Knoten fürs Promptgas von Gazprom? - Foto: Corona Borealis Studio/Shutterstock

Deutschland „Allein, allein“: Kein Gas aus Großbritannien, kein Atomstrom aus Frankreich

Großbritannien plant, das europäische Festland von seiner Versorgung mit britischem Gas abzuschneiden, falls es zu ernsthaften Lieferengpässen kommt. Auch Frankreich macht klar – Deutschland kann nicht mit Atomstrom aus dem Nachbarland rechnen. Dort befürchtet man bereits soziale Unruhen angesichts der Energiekrise.

Das Vereinigte Königreich plant offenbar seine Pipelines, die das europäische Festland mit Gas versorgen, im Falle schwerwiegender Versorgungsengpässe zu schließen. Teil der Notfallpläne des Landes zur Bewältigung einer Gaskrise ist Berichten zufolge auch die Abschaltung große industrieller Verbraucher, falls die Versorgung knapp wird.

Laut Financial Times sollen Gasverbindungsleitungen zwischen Belgien und den Niederlanden geschlossen werden, falls es in Großbritannien zu einer Gaskrise kommt.

Es wäre Berichten zufolge eine der ersten Notfallmaßnahmen, die ergriffen werden, um sicherzustellen, dass britische Haushalte und Unternehmen versorgt bleiben, wahrscheinlich sehr zum Leidwesen der europäischen Nachbarn des Vereinigten Königreichs. Aus Europa kommen warnende Stimmen: Großbritannien würde sich angesichts eines solchen Schritts selbst in Schwierigkeiten geraten, da durch dieselben Leitungen auch Gas aus Europa auf die Insel fließe, meint der Präsident Bart Jan Hoevers vom European Network of Transmission System Operators for Gas gegenüber der Financial Times.

Eine wahrscheinliche britische Entscheidung, die Versorgung des europäischen Festlandes mit Gas einzustellen, falls es eng werden sollte, ist ein weiteres Problem, über das sich die Beamten in Europa Sorgen machen müssen, da Moskau weiterhin die europäischen Staaten entweder teilweise oder vollständig von ihrer Versorgung mit russischem Gas abschneidet.

Besonders gefährdet in Bezug auf die Energieversorgung ist Deutschland, dessen Abhängigkeit von russischen Energieexporten – Folge der Klimawandel-Besessenheit – dazu geführt hat, daß das noch wirtschaftsstärkste Land Europas mit ernsthafter Energiesicherheit konfrontiert ist. „Unternehmen müssten die Produktion einstellen, Mitarbeiter entlassen, Lieferketten würden zusammenbrechen, die Menschen würden sich verschulden, um ihre Heizkosten zu bezahlen, die Menschen würden ärmer werden“, prophezeit der grüne Wirtschaftsminister Robert Habeck bei einer bevorstehenden Rationalisierung durch Ausrufung der Notstandsphase drei. Trotz Aufforderungen aus Europa, die drei verbliebenen Kernkraftwerke weiter laufen zu lassen, um die Energieversorgungslücke auszugleichen, will die Politik in diesem Punkt nicht einknicken. Atomkraft ist für Deutschland auch angesichts eines drohenden Wirtschaftszusammenbruchs keine Option.

In Frankreich ist die Lage mehr als angespannt. Der Verbrauch von Kraftstoffen, Öl, Strom und Gas müsse wegen der drohenden Knappheit und des Preisanstiegs „sofort“ reduziert werden, teilten die Unternehmen TotalEnergies, EDF und Engie in einer gemeinsamen Stellungnahme mit. Andernfalls sehen sie im nächsten Winter den „sozialen Zusammenhalt“ in Gefahr.

Der Appell macht sehr deutlich, daß Deutschland nicht auf Atomstrom-Importe aus Frankreich setzen kann. In Frankreich müssen derzeit zahlreiche Werke renoviert oder erneuert werden, weshalb die Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist: „Atomstrom aus Frankreich ist kurzfristig keine Alternative, weil die Flotte der französischen AKWs nur begrenzt verfügbar ist“, erklärte Nicolas Wendler, Pressesprecher von Kerntechnik Deutschland, der Berliner Zeitung. In der Not ist jeder sich selbst der Nächste. Nur Habeck und Co haben davon scheinbar noch nichts gehört. (MS)

 

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