Nicole Höchst MdB; Bild: Nicole Höchst
Nicole Höchst (MdB) vom AfD-Landesverband Rheinland-Pfalz

Höchst brisant: Privilegiertes Frauenbluten

Der Internationale Tag der Menstruation ist gleichzeitig der internationale Tag des Bumerangs / von Nicole Höchst

Der 28. Mai wurde vorgeblich deshalb zum „Tag der Menstruationshygiene” erklärt, um das Schweigen zu brechen und auf „das Problem aufmerksam” zu machen. Aber wer kommt nur auf eine solche Idee? Natürlich sind es Frauen. Nicht „Menstruierende” oder – noch aberwitziger – „menstruierende Personen“, sondern: Frauen.

Das liest sich auf einschlägigen Seiten dann so: „Aber für Aktivist:innen der menstruellen und/oder sexuellen Gesundheit ist der Internationale Tag der Menstruation ein wichtiger Bestandteil des Kalenders. Und die Organisation Menstrual Hygiene Day hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 dafür zu sorgen, dass keine menstruierende Person mehr durch seine/ihre Periode behindert wird. Im Jahr 2022 wollen sie dieses Ziel unterstützen, indem sie von einem ‚Aufruf zum Handeln‘ zu einem ‚Bekenntnis zum Handeln‘ übergehen. Sie haben dafür auf Social Media eine Kampagne mit dem Hashtag #WeAreCommitted gestartet. Dabei rufen sie zu allen Veranstaltungen und Beiträgen auf, die dazu beitragen!

Die weibliche Menstruation ist in vielen Kulturen negativ behaftet und wird oft von Schweigen, Ausgrenzung und Scham begleitet. Und der Grund, warum der „Tag der Menstruation” auch im aufgeklärten Deutschland durchaus ebenso von Scham – und zwar in diesem Falle: Fremdscham – begleitet wird, sind Tweets wie dieser hier von Svenja Schulze:

Was passiert wohl erst mit diesen „Feministinninninnninnennn*****”, wenn sie irgendwann auf den Trichter kommen, das in dem Begriff das Wort „men“ (englisch Plural für „man”) also zu gutdeutsch „Männer“, enthalten ist? Ja, ich weiß, dass das aus etymologischer Sicht Schwachsinn ist. Aber ich weiß auch, dass es biologisch zwei Geschlechter gibt, und extrem seltene Fälle mit Ausprägungen von beiden Geschlechtern.

Diese Tatsachen jedoch hindern die Regenbogenkrieger nicht daran, die Biologie zu verleugnen und Sätze wie „Der Penis ist nicht per se ein männliches Geschlechtsorgan” rauszuhauen – so wie etwa der grüne MdB Markus (aka Tessa) Ganserer. Oder der „Spiegel„, der Beiträge abdruckt, in denen es heißt: „Welches Geschlecht ein Mensch hat, kann kein Arzt von außen attestieren.” Und die Welt ist eine Scheibe! Wer die Biologie leugnet, der kann auch die Etymologie leugnen – das ist dann nun wirklich keine große Sache mehr.

Wer hat soviel Pinkepinke, wer hat soviel Geld?

Es gibt also eine internationale Organisation, deren Zweck darin besteht, mit dem Aberglauben und den Benachteiligungen von Frauen weltweit aufzuräumen. Das soll der Zweck hinter dem Menstruationstag sein. Natürlich muss das bezahlt werden. Und, Sie ahnen es bereits: Natürlich hängt hier wieder der deutsche Steuerzahler mit drin. Wie könnte es auch anders sein, wenn irgendwo etwas „sichtbar” gemacht wird.

Auf der Unterstützerseite dieses fragwürdigen „Gedenktages“ sind dessen zahlenden Supporter aufgeführt. Ich mutmaße, dass sogar aus mindestens zwei der dort genannten Quellen deutsches Geld fließt: Erstens natürlich vom Außenministerium selbst – wie dort ja auch explizit vermerkt ist – aber auch die Unicef spendiert reichlich Geld, das zuvor wiederum von Deutschland (als einem ihrer Hauptfinanziers) an die Unicef floß. Interessant jedenfalls ist: Auch die Bill and Melinda Gates Stiftung unterstützt mal wieder, rein „menschenfreundlicherweise” versteht sich!

