E-Mobilität - Foto: Imago

Akku voll & Akku leer: „Die Mobilitätsexpertin“ für die Menschen

Wenn jemand Literatur- und Medienwissenschaft sowie Soziologie studiert hat, danach ein Volontariat bei der Pressestelle der Deutschen Bundesstiftung Umwelt absolvierte, um als nächstes bei der Deutschen Akademie für Public Relation zur geprüften PR-Beraterin zu werden und das wiederum durch einen Master Of Business Administration zu ergänzen, dann bei der Niedersächsischen Auslandsgesellschaft in Osnabrück Implementierung und Leitung des Wettbewerbs Jugend-Umweltreporter mit den Schwerpunkten „Akquise von Kooperationspartnern, Fachjury sowie teilnehmenden Schulen, Konzeption und Durchführung von Presseterminen und -mitteilungen sowie Entwicklung der Wettbewerbs- und Werbeunterlagen Print und Online“ betreibt …

von Max Erdinger

… um als nächstes die Leitung der internen Kommunikation bei einer Spedition zu übernehmen, ehe es dann bei den Stadtwerken Osnabrück mit der Leitung Marketing und Kommunikation Mobilität weitergeht, was dann wiederum zu Brillen-Fielmann in Hamburg führt (Aufbau der strategischen Kommunikation mit den Zielgruppen Stakeholder, Öffentlichkeit und Presse, Entwicklung eines Konzeptes zur CEO-Positionierung im Übergang der Generationen, Konzeption der Etablierung von Social Media als Kundengewinnungs und -bindungskanal, Beratung der internen Stakeholder bei kommunikationsrelevanten Projekten), um sich letztlich mit „She Drives Mobility“ selbständig zu machen (Kommunikation: Moderatorin, Teil von #womeninmobility, Keynote-Speakerin, Profil auf speakerinnen.org, Schwerpunkte in Mobilität, New Work, Female Leadership, Unternehmerische Veränderung. Consulting: Beratung Unternehmen und Einzelpersonen bei der kommunikativen Markenpositionierung. Coaching: Schwerpunkt auf Frauen in Führung und jungen Berufstätigen. Hohe Expertise im Mobility-Bereich. Teil von MentorMe und anderen Mentor:innen-Programmen) und nebenher noch für „door2door“ zu arbeiten (Aufbau der externen Kommunikation, Konzeption der Kommunikationsstrategie, Konzeption der kommunikativen Markenplatzierung, Erarbeiten der stakeholderrelevanten Kernbotschaften) – was ist man dann beruflich so? Expertin für Gehirnwäschen aller Art? Schwerstidologisierter Liebling der Grünen in Kiel, der Grünen in Hanau, der Grünen in Düren, der Grünen überhaupt? – Danach sieht es aus, wenn bei Google nach „Katja Diehl Grüne“ sucht.

Alles falsch: Katja Diehl ist „Mobilitätsexpertin“. Einfach so: Mobilitätsexpertin ohne jeden Zusatz. Natürlich könnte sie auch PR-Expertin sein, Consulting-Expertin, Moderations-Expertin, Führungsfrauen-Expertin, Nudging-Expertin, Framing-Expertin, Stadtwerke-Expertin, Brillen-Expertin, Weiterbildungs-Expertin, Indoktrinations-Expertin, Coaching-Expertin, Stakeholder-Expertin, Konzeptions-Expertin, Kommunikations-Expertin, Kernbotschafts-Expertin, Fachjury-Expertin, Wettbewerbs-Expertin, Literatur-Expertin, Medien-Expertin, Print- & Online- Expertin oder Werbe-Expertin, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Wahrscheinlich hat man sich überlegt, daß „Mobilitätsexpertin“ ideal wäre, um den Konsumenten deutscher Medien die umtriebige Frau Katja Diehl als grüne Kronzeugin gegen die Verwerflichkeit des motorisierten Individualverkehrs anzudienen. Wenn Katja Diehls zweiter Vorname „Expertise“ wäre, müsste man sich nicht wundern über eine grünliche Experteuse namens Katja „Expertise“ Diehl.

