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Hass & Hetze: Matthias Koch – der geheimnisvolle Propagandist vom Redaktionsnetzwerk Deutschland

Oh lala! Der Chefredakteur des Redaktionsnetzwerks Deutschland, Herr Matthias Koch, kennt ein Geheimnis. Welches? Es ist das „Geheimnis der russischen Grausamkeit“. Und damit es kein Geheimnis bleibt, hat er es ausgeplaudert. Jedenfalls den Teil des Geheimnisses, der ihm aus propagandistischen Gründen nützlich zu sein schien. Die Medienkritik.

von Max Erdinger

Was bedeutet es, Chefredakteur des RND zu sein? Was ist das „Redaktions Netzwerk Deutschland“ überhaupt? Verkürzt ausgedrückt ist es die überregionale Propagandaabteilung der SPD. Wikipedia: „Die RND Redaktionsnetzwerk Deutschland GmbH mit Sitz in Hannover ist die Redaktion für überregionale Inhalte der Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co. KG. Deren größter Kommanditist ist die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft, das Medienbeteiligungsunternehmen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.“ – Matthias Koch ist also Chefpropagandist, weil politische Parteien eigentlich keine Medienbeteiligungen und Verlage zu unterhalten hätten, jedenfalls nicht in einem Maß, das über die Publikation einer explizit so bezeichneten Parteizeitung hinausgeht. Die SPD ist sehr zum Ärger des wahren Demokraten seit vielen Jahren eine riesige Medienholding mit einer angeschlossenen Partei.

Der Kriegsbeginn

Dieser Chefpropagandist hat nun einen Artikel verbrochen, dessen Intention nur ein ausgesprochener Idiot nicht erkennen kann: Es geht darum, die russische Armee zu einer Ansammlung beispielloser Bestien zu erklären. Ein bißchen weiter ausgeholt: Ja, Krieg ist bestialisch. Es war noch nie anders. Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, Vietnamkrieg, Syrienkrieg, Ukrainekrieg – da reiht sich ein Zivilisationsbruch an den nächsten. „Oradour“ ist ein Triggerbegriff aus dem Zweiten Weltkrieg. „My Lai“ einer aus dem Vietnamkrieg … – und „Gewerkschaftshaus Odessa“ einer aus dem Ukrainekrieg. Moment. Ukrainekrieg? Für Koch geht der Ukrainekrieg offensichtlich erst am 24. Februar 2022 mit der russischen Invasion los. Das Massaker im Gewerkschaftshaus von Odessa – nur eines von vielen Beispielen – fand allerdings bereits am 2. Mai 2014 statt, ziemlich am Beginn eines Krieges der ukrainischen Regierung gegen die russischstämmigen Landsleute, die im Donbass, am Asowschen Meer und am Schwarzen Meer leben. Der Ukrainekrieg tobte lange bevor die Russen am 24. Februar dieses Jahres eingriffen. Bis dahin hatte er mindestens 14.000 Tote gefordert. Ukrainer, die von Ukrainern gemeuchelt worden waren. Der „Spiegel“ im Jahr 2015: „Die Schande von Odessa – Nach Straßenschlachten ging im Mai 2014 in Odessa das Gewerkschaftshaus in Flammen auf, 48 Menschen starben. Nun stellt der Europarat der Ukraine ein vernichtendes Urteil aus.“ Weiter hieß es im „Spiegel“ am 4.11.2015: „Dabei war die Bestialität gut dokumentiert. Einige proukrainische Demonstranten bemühten sich zwar, Menschen aus dem brennenden Haus zu bergen. Zahlreiche Handyvideos zeigen aber auch Angreifer, die weiter Jagd machten. Auf einer Aufnahme ist ein Mann zu sehen, der über eine Feuerleiter floh. Als er den Boden erreichte, setzten ihm Schläger zu. Er kletterte zurück ins brennende Haus. Ein anderes Video zeigt Menschen, die aus Fenstern sprangen. Viele bleiben verletzt auf dem Asphalt liegen. Dort waren sie einem Mann ausgeliefert, der mit einem Baseballschläger auf sie eindrosch.“ Ich habe damals Bilder aus dem Gewerkschaftshaus nach dem Brand gesehen. Die angekokelte Leiche einer Schwangeren, die rücklings über eine Stuhllehne – auf einen Schreibtisch niedergezwungen – stranguliert worden war, ehe sie vom Feuer erwischt wurde. Ich kenne Videos von Bewohnern des Donbass, die von Ukronazis für das Tragen des Georgsbandes zu Tode geprügelt worden sind. Es gibt die „Allee der Engel“ in Donezk im Gedenken an die toten Kinder, die bei den ukrainischen Angriffen auf den Donbass ums Leben gekommen sind. Das ist alles vor dem russischen Eingreifen im Februar dieses Jahres geschehen.

