Nina Scheer (Bild: Olaf Kosinsky, siehe Link; CC BY-SA 3.0 de)

SPD-Violinen-Diplom-Genossin nennt Ausstieg vom Atomausstieg-Forderung von Wissenschaftler „rückwärtsgewandt“

In ihrer „Stuttgarter Erklärung“ fordern 20 Wissenschaftler, den Atomausstieg rückgängig zu machen. Der Appell stößt in der auf Existenzvernichtung getrimmten Bundesregierung mehrheitlich auf Ablehnung. Nina Scheer, die energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion – studierte Violinistin – bezeichnete die Forderungen, die Kernkraftwerke länger laufen zu lassen, als „rückwärtsgewandt“.

Die Welt veröffentlichte am Mittwoch den Aufruf einer Gruppe von 20 Professoren an deutschen Universitäten, die auf Korrektur der deutschen Energiewende drängen. In ihrer „Stuttgarter Erklärung“ fordern sie, den Atomausstieg rückgängig zu machen (Wortlaut der Erklärung siehe am Ende des Artikels

„Wir fordern die sofortige Aufhebung der Atomausstiegs-Paragraphen und eine Prüfung der sicherheitstechnischen Betriebserlaubnis, um deutschen Kernkraftwerken den Weiterbetrieb zu ermöglichen“, schreiben die Wissenschaftler in der Erklärung. „Mit einseitiger Ausrichtung auf Sonne, Wind und Erdgas wurde Deutschland in Energienot manövriert“, mahnen die Forscher, die in technischen und ökonomischen Fachbereichen arbeiten.

Der Weltklimarat IPCC hat Kernenergie als mögliches Instrument des Klimaschutzes bezeichnet, weil sie Energie ohne klimawärmende CO2-Emissionen erzeugt. Auch die Europäische Union ordnet Atomkraft als nachhaltige Energiequelle ein.

Nur die aktuelle deutsche Bundesregierung, wie keine andere damit beschäftigt, diesem Land den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Todesstoß zu versetzen, weiß es besser. Während innerhalb dieser links-grünen Junta nur die FDP die „Stuttgarter Erklärung“ unterstützt, trifft die Forderung ansonsten auf breite Ablehnung.

Allen voran die energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Nina Scheer. Scheer, deren „Themenkompetenz“ sich aus einem Violinen, – Jura- und Politikstudium rekrutiert, bezeichnete die Forderungen, die Kernkraftwerke länger laufen zu lassen, als „rückwärtsgewandt“.

Die Genossin Scheer – sie ist ehrenamtlicher Vorstand in der Stiftung ihres Vaters, dem Erneuerbaren-Energien-Jubler Hermann-Scheer und Jurymitglied zur Vergabe des Deutschen Solarpreises (Eurosolar), gehört dem Committee of Chairpersons des Weltrats für Erneuerbare Energien, WCRE, an, ist stellvertretendes Mitglied des Beirates der Bundesnetzagentur sowie stellvertretendes Mitglied des Kuratoriums der Stiftung „Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung“ und ehemals Geschäftsführerin von UnternehmensGrün – sieht den Aufruf der Wissenschaftler als „Angriff auf die Energiewende“ und behauptet: „Atomstrom blockiert und verteuert den dringend notwendigen Ausbau der Erneuerbaren“. Forderungen, Atomkraftwerke länger laufen zu lassen, seien damit rückwärtsgewandt. Wer dies tue, „spricht sich für eine Verzögerung der Energiewende aus“, so die EE-Funktionärin Scheer gegenüber der Welt. Wahrheitswidrig setzt die SPD-Schranze hinzu: Nur die erneuerbaren Energien garantierten bezahlbare Energie.

Die Stuttgarter Erklärung wurde am 26. Juli 2022 beim Petitionsausschuss des Bundestages eingereicht und unter der Nummer 136760 registriert. Die Antragsteller haben bei der Einreichung eine Veröffentlichung beantragt, die im Laufe von drei Wochen geprüft wird. Nach Veröffentlichung kann die Petition vier Wochen lang mitgezeichnet werden. Bei Erreichen von 50.000 Unterzeichnungen werden die Petenten in öffentlicher Ausschusssitzung gehört.

Hier der Wortlaut der „Stuttgarter Erklärung“

Stuttgarter Erklärung – 25. Juli 2022

Mit einseitiger Ausrichtung auf Sonne, Wind und Erdgas wurde Deutschland in Energienot manövriert. Steigende Energiepreise und sinkende Versorgungssicherheit gefährden Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand. Das Festhalten am deutschen Atomausstieg verschärft diese Gefahren und bremst – zusammen mit anhaltender Kohleverstromung – den internationalen Klimaschutz. Der Weltklimarat IPCC bezeichnet die Kernenergie als ein Instrument des Klimaschutzes. Die Europäische Union ordnet Kernenergie als nachhaltige Energiequelle ein. Auf dieser Grundlage plädieren wir für den Weiterbetrieb der deutschen Kernkraftwerke als dritte Klimaschutzsäule neben Sonne und Wind. Wir fordern die sofortige Aufhebung der Atomausstiegs-Paragraphen (insbesondere §7 Atomgesetz) und eine Prüfung der sicherheitstechnischen Betriebserlaubnis, um deutschen Kernkraftwerken den Weiterbetrieb zu ermöglichen.

Prof. Dr. André D. Thess , Universität Stuttgart
Prof. Dr. Harald Schwarz, BTU Cottbus-Senftenberg
Prof. Dr. Michael Beckmann, TU Dresden
Prof. Dr. Burak Atakan, Universität Duisburg-EssenProf. Dr. Alexander Dilger, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Prof. Dr. Francesca di Mare, Ruhr-Universität Bochum
Prof. Dr. Kerstin Eckert, TU Dresden
Prof. Dr. Sabine Enders, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Prof. Dr. Martina Hentschel, TU Chemnitz
Prof. Dr. Dr. Rafaela Hillerbrand, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Prof. Dr. Antonio Hurtado, TU Dresden
Prof. Dr. Matthias Kind, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Prof. Dr. Marco Koch, Ruhr-Universität Bochum
Prof. Dr. Andrea Luke, Universität Kassel
Prof. Dr. Axel Meyer, Universität Konstanz
Prof. Dr. Frank R. Schilling, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Prof. Dr. Klaus Steigleder, Ruhr-Universität Bochum
Prof. Dr. Robert Stieglitz, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Prof. Dr. Gerhard Wegner, Universität Erfurt
Prof. Dr. Thomas Wetzel, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

(SB)

 

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