Der Ketzer

Nur ein absoluter Ketzer wie meinereiner würde sich da noch fragen, wofür Katja „Expertise“ Diehl keine Expertin wäre. Und prompt würde ihm da etwas einfallen: Katja „Expertise“ Diehl wäre keine Expertin für das Kehren vor der eigenen Tür, keine Expertin für Lebensfreude, keine Expertin für Eigenverantwortung, keine Expertin für Spaß an der Freude, keine Expertin für Le Mans & Nürburgring, keine Expertin für Benzin- & Ölpumpen, keine Expertin für Reibungsbeiwerte, keine Expertin für Schönheit & Karosseriedesign, keine Expertin für den symphonischen Wohlklang eines 5-Liter-Achtzylinders, keine Expertin für jede Menge Leute, die die Schnauze gestrichen voll haben von grünen Klugscheißern, die absolut humorlos alles seines Spaßfaktors berauben wollen, nur in Kollektiven und Gruppen denken – wenn „denken“ das ist, was sie tun – und alle ihre Aussagen mit „Wir müssen“, „Wir brauchen“ und „Wir dürfen nicht“ beginnen. Das ist der Grund für das riesige Problem mit den Grünlichen und ihren „Experten“. Die kennen sich mit allem aus, außer mit dem wichtigsten: Der Freiheit. So ein Grüner käme niemals auf die Idee, der allgemeineren Einsicht in die Richtigkeit seiner Postulate zu vertrauen. Wäre es anders, könnte er sagen: „Wer auf der Autobahn nicht schneller als 130 fahren will, der soll eben nicht schneller fahren“. Nein – was ein richtiger Grünexperte ist, der sagt: „Niemand darrrf auf den Autobahnen schnellerrrr als Hunderrrtdrrreißig fahrrren! Werrr schnellerrr fährrrt, derrr soll des Todes sein!“ Tief im Innersten sind die meisten Grünen wahrscheinlich total geldgeile Maoisten und PolPotisten, die am liebsten alle meucheln würden, die mit mehr geistiger Großzügigkeit gesegnet worden sind, als sie selber. Früher hätte man die Grünen umstandslos einfach als Kleingeistige bezeichnet, wenn nicht gar als kleinkariert. Kleinkarierte zeichnen sich dadurch aus, daß sie ausflippen, wenn man ihnen die Widersprüchlichkeiten vor Augen hält, die sich aus der Tatsache ergeben, daß die Wirklichkeit des Lebens komplexer ist, als das, was sie sich aus ihren moralistischen Versatzstücken recht lückenhaft als Weltbild zusammenpfriemeln. Recht eigentlich könnte man, anstatt von einem Grünen zu reden, von der personifizierten Lückenhaftigkeit reden. Bei Katja „Expertise“ Diehl und ihrem beeindruckenden Werdegang bis zur Mobilitätsexpertin sieht es sogar so aus, als habe sie ihre Karriere ausgesucht sorgsam um genau jene Lücken außen herum geplant, die ein Grünlicher unbedingt braucht, um sich selbst klasse zu finden.

Wie Grüne ihre Aussagen beginnen, habe ich oben schon gesagt. „Wir müssen“, „wir brauchen“ und „wir dürfen nicht“. Mit dem „wir“ behaupten sie schon frech, daß sie zur Gesellschaft gehören, bevor sie die eigentliche Aussage gemacht haben. Dabei sind sie eine krasse Minderheit, die bloß von ihren Mitverschwörern in den Medien bis zur Relevanz aufgeblasen wird. Aber wie würden sie eine Frage beginnen? Immer mit „wie“. Grüne benützen sogar die Fragen noch, um eine Aussage zu transportieren. „Wie gefährlich?“, „Wie genderphob?“, „Wie hundsgemein?“ – ist der gefährliche und genderphobe Hundsgemeine? – Ich mach’s jetzt kurz: Die Geisteskrankheit ist so grün wie der kulturelle Niedergang. Nicht unbedingt inhaltlich in der Sache, aber von ihrer Art zu „denken“ her – vor allem, was das Verhältnis von Staat und Bürger angeht – sind die Grünen die Traditionsnachfolger der NSDAP. Aus „Du bist nichts, dein Volk ist alles“ wurde eben „Du bist nichts, die Bevölkerung ist alles“. Anderes Wort für „Bevölkerung“: „Die Menschen“ – egal woher. Jede Wette, daß sich die Grünen in den eigenen Arsch beißen dafür, daß das Wort „Untermenschen“ schon so verbrannt ist, daß sie es selber nicht mehr verwenden können. Wenn nämlich jemand „Untermenschen“ identifizieren könnte, dann wären es Grüne. „Untermenschen“ wären dann alle, die sie – ihrer Einbildung von der grünmoralischen Höherwertigkeit nach – als unter sich stehend begreifen. Und das sind die meisten. Die Grünen sind schließlich nur eine aufgeblasene Minderheit.

