Anschlagsopfer Rushdie (hier 2019 bei einem Besuch in Deutschland) (Foto:Imago)

Rushdie-Attentat: Die heuchlerische Betroffenheit der Islam- und Iranversteher

Nach 33 Jahren hat die „Religion des Friedens“ in seiner radikalislamischen schiitischen Strömung, die im von Deutschland hofierten iranischen Revolutionsregime ihre Machtzentrale hat, den seit 1989 mit dem Tode bedrohten Schriftsteller Salman Rushdie nun doch heimgesucht. Das – ausgerechnet im weltoffen-demokratischen, „europäischen“ und linksaffinen US-Bundesstaat New York verübte – gestrige Messerattentat fand statt, als er just bei einer Veranstaltung zum Thema künstlerische Freiheit sprechen sollte, und die Fragen ebben seither nicht ab, wie dies möglich war, wieso der Personenschutz offenbar versagte – und ob nicht ein insgesamt islamophiles und muslimverherrlichendes öffentliches Stimmungsbild dazu beigetragen hat, dass der im „freien Westen” vermeintlich sicher lebende Rushdie hier von seinen Häschern erwischt wurde.

Sollte der 75-Jährige die Folgen des Anschlags überleben, wird er für den Rest seines Lebens schwere gesundheitliche Schäden davontragen. Rushdies Agent Andrew Wylie verkündete die bittere Nachricht: „Salman wird wahrscheinlich ein Auge verlieren; die Nerven im Arm wurden durchtrennt und seine Leber wurde durchstochen und beschädigt.“ Er werde künstlich beatmet und könne nicht sprechen. Bei dem noch am Tatort festgenommenen Tatverdächtigen handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 24-Jährigen aus New Jersey. Bislang gibt es keine Hinweise auf weitere Täter oder ein Motiv, die Ermittlungen dauern an.

Fatwa gilt seit 1989

Offiziell liegt zwar noch kein formales Motiv für das Attentat vor. Vielleicht entdeckt man jetzt ja, aus Integrations- und Beschwichtigungsgründen, auch in den USA den charmanten Reiz der in Deutschland zur Perfektion gebrachten Exkulpierungsmasche des „psychisch kranken” und damit „schuldunfähigen” Tätertypus? Jedenfalls ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die nach wie vor geltende Fatwa des iranischen Mullahstaatsgründers Ayatollah Khomeini von 1989 hinter dem Attentat steht. Diese war ausgesprochen worden, weil Khomeini in Rushdies Romans „Die satanischen Verse“ von 1988 eine blasphemische Beleidigung des Islam sah.

Gemäß der Fatwa des Großayatollahs ist jeder Muslim dazu aufgerufen, Rushdie bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu töten. Diese Todesdrohung schwebt seit 33 Jahren über Rushdies Haupt. Nachdem sich die Lage in den letzten Jahren entspannt zu haben schien, hat sie ihn nun also doch noch eingeholt – ein Beispiel nicht nur für die auch 21 Jahre nach 9/11 ungebrochen virulente, tödliche Radikalität des überall auf dem Vormarsch befindlichen Islam, sondern auch für eine grundfalsche Toleranz der westlichen Demokratien, die aus einem fatal verzerrten, romantisch idealisierten Koranverständnis eine Natter an ihrem Busen nähren – und sich dann, wann immer die Kollateralschaden von Madrid bis Bataclan, von Nizza bis zum Breitscheidplatz eintreten, in die üblichen ratlosen Floskeln und Nichts-hat-mit-nichts-zu-tun-Apologien flüchten.

Claudia Roth am moralischen Tiefpunkt

So folgten natürlich auch in Deutschland als erste Reaktion auf den Anschlag größtenteils die üblichen Betroffenheitsphrasen von Politikern, denen ansonsten kein kritisches Wort über den Islam die Lippen kommt und die Kritik an ihm gar pauschal als „Islamophobie“ verdammen. Ungewohnt deutliche Worte fand immerhin der im Iran geborene FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai, dessen Eltern ihn einst nach Deutschland schickten, um dem totalitären Khomeini-Regime zu entfliehen, auf Twitter: „Für diesen feigen Anschlag trägt das iranische Mullah-Regime auch Verantwortung. Das sollte jeder wissen, der normale Beziehungen mit diesem Regime will.“

Das diametrale Gegenteil dieser nüchternen Feststellung stellte einmal mehr die so grüne Kulturstaatsministerin Claudia „Fatima“ Roth dar, eine ebenso dumme wie heuchlerische Person, die den Vogel abschoss, als sie zum Rushdie-Attentat allen Ernstes verlauten ließ: „Ich hoffe inständig, dass er dieses niederträchtige Attentat überlebt. Es klebt auch dann Blut an den Händen, nicht nur des Attentäters, sondern auch und ganz besonders an denen des iranischen Regimes, das bis heute an der schrecklichen Fatwa gegen ihn festhält.“ Das sagt wohlgemerkt eine Politikerin, die so demonstrativ wie kaum eine andere gezeigt hat, dass sie buchstäblich keine Berührungsängste mit eben diesem Regime kennt: Bereits mehrmals hatte sie sich, ohne jede amtliche Notwendigkeit, mit hochrangigen Vertretern des Mullahstaates getroffen und dabei eine geradezu groupieartige Attitüde an den Tag gelegt.

Kein Wort über das wahre Problem des Islamismus

Unter den von Roth unterwürfig beehrten Iran-Abgesandten waren unter anderem bekennende Antisemiten, die alle zum Bestand dieser totalitären Regierung beitragen. Den Vertretern des Wächter- und Schlächterstaats gegenüber, der Schwule an Baukränen aufhängen lässt und gegen Frauen, die sich öffentlich ohne Kopftuch zeigten, lange Haftstrafen verhängt, trat Roth natürlich rücksichtsvoll und kultursensibel, mit sichtlicher Begeisterung, in Kopftuch auf.  Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz 2013 klatschte sie sich gar „high-five” mit dem iranischen Botschafter ab, als handele sich um einen alten Freund.

Auch ein weiterer Iran- und Islamversteher und Super-Heuchler, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, zeigte sich „entsetzt” über den Anschlag auf Rushdie: Auf Instagram ließ das Staatsoberhaupt mitteilen: „Die Tat ist ein niederträchtiger Anschlag auf das Leben eines großen Geistes. (..) Meine Gedanken sind bei ihm, meine Genesungswünsche gehen in dieser Stunde in die USA.“ 2019 hatte Steinmeier dem Mullahregime zum 40. Jahrestag seiner Machtergreifung „herzlich“ gratuliert, „auch im Namen meiner Landsleute.“ Das deutsche Staatsoberhaupt sprach damit demselben totalitären Terrorregime zum Jahrestag von dessen blutiger Machtergreifung Glückwünsche aus, das die Fatwa gegen Rusdie zu verantworten hat, deren Folgen Steinmeier nun wiederum beklagt.

Sowas kann man sich nicht ausdenken; das Ausmaß an Doppelmoral und Verlogenheit ist gerade im geistig und charakterlich verrotteten „Buntland Germany“ unerträglich geworden. Und wetten, dass man die nächsten Tage auch von den meisten deutschen „Kulturschaffenden“ hohle Mitleidsbekundungen und Genesungswünsche für Rushdie hören wird – aber kein klares Wort zur wahren Ursachen des Anschlags, nämlich eine totalitären Ideologie, die sich als Religion ausgibt und deren millionenfache Verbreitung und Heimischwerdung in Deutschland von der politisch-medialen Kaste dieses Landes mit allen Mitteln gefördert wird? (DM)

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