner. Alles spricht hingegen für die Regie der Biden-USA bei der ukrainischen Blockade-Entscheidung.

Denn ohne amerikanische Billigung wird in Kiew überhaupt nichts mehr entschieden. Dazu hat sich das Selenskyj-Regime viel zu sehr in politische, finanzielle, militärische und wirtschaftliche Abhängigkeit von Washington begeben. Auf viele Jahrzehnte wird die Nachkriegs-Ukraine, wie immer diese aussehen wird, in amerikanischer Schuldknechtschaft sein. Zumindest der französische Präsident Macron scheint dies mit seiner Äußerung begriffen zu haben, die Ukraine könne erst in vielen Jahren in die EU aufgenommen werden.

Die Machthaber in den USA und in ihrem traditionell besonders kriegerischen Londoner Verbündeten scheren sich bei ihrem Versuch, Russland zu schwächen und am liebsten in die Knie zu zwingen, immer weniger um die Interessen, Ängste und Bedenken der EU-Länder. Die Waffe der Gasblockade, die einzusetzen sich Putin sehr zum Verdruss der westlichen Kriegstreiber beharrlich weigert, ist eine gute Möglichkeit, die europäische Konkurrenz ökonomisch zu schwächen und zugleich die Abhängigkeit von Amerika zu erhöhen. Wer solche Freunde hat, braucht wahrlich keine Feinde mehr!

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