Konkret

Die „Mobilitätsexpertin“ Katja „Expertise“ Diehl hat etwas gegen Ladestationen für E-Autos im öffentlichen Raum. Die dts-Nachrichtenagentur meldet: HamburgDie Mobilitätsexpertin Katja Diehl befürwortet die E-Mobilität, doch kritisiert den Ausbau von Ladesäulen in der Stadt. „Mir ist wichtig, dass im öffentlichen Raum keine Lade-Infrastruktur entsteht“, sagte sie dem Nachrichtenportal Watson. „Dann bleiben dort die Autoplätze bestehen.“ Laut einer EU-Abstimmung sollen Autos mit Verbrennungsmotor nur noch bis 2035 produziert werden. Es brauche jedoch mehr als nur das Ersetzen von Verbrennern durch E-Autos: „Ich will nicht, dass für 49 Millionen Autos Lade-Infrastruktur gebaut wird. Erstens sollen die Leute möglichst zu Hause oder auf der Arbeit laden. Und zweitens werden wir hoffentlich weniger Autos haben.“ Das 9-Euro-Ticket bewertet Diehl grundsätzlich positiv. „Mir gefällt total, dass alle darüber reden“, sagte die Mobilitätsexpertin. „Ich glaube allerdings nicht, dass es die Alltagsmobilität verändern wird.“ In Österreich gebe es hingegen bereits das Klimaticket: „Das ist eine Flatrate, bei der Seniorinnen und Senioren, Familien und Menschen, die sozial schwächer gestellt sind, günstigere Preismodelle haben.“ Solch ein Angebot wünsche sich Diehl auch für Deutschland. Menschen, die sonst nur das Auto nutzen, könnten dabei feststellen: „Cool, ich kann im Zug spazieren gehen. Ich kann essen, ich kann schlafen und ich kann auf Toilette gehen. Man hat Zeit für sich gewonnen. Fährt man selbst Auto, geht das nicht. Es war eine Einladung – und in Deutschland vermisse ich ansonsten eine solche Einladung, anders mobil zu sein.“ Beim Ausbau der Mobilität sei es zudem essenziell, auch an Menschen mit eingeschränkter Barrierefreiheit zu denken: „Das Wichtigste ist, die Gesellschaft an die Tische der Entscheidung zu bringen“, fordert Diehl. So gebe es derzeit in ICEs der Deutschen Bahn lediglich eine barrierefreie Toilette. Ist diese defekt, dürften Menschen im Rollstuhl nicht mitfahren. „Es kann nicht sein, dass es 2022 noch solche Probleme bei der Barrierefreiheit gibt, schließlich werden wir ja auch alle alt. Irgendwann haben wir alle einen Rollator und sind froh, wenn da keine Stufen mehr sind.