Passt nicht ins westliche Narrativ

Seither hat sich da auch nichts geändert. Als die Kämpfe um Mariupol tobten und sich die „Verteidiger“ der Stadt im Stahlwerk verschanzt hatten, massakrierten sie aus einer Tankstelle des Stahlwerks heraus Zivilisten (Asow-Sprech: „Orks“, als russischstämmige Zivilisten) auf einer Hauptstraße, die am Stahlwerk vorbeiführt. Ein italienischer Kriegsberichterstatter hat das gefilmt. Alle zehn Meter eine Leiche auf und neben der Straße. Eine davon neben ihrem ebenfalls erschossenen Labrador. „Butscha“ in Mariupol, sozusagen – und definitiv nicht von Russen verübt. Ich habe Bilder aus den ersten Kriegswochen gesehen, als noch etwas Schnee lag, von einem verletzten ukrainischen Soldaten, der nicht etwa in ein Lazarett gebracht worden wäre, sondern offenbar von seinen eigenen „Kameraden“ eine Panzerabwehrwaffe in die Hand gedrückt bekommen hatte, bevor sie ihn mit dem Fuß an einem Masten neben der Straße festketteten. Dort ist er dann verstorben, ohne die Waffe noch abfeuern zu können. Er lag tot im Schnee, mit dem Bein an diesem Masten festgekettet. Es gibt Videos von Ukrainern, die auf dem Boden liegenden, gefangenen Russen in die Beine schießen. Es gibt das Video von dem russischen Kriegsgefangenen, der von Ukrainern an ein Holzkreuz genagelt wurde, das dann aufgestellt wurde, um ihn bei lebendigem Leibe zu verbrennen. Es gibt Zeugenaussagen aus Mariupol, daß die Ukronazis von den höher gelegenen Stockwerken in Wohnblöcken – aus Wohnungen heraus, deren Bewohner sie im Keller des Hauses gefangen hielten, um Luftschläge der Russen zu vereiteln, welche diese Bewohner unter Schutt in den Kellern begraben hätten -, auf alles schossen, was sich draußen bewegte. Diesen Schützen sind ebenfalls viele Einwohner von Mariupol zum Opfer gefallen. So könnte ich da ewig weitermachen. Und es war ja gerade dieser Tage ein Bericht von „Amnesty International“ welcher der ukrainischen Armee genau wegen der Taktik, sich hinter ukrainischen Zivilisten zu verschanzen und sie als Geiseln zu nehmen, schwere Kriegsverbrechen attestiert hatte. Es ist bezeichnend, daß dieser Bericht erst nach Protesten der ukrainischen Seite wieder einkassiert wurde. Von Täter (Russen) – Opfer (Ukrainer)-Umkehr war auf einmal die Rede, ganz so, als ob „der Ukrainer“ überhaupt nur noch als Opfer der Russen denkbar sei. Dabei war es gar nicht um Russen als Täter und Ukrainer als Opfer gegangen, sondern um Ukrainer als Opfer von Ukrainern. Passt halt nicht ins gewünschte Narrativ. Deswegen wird so ein Bericht dann einkassiert im „Wertewesten“, wo Demokratie und Informationsfreiheit ihre Heimat haben.

Das alles interessiert aber den Chefpropagandisten Koch vom RND nicht die Bohne. Er ist nicht etwa dem Geheimnis der Grausamkeit im Kriege auf der Spur, sondern ausschließlich der russischen. Und dabei entblödet er sich nicht, auch noch solche Scheußlichkeiten den Russen in die Schuhe zu schieben, von denen längst klar ist, daß sie von der ukrainischen Armee begangen worden waren. Ich möchte ja nicht ausschließen, daß es auch russische Kriegsgräuel in der Ukraine gegeben haben könnte. Der RND-Propagandist tut jedoch so, als habe es ausschließlich russische gegeben – und er schiebt ukrainische Gräueltaten den Russen in die Schuhe. So nennt er den „russischen Angriff auf eine ukrainische Geburtsklinik am 9. März 2022“. Seit Monaten sind die Aussagen jener „Mutter“ bekannt, die zu Propagandzwecken nach der Bombardierung in das Gebäude gebracht worden war, um sich dort als Opfer ablichten zu lassen für die Bilder, die dann um die Welt gingen. Die entsprechende Klinik war lange vor der Bombardierung bereits evakuiert worden und wurde von Asow-Brigaden als Abwehrstellung benützt. Zum Zeitpunkt der Bombardierung war das keine Geburtsklinik mehr. Der Gipfel der Kochschen Unverfrorenheit ist das Foto eines elfjährigen Mädchens, dem beim Raketenangriff auf den Bahnhof von Kramatorsk am 8. April beide Unterschenkel abgerissen worden waren. Das war kein russischer Raketenangriff, sondern eine falsch gezielte, ukrainische Tochka-U. Das steht mit absoluter Sicherheit fest. Eine ukrainische Tochka-U war es auch, die ebenfalls im April eine der belebtesten Straßen im Stadtzentrum von Donezk verwüstete und mindestens zwölf Todesopfer forderte.

