Fachkräftemangel aus strukturellen Gründen (Foto:Imago)

Klammheimlicher „Generalstreik“: Immer weniger Menschen haben in diesem Land noch Lust zu arbeiten

Wer in diesen Tagen auf Deutschland blickt, sieht ein Land, in dem offenbar immer weniger Menschen einen Sinn darin erkennen, überhaupt noch einer Arbeit nachzugehen. Es gibt kaum noch einen Bereich, der nicht über Personalmangel klagt. Ein besonders markantes Beispiel ist natürlich der Pflege- und Gesundheitsbereich, wo sich nun zeigt, dass – auch ganz ohne Infektionen, Hospitalisierungsraten und  Corona-bedingten Entlastungen – gigantischer Engpässe bestehen. Die Pandemie brauchte man für diese Feststellung gar nicht.

Christian Karagiannidis, Leiter der Intensivstation einer Lungenklinik in Köln und Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung, sagte jüngst: „Die Personalsituation auf den Intensivstationen ist enorm angespannt. Das System steht näher an einem Kipppunkt, als ich bisher dachte.“ Sowohl der Virologe Klaus Stöhr als auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach hatten zuletzt noch versichert, dass es keinen Grund zur Sorge bezüglich der personellen Lage in Krankenhäusern gäbe. Karagiannidis verweist nun darauf, dass von den bundesweit 1300 Intensivstationen rund 630 erhebliche Personalengpässe gemeldet hätten. Es hätten „in den vergangenen Jahren noch nie so wenig betreibbare High-Care-Betten zur Verfügung“ gestanden wie derzeit, sagte er weiter. Landesweit liege der Schnitt bei 7500, wobei davon auszugehen sei, dass sich die Situation durch steigende Corona-Infektionszahlen und Personalzahlen weiter dramatisiere.

Pflege, Handwerk, Dienstleistungen: Überall fehlt Personal

Interessant dabei ist – neben der Tatsache, dass der vormalige Covid-DIVI-Panikmacher Karagiannidis immer noch virusunabhängig dieselben Alarmismen anschlägt, die er zuvor kausal mit der Pandemie begründet hatte – die Intensität des larmoyanten Gejammers an Zuständen, die seit Jahren absehbar waren und die erst jetzt, in der Krise, vorsätzlich verstärkt wurden – unter anderem durch die Impfpflicht für ungeimpftes Pflegepersonal. Lauterbach hatte vergangene Woche noch demonstrierende Pflegekräfte verunglimpft, indem er den Impfskeptikern unter ihnen mehrfach vorwarf, nichts zur Pandemiebekämpfung beigetragen zu haben. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall: die Personalnot im Pflegebereich ist so riesig, dass die einrichtungsbezogene Impfpflicht kaum umgesetzt werden kann, weil die Patientenversorgung dann endgültig zusammenbrechen würde.

Doch neben dem „Sonderfall Pflege“ herrscht auch in anderen volkswirtschaftlichen Bereichen akute Personalnot. Die beiden Handwerkskammern in Mecklenburg-Vorpommern sprachen gerade erst von einem „Fachkräftenotstand“ mit dramatischen Auswirkungen,
wofür sie den „Akademisierungswahn“ verantwortlich machten, wonach es jeden Schulabgänger an die Unis zieht, weil praktische und handwerkliche Berufe systematisch abgewertet wurden. Die Folge: Alleine im Gebiet der Kammern können trotz übervoller Auftragsbücher mehr als 5000 Stellen pro Jahr nicht mehr mit Fachkräften besetzt werden.

Arbeit lohnt nicht mehr

Bei Friseuren wird bereits seit Ende 2016 ein stetig steigender
Fachkräftemangel beklagt – wobei der Beruf jedoch auch zu den am schlechtesten bezahlten gehört. Auch die Berliner Feuerwehr war am Wochenende aufgrund von Mitarbeitermangel nicht mehr in der Lage, ihrer Arbeit angemessen nachgehen zu können – mit potentiell lebensgefährlichen Folgen. Und selbst bei der Finanzverwaltung des Bundes fehlt es an Personal – sodass etwa das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) kaum noch in der Lage ist, Betriebsprüfungen durchzuführen. Und an deutschen Flughäfen herrscht seit Wochen Chaos, weil während der Corona-Lockdowns viele Mitarbeiter ihren Job wechseln mussten. Obwohl dieses Problem seit langem absehbar war, ist man bis heute nicht in der Lage, ausreichend Personal für die Abfertigung der Passagiere zu finden. Dieses muss zudem eine zeitraubende Sicherheitsüberprüfung über sich ergehen lassen, selbst für einfachere Tätigkeiten. Deshalb sollen nun, wenigstens vorübergehend, rund 2.000 Leiharbeiter aus der Türkei verpflichtet werden.

Arbeit und Ausbildung lohnen sich in diesem Land immer weniger, der Staat zahlt durch seine sozialen Ersatzleistungen ein faktisches Grundeinkommen, zu dem die Lohnabstandsgrenze oftmals real negativ ist – was bedeutet, dass sich Nichtstun mehr lohnt als Arbeit. Und ausgerechnet die unbegrenzte Massenmigration, einst als Wundermittel gegen Fachkräfte und Rentensicherung gepriesen, hat keineswegs zu Problemlösungen geschweige denn dem versprochenen „Jobwunder” geführt – sondern die Lage verschlimmert.

Zuwanderung akzelerierte Probleme, die sie lösen sollen

Die Zuwanderung erfolgt nahezu ausschließlich in die vor dem Zusammenbruch stehenden Sozialsysteme. Die darin garantierte Vollalimentierung ohne jegliche Arbeitsverpflichtung, macht es verständlicherweise äußerst unattraktiv, einen schlecht bezahlten Job anzunehmen, bei dem man weniger oder nur unwesentlich mehr verdienen würde als im Sozialhilfebezug, bei dem man auch die gestiegenen Strom und Gaskosten nicht selber bezahlen muss.

Auf der anderen Seite des Spektrums sehen immer weniger Deutsche noch einen Sinn darin, sich von einem Staat ausbeuten zu lassen, der als Weltsozialamt den von den Bürgern erarbeiteten Wohlstand an jeden verschenkt, der es über die Landesgrenzen geschafft hat, mit einer katastrophalen Energiepolitik die aktuellen Preisexplosionen verschuldet hat und zur Durchsetzung klimapolitischer Wahnvorstellungen die Deindustrialisierung des Landes betreibt. Die Abwärtsspirale wird sich also weiterdrehen, bis zum unvermeidlichen Zusammenbruch des Systems. (DM)

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