Hilfe, mir fällt beim Schreiben ja gerade auf, dass die englischen „Männer” auch im Wort „Men-sch“ stecken! Die sind wirklich überall, diese bösen, alten, weißen Männer! Möge die Hexenjagd auf dieses toxische Wort endlich beginnen! „Frau-sch“ müsste es schon heißen, denn „Womensch“ geht in zweierlei Hinsicht gar nicht: Erstens scheinen die linguistisch minderbegabten Wokisten noch nicht bemerkt zu haben, dass im Englischen in der Mehrzahl der Frauen immer Männer stecken (rein etymologisch natürlich, Zwinkerauge!) – ich beziehe mich auf das „-men“ am Wortende von „Women. „Wo-mensch“ würfe zudem auch die Frage auf, „wo” der Mensch (abgeblieben) ist. Richtigerweise wurde dereinst der Mensch als denkendes, vernunftbegabtes Wesen mit Intelligenz, Geist, Sinn und Verstand gleichgesetzt. „Wo Mensch?“ wäre also zugleich die Frage nach dem Verbleib der Intelligenz. Und diese Frage ist mittlerweile mehr als berechtigt.

Das Geräusch des schnell Vorüberziehenden

Also, hier sind jetzt echt die „Studentinninninninninnen***” der teuren Genderlehrstühle gefragt, wie zum Henker man das sprachlich am besten richten (oder neudeutsch: gefixt kriegen) kann! „Wo-sch“ wäre noch eine Alternative, auch ein gutes, bedeutungsschwangeres Wort. Denn „Wosh“ ist im Englischen der Begriff, der das Geräusch einer schnell vorüberziehenden Sache, Menschen oder Tieres nachmacht. Das wäre insofern sinnträchtig, als dass es prima den verzeitgeistigten Menschen darstellt, wie er an der Intelligenz schnell vorbeizieht und evolutionär falsch abbiegt. Das Bild muss man sich nun auf der Zunge zergehen lassen: Im Zeitraffer zieht das regenbogenschillernde Wokistenheer an Biologie, Wissenschaft und Evolution auf dem Weg ins Nirvana vorbei. „Wosh“.

Aber zurück zu den Sponsoren des Weltmenstruationstages: Bei näher Betrachtung springen einem dort neben den ganzen Stiftungen auch einige Hygieneartikelhersteller ins Auge. Das ist schlau: So ein stiftungs- und staatsfinanzierter internationaler Menstruationstag schafft auf andere Leute Kosten jede Menge positive Öffentlichkeit – und erschließt womöglich sogar neue Märkte.

Nur Gratismut vertreten

Nicht minder auffällig jedoch ist auch, wer hier nicht mit von der Partie ist: Es fehlen als Geldgeber die Staaten, bei denen aus Wokistensicht angenommen werden darf, dass Frauen dort noch immer benachteiligt oder stigmatisiert etc. werden. Was aber ist das für eine Art Frauenrettung, Entwicklungshilfe oder gar Sichtbarmachung, wenn die Regierungen dieser Länder ganz offenbar nicht für dieses hehre Ansinnen gewonnen werden konnten? Was bringt (und ändert) dann eigentlich ein internationaler Menstruationstag, bei dem ausschließlich in Ländern mit bereits zum Erbrechen übererfüllter Gleichberechtigung Frauen mit „Bracelets“ gratismutig posen? Die Antwort ist sonnenklar: Nichts!

Aber Hauptsache, man nervt in unseren auf- und abgeklärten westlichen Gesellschaften den Menschen mit diesen Dingen weiter bis zum Anschlag. Besonders gehen mir die vielen westlichen gratismutigen Poser auf den Geist, die den Kampf zur Sichtbarmachung ihrer Monatsblutungen ad nauseam und nicht minder sinnlos führen. Gefahrloses Posen, damit man sich „gut fühlt” und noch etwas für die armen unterdrückten Frauen irgendwo in bösen steinzeitpatriarchaischen Gesellschaften getan hat. Dabei ist das völlig sinnlos:  Keine Frau in solchen Gesellschaften blutet auch nur ein klein wenig „freier” oder gar „sichtbarer” durch derlei Absonderlichkeiten.

Zu dem Bestreben, Monatsblutungen zu „entstigmatisieren”, gesellt sich dann noch das neue Nischen-Metier der „Menstruationskunst“, etwa durch einschlägige Fotographien, die Menstruationsblut zelebrieren, genauer: Menstruationstassen, die so die Farbe für Gemälde aus Monatsblut auffangen.