Da kann man mal sehen, was die Mobilitätsexpertin Katja „Expertise“ Diehl tatsächlich für eine Expertin ist: Eine „Ich-will-nicht-Expertin.“ Meinetwegen auch eine „Mir-ist-wichtig-Expertin“. Einigkeit besteht mit ihr insofern, als daß auch ich die Lade-Infrastruktur für 49 Millionen E-Autos nicht sehen will. Subjektiv deswegen nicht, weil ich E-Autos nur dann für begehrenswert halte, wenn ich auf der Kirmes bin und Autoscooter fahren will, und objektiv nicht, weil ich die Energiequelle für 49 Millionen E-Autos nicht sehen kann. Wo soll die sein? Ohne Kernkraft ist flächendeckende E-Mobilität ein Hirngespinst. Ladestationen für 49 Millionen E-Autos, die bloß Stationen ohne Ladung sind, wären tatsächlich schwachsinnig. Das 9-Euro-Ticket halte ich für unzureichend. Mit einem 5-Euro-Ticket könnte die Bahn Viehwaggons einsetzen und ein noch dichteres Gedrängel heraufbeschwören, das den Masken- und Impfstofffetischisten im Herbst auch noch viel besser als Rechtfertigung für Zwangsmaßnahmen dienen könnte. „Das 5-Euro-Ticket war ein Superspreader“, würde die dazugehörige Schlagzeile im späten Oktober dann lauten – und das Narrativ hätte wieder einmal seine innere Logik, auch wenn es insgesamt eine Lüge ist. Ich würde es nicht cool finden, im Zug spazieren zu gehen, zu schlafen und zu essen. Ich finde es cool, aufmerksam und hellwach über die Autobahn zu brettern mit 200 Sachen oder mehr. Wegen der Lebensfreude. Lebensfreude ist, wenn man sich am eigenen Tun erfreut, nicht an dem eines langweiligen Lokführers. Wenn man bei Facebook „Lebensfreude“ als einziges Wort postet, reagieren viele mit einem „Gefällt mir“. Ich bin auch nicht dem Wahn verfallen, daß es auf die Verhältnismäßigkeit nicht ankomme, in welcher die unmögliche, mysteriöserweise dennoch dringliche Rettung des Weltklimas durch deutsche Autofahrer zu deren persönlicher Entscheidungsfreiheit und Lebensfreude steht. Auf die kommt es ganz gewaltig an. Deshalb: Ich hab‘ nicht die Grünen gern, sondern den Mercedes-Stern. Was die „Mobilitätsexpertin“ Katja „Expertise“ Diehl will, soll sie besser in ihr Poesiealbum schreiben. Wenn’s geht mit einem aufladbaren Kugelschreiber. Mit einem solchen kann sie dann schreiben und schreiben und schreiben, was sie will, was sie nicht will, was ihr wichtig ist und was nicht.

Im Übrigen ist es ein Fluch unserer Zeit, daß die Technik immer mehr menschliche Fähigkeiten obsolet macht, so daß die einfach verschwinden. Früher musste man die Telefonnummern der wichtigsten Kontakte noch im Kopf behalten – heute nicht mehr. Früher musste man noch wissen, wo die Beschleunigungspunkte und die Bremspunkte auf der Strecke sind – heute nicht mehr. ABS und ESP retten auch dem Dilettanten das Leben. Deswegen gibt es auch immer mehr Dilettanten. Es gibt keine natürliche Auslese mehr. Eine Degeneration der Fähigkeiten ist die Folge. E-Autos sind wie Gulaschsuppe ohne Gulasch. Und wenn ich – was ich ohnehin schon vermeide – von der Provinz in der Großstadt angekommen bin und dort zu Fuß unterwegs wäre, dann „will ich“ (- hallo? Ich darf auch mal etwas wollen, das „mir wichtig“ ist!) – alle die tollen Autos sehen, die es in der Provinz eher selten gibt, anstatt mir Grünflächen und Bäume samt quietschbunten Stramplern mit Helmchen anzuschauen. Grünflächen und Bäume habe ich zuhause. Jeder Bentley, Lamborghini, McLaren oder Koenigsegg entzückt das Herz mehr als ein schwitzender Grünstrampler auf einem popeligen Lastenrad. Das wohlklingende Dröhnen der Motoren in den Häuserschluchten – da können die Städter nicht so egoistisch sein und einfach behaupten, der Provinzler dürfe sich nicht daran erfreuen, nur, weil sie das die ganze Zeit haben und weil es sie nervt. Schließlich nerven mich zuhause ihre scheußlichen Windräder die ganze Zeit. Die „will ich“ nicht sehen in meiner wunderschönen Heimat. Das wäre „mir wichtig“.

Die „Mobilitätsexpertin“ soll mir nicht auf den Geist gehen. Wer sich nicht damit abfinden kann oder will, wie es ist, überlegt sich seine Alternativen gefälligst selber. Und die Politik kümmert sich am besten darum, daß Öl, Benzin und Gas sowie Atomstrom jederzeit reichlich vorhanden sind, weil „die Menschen“ sonst noch unzufriedener werden als ohnehin schon. Depressionen sind bereits Volkskrankheit Nummer eins. Das ist – und jeder Experte bestätigt es – das Resultat der grünen Verächtlichmachung von Lebensfreude. Schade, daß Australien als Kontinent für die europäischen Verbrecher schon entdeckt wurde. Sonst könnte man die Grünen einfach dorthin verbannen. In Australien könnten sie sich dann nach Herzenslust ihr eigenes Gefängnis bauen, ganz wie sie wollen. Soll noch einmal einer sagen, mein Wünschen sei nicht von Toleranz geprägt.

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