Zufahrt zum bisherigen Sprengplatz Grunewald (Foto:Imago)

Muss es erst Tote geben? Nach Mega-Explosion auf Sprengplatz will Giffey über neuen Standort reden

Eine unfassbare Kaltschnäuzigkeit und Gleichgültigkeit gegenüber realen Bedrohungen legt wieder einmal die rotgrüne Berliner Senatspolitik an den Tag: Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) ließ als Reaktion auf die gestrige verheerende Explosion im Grunewald mitteilen, dass sie sich nun bequemen wolle, mit der Polizei über den künftigen Standort des Sprengplatzes der Berliner Polizei reden zu wollen. Man müsse „sich Gedanken machen, wie in Zukunft mit dem Sprengplatz umzugehen ist” und ob auf Berliner Stadtgebiet ein solcher Ort „der richtige” sei.

Im Klartext bedeutet das: Solche Überlegungen schienen der Bürgermeisterin, wie ihren Amtsvorgängern, bislang also nachrangig bis vernachlässigbar – oder wurden gar komplett abgelehnt. Offenbar muss es erst Tote geben, bis die linksgrünen Dilettanten wach werden; schließlich gibt es ja weit Dringenderes in der Hauptstadt – zum Beispiel die Planetenrettung vom Klimakollaps, unbegrenzte Aufnahme von als Kriegsflüchtlingen deklarierten Wirtschaftsmigranten oder den Schutz der Bevölkerung vor fiesen Killerviren. Wenn da als Folge eines anhaltenden Dilettantismus mal eine Lagerstätte für Sprengstoffe und Pyrotechnik inmitten eines Siedlungsgebiets in die Luft fliegt… so what?

Gefährlichster Ort Berlins

Unterdessen hatten die hinzugezogenen Feuerwehren ihre helle Not, die durch die Detonation gestern früh verursachten Waldbrände einigermaßen in den Griff zu bekommen; zunächst hatten sich die Einsatzkräfte dem Sprengplatz nicht näher als 1.000 Metern Entfernung annähern können – aus Sicherheitsgründen und weil teilweise auch Löschgerät nicht vorhanden war. Die Einsatzleitung sprach vom „herausforderndsten und gefährlichsten Brandbekämpfungseinsatz der Berliner Feuerwehr in der Nachkriegsgeschichte.“ Zu ergänzen ist, dass der Sprengplatz nach wie vor der gefährlichste Ort in und um Berlin ist:. Der Boden ist weiterhin mancherorts 700 Grad heiß, zwei Weltkriegsbomben wurden aus ihren Halterungen gerissen und müssen gekühlt werden. Löschungen können dort nicht vorgenommen werden.

Bei dem Sprengplatz handelt es sich um ein DDR-Relikt von 1950, das in Mauernähe lag und dessen Gefahrenpotential die Stadtpolitik jahrzehntelang  – und fatalerweise dann auch nach der Wende, als die umliegenden Gebiete nach und nach erschlossen, bebaut und stärker frequentiert wurden – niemanden interessierte. Die Polizei lagert dort rund 25 Tonnen Kampfmittelmunition und illegale Feuerwerkskörper, die jedes Jahr im Frühjahr und Herbst kontrolliert gesprengt werden.

Nichteignung des Platzes war seit 30 Jahren bekannt

Dass es nicht die vernünftigste Entscheidung war, eine solche Anlage inmitten eines Landschaftsschutzgebietes zu betreiben, war den Verantwortlichen bereits 2004 bekannt; allerdings lehnte der damalige SPD-Innensenator Ehrhart Körting (SPD) eine Schließung ab, weil der Platz ja „sicher“ sei.

Die auch heute in Berlin verantwortliche SPD versucht anscheinend bereits präventiv, der Polizei zumindest eine Teilverantwortung für die Katastrophe unterzujubeln – und das, obwohl das Gelände längst hätte geschlossen werden müssen und somit ein weiterer Fall von typisch Berliner Kontroll- und Staatsversagen vorliegt. Die Polizei versucht sogar noch, den Standort zu verteidigen: Nach einem Besuch am Ort des Geschehens mit Giffey erklärte die Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik, der Sprengplatz sei „die einzige genehmigungsfähige Anlage auf Berliner Grund mit 80.000 Quadratmetern”, die zudem genügend weit weg von Wohnbebauung läge. Dann ist ja alles gut – bis es im Shithole an der Spree das nächstes Mal knallt! Immerhin: Wenigstens das benachbarte Brandenburg zeigt sich bei der Suche nach einem neuen Standort hilfs- und gesprächsbereit.

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