Folgt bald auch die Entstigmatisierung von Kot und Urin? 

Ich kann den Popanz um diesen biologischen Vorgang nicht nachvollziehen. Aber gewiss gibt es ja auch Fotographie und Gemälde aus Fäkalien und Urin – denn schließlich müssen ja auch diese biologischen Vorgänge endlich sichtbar gemacht werden. Vielleicht gibt es dafür demnächst ja auch eigene „internationale Tage”? Schließlich sind die Ausscheidungsprozesse des menschlichen Körpers in vielen Ländern noch immer stigmatisiert und tabuisiert! Okay ich überspitze jetzt ein wenig – aber nicht besonders viel. Leider muss ich hier mal etwas deutlicher werden.

Und bitterböse geht es auch weiter: Wie immer schon im internationalen Sozialismus, Klassen- und Geschlechterkampf, muss natürlich die ganze Welt am Menstruieren ungefragt teilhaben, muss das Hingeblute „sichtbar” gemacht werden, muss „entstigmatisiert“ werden – so lange, bis alle bluten. „Vulvani.com” fragt diesbezüglich sogar: „Was kann ich tun?“ Ich traue mich gar nicht weiterzulesen, weil ich davon ausgehe, dass hier zu Solidaritätsblutungen aufgerufen wird. Die Redewendung „Dafür sollst du bluten!” erhält so eine ganz neue Bedeutung.

Ich bin gespannt, was dafür getan wird, bald auch das Nasenbluten zu entstigmatisieren. Es gibt so viele Dinge, die dringend entstigmatisiert gehören: Fußpilz, Durchfall, Schuppen, Haarausfall, Antriebsarmut und vieles mehr. Diese Liste von Alltäglichkeiten, die es zu noch keinem „internationalen Tag” gebracht haben, ist beliebig verlängerbar. Und die Diskriminierung und Stigmatisierung, die Betroffene in der Gesellschaft erfahren, ist wirklich bitter – zumal es sich oft um dauerhafte Zustände handelt, die nicht nur einmal im Monat, biologisch determiniert, vorkommen. Der Unterschied ist: Von denen sind nicht nur Frauen betroffen. Daraus lässt sich also echt schlecht was basteln im Sinne des woken, feministischen Geschlechterkampfes; obwohl die Bürden und Benachteiligungen der Opfer der vorgenannten menschlichen Malaisen für alle spürbar und nachvollziehbar sind.

War da nicht was mit dem Grundgesetz…?

Ein Schelm übrigens, wer denkt, dass das Getue um die Monatsblutungen nicht eine bestimmte Stoßrichtung verfolge: Natürlich hat das alles NICHTS mit der Tatsache zu tun, dass beispielsweise demnächst in Spanien ein bezahlter Urlaub für menstruierende Frauen eingeführt werden soll. Doch keine Sorgen, ihr Frauen Deutschlands: Gesetzesvorlagen oder Anträge dieser Art werden sicher schon eifrig geschrieben und dürften alsbald in den Bundestag eingebracht werden.

Wie war das übrigens noch mit dem Grundgesetz, von wegen „alle sind vor dem Gesetz gleich“? Zur Erinnerung hier nochmal Artikel 3 im Wortlaut:

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Da dürfte die Argumentation hochinteressant werden, wieso zur Gleichstellung ein Menstruationsurlaub gehören muss. Einige sind vor dem Gesetz eben gleicher.

Die PMS passt nicht ins Bild

Vielleicht sollten die menstruationsfeiernden Damen und Herren auch einmal darüber nachdenken, dass dieser Biologismus eben auch schon mangelnde Zurechnungsfähigkeit bedeutet hat. Die englischen Ärzte Katharina Dalton und Raymond Greene prägten 1953 in einer medizinischen Fachzeitschrift den Begriff „prämenstruelles Syndrom“ (PMS). Frau Dr. Dalton bezeichnete PMS darin als die „am weitesten verbreitete und wahrscheinlich älteste Krankheit der Welt”. Ihre Erkenntnisse über die möglichen Auswirkungen von PMS auf das Verhalten von Frauen wurden spätestens 1980 weltweit bekannt. Ihre These lautete, dass das Verhalten von Frauen durch hormonelle Schwankungen im Verlauf des Menstruationszyklus beeinflusst wird. Dokumentiert und anerkannt wurde dies in einem Mordprozess. Gestützt auf die PMS-Diagnose, wurde die Mordanklage damals in beiden Fällen nicht aufrechterhalten.

