Spargelfahrt mit Scholz (Bild: shutterstock.com/gph-foto.de)

Kanzler-Vermarktung: 15.000 Euro für Spargelfahrt mit Scholz

Für schlappe 15.000 Euro hätten Sie heute dabei sein können. Beim einer lustigen Bootsfahrt über den Wannsee mit Olaf Scholz und gleichzeitigem Spargelessen. Diese Kanzlervermarktung, nichts anderes als eine verdeckte Parteienfinanzierung, wurde von einer PR-Agentur beworben. 

Seit 1961 lädt der „Seeheimer Kreis“ der SPD einmal im Jahr zur traditionellen Spargelfahrt ein. Dass dieses Happening bares Geld wert ist, das haben die Sozen erkannt und versilbern das Bootsgeschippere an die Meistbietenden. Als besonderes „Schmankerl“ wird unser aller Bundeskanzler Olaf Scholz angepriesen.

Screenshot Seeheimer Kreis

Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, übernahm die Werbung für die lustige Seefahrt die PR-Agentur „Republic Affairs“. Diese warb in den vergangenen Wochen für das Spargelgefuttere mit der Teilnahme des Bundeskanzlers bei Unternehmen und Verbänden. Demnach wurden vier Mitfahr-Pakete mit Preisen von 5.000 Euro für zwei Personen bis 15.0000 Euro für sieben Personen angeboten.

Was die Sponsoring-Pakete enthalten, kommuniziert das Werbeunternehmen konkret: Neben der Fahrt mit dem Spargeldampfe über den Wannsee, platziert an einem eigenen Tisch auf dem Hauptdeck, unter anderem auch Anzeigen in der Bord-Broschüre, Logos auf der Sponsorenwand sowie eine Fotodokumentation. Für 10.000 Euro fallen bereits der eigene Tisch und die Branchenexklusivität weg. Wer herumknausert und nur 8000 Euro locker macht, darf schon keine Flyer mehr verteilen. Und wer poplige 5000 Euro zahlt, bekommt nur eine viertelseitige Anzeige. Wie es mit einem lauschigen Gespräch mit Scholz aussieht, ob dafür noch ein zusätzlicher Obolus fällig ist, ist nicht bekannt und wird wohl eher unter der Hand verhandelt.

Angeblich sollen zwischen 20 und 30 Unternehmen zugeschlagen haben. Laut „Bild“ ergebe das Einnahmen für die SPD-Kasse von rund 300.000 Euro.

Lauter wird nun die Kritik, dass es sich bei der SPD-Veranstaltung um verdeckte Parteienfinanzierung handelt. Der Bonner Staatsrechtler Christian Hillgruber hält laut der Bild-Zeitung die vertraglich fixierten Fotos mit dem amtierenden Kanzler für „anstößig“. Hier werde „das dem Gemeinwohl verpflichtete Amt des Regierungschefs zu Partei- oder Fraktionszwecken wirtschaftlich ausgenutzt“. Der Verfassungsrechtler Professor Ulrich Battis wird von der Bild mit den Worten zitiert: „Das Sponsoring der SPD bei der Spargelfahrt ist ein dunkles Feld. Ich bewerte es als verdeckte Parteienfinanzierung.“

Und Norman Loeckel, Politikexperte von Transparency Deutschland, erinnert „der Verkauf von Zugangspaketen über eine PR-Agentur“ an den „Rent-a-Sozi-Skandal“, als ebenfalls unter dem Deckmantel des Sponsorings eine SPD-eigene Firma gegen Entgelt Termine mit sozialdemokratischen Entscheidungsträgern vermittelt hatte. Angeblich wurde diese „Vermarktung von SPD-Spitzenpolitikern an Lobbyisten“ Ende 2016  durch die Sozenpartei gestoppt.

Dass solche SPD-Aussagen noch unter der Wirksamkeitsdauer von Corona-Impfplörren liegen, zeigt nicht nur die verdeckte Parteienfinanzierung via  Spargelschipperrei samt Bundeskanzler. Zum Jahreswechsel bedankten sich die Sozen bei ihrem Bundesparteitag bei dessen Sponsoren: darunter Doc Morris, Microsoft und der Impfstoff-Gigant Pfizer. (SB)

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