Erdingers Absacker; Bild: Collage
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Erdingers Absacker: Was gibt es Neues aus den USA?

Das Wort „Bürgerkrieg“ hat allerweil Konjunktur in den USA. Satte 75 Prozent der Amerikaner halten den FBI-Überfall auf Donald Trumps Residenz „Mar-a-Lago“ in Palm Beach angeblich für den politisch motivierten Versuch, dort irgendetwas zu finden, mit dem sich die Kandidatur Trumps für die US-Präsidentschaft 2024 verhindern läßt. Vereinzelt wird Trump angekreidet, daß er seine Ankündigung, den Deep-State-Sumpf trockenzulegen („Drain the swamp“), während seiner Amtszeit von 2016 – 2020 nicht verwirklicht hat. Donald Trump verteidigt sich mit der Behauptung, niemand habe wissen können, wie tief der Deep State wirklich ist. Jetzt wisse man es aber. Und wenn er erneut US-Präsident werden sollte, dann würde er diesen Deep State tatsächlich ein für allemal ausradieren. Grund genug für das Wahingtoner Establishment, sich „in die Hosen zu scheißen“. Speziell seit der getürkten US-Wahl 2020. Seit sechs Jahren wurde nichts unversucht gelassen, Donald Trump abzusägen. Zwei im Sande verlaufene Impeachment-Versuche, das fabrizierte „Steele Dossier“ zum „Beweis“ von Trumps Verwicklungen in eine russische Einflußnahme auf den US-Wahlkampf 2016, die es nie gegeben hat – und-und-und -warum? Donald Trump ist der einzige Präsident der vergangenen Jahrzehnte gewesen, der seinen Wahlkampf aus eigenen Mitteln bezahlt hatte und wegen seiner materiellen Unabhängigkeit niemandem außer dem amerikanischen Souverän gegenüber verpflichtet werden konnte. Trump ist nicht käuflich. Sogar sein Präsidentengehalt hat er an Wohlfahrtsorganisationen überwiesen.

Zweierlei Maß

Die Umstände des FBI-Überfalls auf Trumps Privatresidenz in Palm Beach, Florida, sind bemerkenswert. Seine Anwältin vor Ort wurde daran gehindert, die Durchsuchung des Anwesens zu überwachen, der dortige Hausmeister war aufgefordert worden, die zahlreichen Überwachungskameras während der knapp zehnstündigen Suchaktion abzuschalten und – Medaille für den Mann! – der weigerte sich, einer solchen Aufforderung Folge zu leisten. Inzwischen wurde der Durchsuchungsbefehl öffentlich und der nächste Skandal ebenso. Generalstaatsanwalt Merrick Garland steht unter massivem Druck und gab eine sehr merkwürdige Erklärung zu dem ganzen Vorgang ab. Im Grunde sagte er nichts anderers, als was jeder Amerikaner in der Verfasssung selber nachlesen kann. Es gab keinerlei Spezifikation in diesem „Warrant“, wonach vom FBI hätte gesucht werden sollen. Die Gerüchte, daß es um Codes für die amerikanischen Atomwaffen gegangen sei oder um Dokumente der höchsten Geheimhaltungsstufe, die Trump angeblich aus dem Weißen Haus mit nach Florida genommen haben soll, haben sich inzwischen in Luft ausgelöst. Der Durchsuchungsbefehl war sehr allgemein gehalten. Das FBI-Überfallteam sollte einfach alles inspizieren, was es in Mar-a-Lago zu finden gab. Es wurden über 40 Kisten mit Material abtransportiert. Selbst Melania Trumps Garderobe war Gegenstand der Schnüffelei. Seit dem vergangenen Montag, schreiben und senden die Kommentatoren, sei Trump erstrecht auf „Steroids“. Die Establishmentpresse verwahrt sich inzwischen vehement gegen die Verwendung des Begriffs „raid“ (Überfall) im Zusammenhang mit der geschichtlich beispiellosen Erstürmung von Trumps Anwesen in Florida und will den Begriff „Durchsuchung“ durchsetzen. Die Amerikaner husten ihr etwas.

Es ist auch zu offensichtlich, was da passiert ist. Es hätte eine Million mehr Gründe für das FBI gegeben, die Clintons oder die Bidens heimzusuchen. Jeder Amerikaner weiß, daß diese Herrschaften „Untouchables“ (Unberührbare) sind, die sich jede Lüge, jede Intrige und jeden Gesetzesbruch erlauben können, ohne jemals behelligt zu werden. Hunter Bidens Laptop z.B. befand sich zwei Jahre lang im Gewahrsam des FBI, ehe zugegeben wurde, daß alles zutrifft, was die „New York Post“ bereits während des US-Wahlkampfs im Oktober 2020 über den Inhalt auf diesem Laptop kolportiert hatte. Die „New York Post“ war daraufhin schwer unter Druck gesetzt worden. Und immer noch gibt es gegen die Familie Biden keinerlei Ermittlungen. Dieses Messen mit zweierlei Maß kommt in den USA überhaupt nicht gut an bei den Bürgern.  Der Schuß des Deep State gegen Trump dürfte nach hinten losgehen. Für die US-Präsidentschaftskandidatur  Donald Trumps wird der Überfall auf seine Privatresidenz hingegen zum Megabooster nach dem Motto: „Jetzt erstrecht!“. Auch bei den anstehenden Zwischenwahlen (Midterms) im November dürfte sich die undurchdachte Aktion in Mar-a-Lago für Trumps Verfolger aus dem „Demokratischen“ Establishment als Schuß ins eigene Knie erweisen, wenn nicht in allernächster Zeit unzweifelhaft belastendes Material gegen Donald Trump präsentiert werden kann. Donald Trump selbst sagt, es gebe da überhaupt nichts – und macht ansonsten von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch.