Das alles sei nur ein Mythos? Die Hintergründe lassen sich hier nachlesen. Was ist nun die Folge, wenn ausgerechnet Frauen, die unter diesem prämenstruellen Syndrom leiden, durch Quote fortan in alle möglichen wichtigen Entscheiderpositionen gesetzt werden? Quotiert man damit folglich nicht attestierte Unzurechnungsfähigkeit – oder den „Mythos” (Zwinkerauge) einer solchen – in hochsensible politische oder Führungsgremien hinein?

Gewese um die Biologie

Und was, wenn diese wichtigen weiblichen Entscheider zum Zeitpunkt einer lebenswichtigen Entscheidung gerade mal wieder im bezahlten Menstruationsurlaub abgetaucht sind? Müssen die lebenswichtigen Entscheidungen dann warten? Wieviel Zeit bleibt dann noch für wegweisendes Handeln gerade in kritischen Situationen, zwischen prämenstrueller Unzurechnungsfähigkeit, Menstruationsurlaub und dem erneuten Beginn derselben?

Wo liegt der Vorteil im Gewese um die Biologie, wenn „frau” doch ernst genommen werden möchte? Ich darf so etwas fragen, ich bin selbst eine Frau (biologisch und überhaupt, mit allen Vorzügen und Nachteilen). Und ich behaupte: Der zeitgenössische Feminismus ist falsch abgebogen. Er erweist uns Frauen durch die sogenannte Gleichstellung längst einen Bärendienst. Männer und Frauen sind nicht gleich. Sie sind gleichberechtigt; ja, sicher. Gesetze können Frauen so lange bevorzugen, bis sie gefühlt gleichgestellt sind. Dieses Bemühen wird allerdings immer deutlicher konterkariert durch Aktionen wie dem „Weltmenstruationstag”. Dieser kommt mit dem prämenstruellen Syndrom als Bumerang zurück. Hilft uns Frauen das wirklich?

Wenn wir als Gesellschaft nicht bald wieder zu einem gesunden Miteinander zurückfinden, in dem sich Männer und Frauen gegenseitig respektieren, akzeptieren und ihre bisweilen sehr charmanten Unterschiede gegenseitig positiv ausgleichen, bleibt nur noch das oben beschriebene „Wosh“ ins Nirvana.

 

 

 

Zur Person:

Nicole Höchst, Jahrgang 1970, ist AfD-Bundestagsabgeordnete aus Rheinland-Pfalz. Sie trat 2015 in die AfD ein und ist seit 2017 Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis 201 (Bad Kreuznach/Birkenfeld). Dort ist sie unter anderem als ordentliches Mitglied und Obfrau des Bildungsausschusses und als Sprecherin der AfD-Fraktion für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung tätig. Ferner ist sie stellvertretendes Mitglied in den Ausschüssen für Familie, Senioren und Jugend sowie für Digitales. Höchst ist desweiteren Delegierte des Deutschen Bundestages in den Europarat für die AfD-Fraktion und stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Desiderius-Erasmus-Stiftung.

Bis 2012 unterrichtete sie als Studienrätin am Staatlichen Speyer-Kolleg, anschließend war sie bis Oktober 2017 Referentin am Pädagogischen Landesinstitut (vormals IFB). Höchst war 2015 Mitglied der AfD-Bundesprogrammkommission und ist stellvertretende Vorsitzende des AfD-Kreisverbands Speyer. Sie ist katholisch, hat vier Kinder und lebt mit ihrer Familie in Speyer, wo sie auch Stadträtin ist.

Auf jouwatch veröffentlicht Nicole Höchst alle 14 Tage die kritische Kolumne „Höchst brisant“ zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen. Unter demselben Titel veröffentlicht sie in unregelmäßigen Abständen Videobeiträge auf ihrem YouTube-Kanal.

Themen

Karl Lauterbach (Bild: shutterstock.com/Juergen Nowak)
AfD
Brisant
Corona
Deutschland
Gender
EU
Islam
Deutschland
Klima
Linke Nummern
Brisant
Migration
Satire
Ukraine
Politik
Wirtschaft