Darknet sei Dank: Ukraine-Waffen aus Deutschland in den Händen von europäischen Kriminellen?

Seit Beginn des Ukraine-Krieges schicken die USA und andere Nato-Staaten hochmoderne schwere Waffen nach Kiew. Doch viele der Waffensysteme landen nicht an der Front – sondern im Internet, behauptet ein französischer Autor und Aktivist. Das sogenannte Darknet fungiert dabei als Großhändler und so könnten die Waffen auch in die Hände von (kriminellen) Kunden in Europa gelangen.

Panzerabwehrraketen, automatische Waffen, Munition, Drohnen oder gar Minen – die Lager der Darknet-Händler seien gut gefüllt. Tausende von Waffensystemen, die von westlichen Verbündeten in die Ukraine geschickt wurden, stehen dort zum Verkauf.

„Zwei Drittel der westlichen Waffen, insbesondere der schwersten, sind bereits auf dem Schwarzmarkt auf dem Balkan erhältlich, insbesondere im Kosovo und in Albanien, die zu den wichtigsten Handelsplätzen in diesem Gebiet geworden sind“, glaubt der französische Autor und politische Aktivist Thierry de Meyssan zu wissen.

Für ihn ist es überraschend, daß die USA nach dem Fall von Mariupol bereit waren, weitere 40 Milliarden Dollar in die Ukraine zu schicken, wo sie bereits 14 Milliarden Dollar verloren hätten. „In Wirklichkeit haben zwei Drittel ihr Ziel nie erreicht“, erklärt der 65-Jährige in einem Beitrag auf seinem blog Voltairenet.org. „Diese Summen wurden zweckentfremdet. Bald werden Waffen im Wert von etwa 18 Milliarden Dollar im Kosovo und in Albanien verfügbar sein. Entweder wirft das Pentagon mit Geld um sich oder es investiert, indem es dieses riesige Arsenal ausserhalb der Sichtweite des Kongresses hält“, vermutet er und warnt vor einem möglichen Ergebnis der verhängten westlichen Sanktionen gegen Russland: Sie könnten zu einer Hungersnot in Afrika führen  und dort zu neuen Kriegen und einer weiteren beschleunigten Migration nach Europa führen.

Wie einfach es ist an Waffen wie Granaten, Gewehre, Pistolen und auch kugelsichere Westen zu kommen, sollen Screenshots aus dem Internet zeigen.

screenshot exxpress.at

 

Bereits während des Balkankrieges mussten Behörden mit ansehen, wie Tausende Handfeuerwaffen einfach verschwanden – und dann auf dem Schwarzmarkt an kriminelle Organisationen verkauft wurden. Die Europol-Direktorin Catherine De Bolle weist in einem kürzlich veröffentlichen Interview in der Welt am Sonntag darauf hin, daß dasselbe auch nach dem Ende des Ukraine-Krieges passieren könnte.

„Was uns ebenfalls besorgt, ist der Verbleib der Waffen, die aktuell in die Ukraine geliefert werden. Irgendwann ist der Krieg vorbei. Wir wollen eine Situation verhindern wie vor 30 Jahren im Balkankrieg. Die Waffen aus diesem Krieg werden noch heute von kriminellen Gruppen genutzt. Wir müssen einen Weg finden, wie wir mit der Situation nach einem möglichen Kriegsende umgehen“, erklärt Europas Chef-Ermittlerin De Bolle. Für sie hat die Gewalt auf Europas Straßen bereits jetzt ein Niveau erreicht, „wie wir es noch nie gesehen haben“.

Bereits im März wies die in den USA ansässige Denkfabrik Stimson Center auf eine solche Möglichkeit hin. „Es wäre klug, die unmittelbaren und langfristigen Auswirkungen von Waffentransferentscheidungen auf die Sicherheit zu berücksichtigen und die Lehren aus vergangenen bewaffneten Konflikten zu ziehen“, so das Simpson Center.

Die USA und ihre Partner würden möglicherweise genau den Menschen, die sie schützen wollen, einen Bärendienst erweisen, wenn sie die potenziellen Risiken einer Waffenlieferung an das Land nicht berücksichtigen würden.

Der Think Tank warnt: Die Vergangenheit habe gezeigt, daß von Afghanistan über den Irak bis nach Kolumbien „gut gemeinte Transfers“ die Angewohnheit hätten, den bestehenden politischen Kontext zu überdauern und bei neuen Konflikten in die Hände von gewaltbereiten Gruppen zu geraten, was ein massives Sicherheitsproblem bedeute.(MS)

 

 

 

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