Tochka-U-Opfer Yana Stepanenko – Screenshot RND

Praktisch: Unsichtbare Videos

Der SPD-Propagandist vom RND schreibt von Videos, die angeblich auf russischen Kanälen bei „telegram“ geteilt würden, und auf denen bspw. zu sehen sei, wie russische Soldaten einem gefangenen Ukrainer die Hoden abschneiden. Gut für den Propagandisten Koch: „Tatsächlich hat die Brutalität der Russen bei ihrem Vorgehen in der Ukraine ein Ausmaß angenommen, das in den Mainstreammedien des Westens schon aus Gründen des Jugendschutzes nicht mehr konkret dargestellt werden darf: Es wäre, ob auf Twitter oder in der Tagesschau, allzu verstörend.“ Über das Video von der Kastration schreibt er: „Ein Video zeigt, wie zwei russischsprachige Männer in Tarnanzügen einem gefesselten und geknebelten ukrainischen Gefangenen bei lebendigem Leib die Hoden abtrennen. Im Hintergrund parkt ein russisches Armeefahrzeug mit einem großen weißen „Z“ auf der Motorhaube. Der Täter trägt einen dunklen Hut mit breiter Krempe und blaue Latexhandschuhe, er benutzt ein Teppichmesser. In dem Video ertönt eine an ukrainische Mütter gerichtete Botschaft, ihre Söhne lieber nicht in den Krieg gegen Russland zu schicken.“ – Nun ist es so, daß in der Ukraine selbst erst kürzlich ein Erlaß rausging, der es Ukrainern bei Androhung von Strafe verbietet, russisch zu sprechen. Viele Ukrainer verständigen sich aber seit jeher auf russisch. Daß die Täter in dem Video russisch gesprochen haben, beweist überhaupt nichts. Meinereiner kennt ein solches Video ebenfalls. Einem russischen Kriegsgefangenen werden von Ukrainern die Hoden abgeschnitten – und die Aufforderung erging an die russischen Mütter, ihre Söhne nicht gegen die Ukraine ziehen zu lassen. Gut möglich, daß das Opfer in Kochs Video mit dem russischen „Z“-Fahrzeug im Hintergrund in Verbindung zu bringen ist, nicht aber der Täter. Aus dem Kreml ist die Behauptung bekannt, daß russische Soldaten beim Gefangenenaustausch mit den Ukrainern regelmäßig verstümmelt an Russland zurückgegeben würden. Aber wie gut für den Propagandisten Koch, daß solche Videos für den Westkonsumenten gelöscht werden, weil sie „allzu verstörend“ wirken könnten, während sich die Russen solche Videos anschauen. Da kann er jeden Beweis für seine Behauptungen schuldig bleiben. Wie praktisch!

Das generelle Umfeld

Und nur, um einmal ganz unabhängig von RND und westlicher Kriegspropaganda zu beleuchten, wie das Klima inzwischen ist in jenem „Wertewesten“, in dem ein SPD-Propagandist vom RND im Wahn des Wahrheitsverkünders seine hetzerische Desinformation unters Volk streuen darf: Gerald Grosz, Bewerber um das österreichische Präsidentenamt und einer der heftigsten und deutlichsten Kritiker der österrichischen Sanktions- und Impfpolitik, meldete bei Twitter“ vorhin Folgendes: „Wahnsinn“ @facebook hat pünktlich zum Start meiner Unterstützungskampagne meinen gesamten Auftritt ohne Angabe von Gründen gesperrt. D.h. Begründung „Verstoß gegen unsere Gemeinschaftsstandards“. Grosz hatte bei Facebook etwa 305.000 Follower. Mir ist nicht bekannt, daß es von Seiten des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ jemals Protest dagegen gegeben hätte, daß im „Wertewesten“ die grundgesetzlich garantierte Meinungsfreiheit nach Art. 5 G den „Gemeinschaftsstandards“ eines amerikanischen Unternehmens untergeordnet wird. Das Klima berücksichtigt, in dem das RND veröffentlicht: Was vom Wahrheitsgehalt solcher Artikel wie dem von RND-Chefredakteur Matthias Koch über das „Geheimnis der russischen Grausamkeit“ zu halten ist, der Publikation eines Mannes also, dessen Publikationen – warum wohl? – niemals einem „unabhängigen Faktencheck“ schwerst abhängiger Faktenchecker unterzogen werden würden, kann man sich im deutschen Jahr 2022 an drei Fingern abzählen. Wenn auch das „System Bundesrepublik fertig hat“: Mit solchen Typen wie dem RND-Chefredakteur Koch wird es noch eine „Nachbesprechung“ geben müssen.

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