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Die USA sind Deutschlands gefährlichster „Freund“

Wer sich das jüngste Weltgeschehen nicht aus transatlantischer Vasallensicht betrachtet, wird um diese Feststellung nicht herumkommen:

Von Wolfgang Hübner

Die USA unter Präsident Joe Biden betreiben eine außen- und militärpolitische Risikostrategie, die in einem neuen Weltkrieg samt atomarer Apokalypse enden kann. In der Ukraine unterstützen sie offen das korrupte Selenskyj-Regime, in Taiwan reizen sie mit dem provokativen Pelosi-Besuch Peking bis aufs Blut, im NATO-Protektorat Kosovo zündeln sie gegen das russlandfreundliche Serbien, in Afghanistan töten sie eigenmächtig einen Islamistenführer. Das könnte dazu verleiten, die USA immer noch als die Supermacht einzuschätzen, die fast nach Belieben auf der ganzen Welt für Ordnung im amerikanischen Verständnis sorgen kann.

Doch all diese militanten Handlungen der USA sind viel eher Beweise ihrer aggressiven Schwäche. Denn sie gehen von einem Staat aus, der innerlich gespalten ist, mit tiefgehenden ökonomischen Schwierigkeiten zu kämpfen hat und erstmals ernsthaft davon bedroht ist, seiner wichtigsten Waffe, nämlich der faktischen Dollar-Herrschaft über weite Teile des Globus, verlustig zu gehen. Nur diese nun gefährdete Dollar-Dominanz kann jedoch die Aufrechterhaltung des gigantischen amerikanischen Militärapparates ermöglichen. Immer mehr Staaten wollen und können sich aber nun vom US-Finanzimperialismus lösen. Diese Gefahr ist den politischen Eliten in Washington sehr bewusst. Es gibt Anzeichen, dass ein Teil dieser Eliten nicht davor scheuen wird, auch einen Krieg gegen Russland und China, die größten militärischen und ökonomischen Rivalen, zu riskieren.

Wir wissen jetzt, dass die gegenwärtige Bundesregierung mit Scholz und Baerbock ebenso wie die Scheinopposition mit dem Blackrock-Profiteur Merz diesen Risikoweg des wichtigsten Bündnispartners ungeachtet aller damit verbundenen Risiken mitzugehen bereit ist. Doch niemand bei klarem kritischem Verstand kann behaupten, eine solche Politik sei im Lebensinteresse des deutschen Volkes. So wenig es die US-Strategen der Bilden-Regierung kümmert, wie viele Ukrainer geopfert werden, um Moskau zu schwächen, welche Folgen Taiwan nach dem Abflug Pelosis zu tragen haben wird, ob im Kosovo die ethnischen Konflikte eskalieren oder im islamischen Kulturkreis die Wut auf den Westen neu geschürt wird – so wenig wird es diese Strategen kümmern, wenn in einem atomar geführten Krieg deutsche Städte und Landschaften verglühen und verseucht werden.

Die These, dass die USA deshalb Deutschlands gefährlichster „Freund“ ist, ist keine Polemik, sondern findet ihre Begründung im aktuellen amerikanischen Handeln. Es kommt hinzu: Niemand weiß, wer die USA wirklich regiert. Ihr jetziger Präsident ist es aufgrund seines offensichtlich beeinträchtigten geistigen Zustandes jedenfalls nicht. Der angesehene amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Verfasser vieler Bücher, Professor Michael Hudson, hat vor einigen Tagen in einem Aufsatz geschrieben: „Was als Demokratie nach amerikanischen Vorbild beschönigt wird, ist eine Finanzoligarchie… Die Vereinigten Staaten sehen ihr wirtschaftliches Interesse darin, ihre neoliberale Ideologie weltweit zu verbreiten.“

Es sind keineswegs nur Russland und China, die sich dem verweigern. Das macht die US-Finanzoligarchie so nervös und aggressiv. Und das macht die gegenwärtige USA zu Deutschlands gefährlichstem „Freund“.

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