Es brodelt im Kessel

Die Nerven liegen blank in den USA. Die Gesellschaft ist so tief gespalten wie die deutsche, die französische, die italienische oder sonst irgendeine im Einflußbereich der USA, was kein Wunder ist, da der Deep-State sich natürlich nicht auf die USA beschränkt, sondern ein globales Problem darstellt, wie nicht nur Wladimir Putin und Xi Jinping bemerkt haben, sondern auch die indische, die brasilianische – sowie etliche andere Regierungen gerade in Afrika. In diesem Zusammenhang ist interessant, was sich gerade im Verhältnis der USA mit den afrikanischen Ländern abspielt. Bekanntlich will der Deep State – und mit ihm die US-Regierung samt aller Regierungen der US-Vasallenstaaten – nationale Regierungskompetenzen beim „globalen Gesundheitsschutz“ an die WHO und deren marxistischen Chef Thedros Adhanom Ghebreyesus auslagern. Die WHO soll künftig weltweit über Lockdowns und andere „Maßnahmen“ entscheiden – und sie den jeweiligen Regierungen in den „unabhängigen Nationen“ überstülpen können. Von einer digitalen Weltwährung ist die Rede. Die Länder Afrikas haben allerdings bei einer Konferenz beschlossen, das durchsichtige Spielchen nicht mitzumachen – und auch an den westlichen Sanktionen gegen Russland will sich kaum jemand in Afrika beteiligen.

Der Weltpolizist in Schwierigkeiten

Zum Thema Afrika gab es ein Interview mit der US-Diplomatin Linda Thomas-Greenfield in der „New York Times“. Es ging explizit um Uganda. Seitens der US-Diplomatin gab es die unverhohlene Drohung, die USA würden in Uganda „aktiv werden“ („taking action“), wenn sich Uganda nicht an die westlichen Sanktionen gegen Russland halte. Uganda dürfe lediglich Getreide und Dünger aus Russland beziehen, sonst nichts. Vor allem kein Öl. Das ist natürlich dreist, wenn man bedenkt, daß die Stromversorgung in Uganda zu einem großen Teil am Betrieb von dieselbetriebenen Stromgeneratoren hängt. Die USA stehen aber vor dem Problem, daß ihnen niemand mehr die moralische Berechtigung in ihrer Rolle als Weltpolizist abnimmt. Donald Trump wollte diese Rolle ohnehin nicht länger mehr weiterspielen. Beispiel Serbien: Der serbischen Sympathie haben sich USA und NATO gründlich entledigt. Die Erinnerung an die völkerrechtswidrigen Bombardements durch die NATO aufgrund einer Medienlüge hat sich in Belgrad tief eingebrannt. In Serbien entsteht derzeit ein großer russischer Militärstützpunkt. Das aber nur nebenbei. Sehr aufschlußreich ist, in welcher Rolle sich die US-Regierung beim Thema Afrika selbst sieht.

Greenfield Interview in der „NYT“ (Auszug) – Screenshot YouTube

Der amerikanische Außenminister Blinken wird also kommende Woche in Afrika weilen, um dort schon einmal festzulegen, wie das nächste „Treffen der zweiten Reihe“ – dann in New York – laufen soll. Es wird im September stattfinden. Und im Dezember – nach drei Monaten, in denen sie sich überlegen können, was sie tun wollen angesichts der „Informationen“ die ihre „zweite Reihe“ (High Level) im September zu schlucken hatte – sollen sich dann die afrikanischen Staatenlenker beim „Afrikanischen Führergipfel“ in den USA einfinden. Gastgeber wird dann der vermeintliche US-Präsident sein, wenn er bis dahin noch im Amt ist. Also: Nicht der vermeintliche US-Präsident fliegt zum „Afrikanischen Führergipfel“ nach Afrika, sonder alle afrikanischen Führer tanzen zur Befehlsentgegennahme in den USA an. Der debile Joe hat offenbar vor, sie mit „Instruktionen“ zu versorgen. Wahrscheinlich will er sie erpressen. In dem Fall wäre es tatsächlich ratsam, das auf dem eigenen Territorium zu versuchen, in den USA also.

So kann man das aber nicht sagen bei den Diplomaten. Schließlich ist nicht jeder Diplomat ein so ungehobelter Klotz wie der scheidende ukrainische in Deutschland. Wie muß das also klingen? Frau Linda Thomas-Greenfield macht es mustergültig vor. Natürlich erpresst man niemanden, sondern man hört ihm zu. Man heuchelt Sorge über die Nahrungsmittel-Unsicherheit in Afrika. Die Leute dort hungern. Die Leute dort leiden. Das sind schließlich auch nur „die Menschen“. Und man fragt sich, wie man die „eigenen Positionen“ dazu nutzen kann, den armen Leuten in Afrika zu helfen. Das ist nett formuliert. Ausdrücklich: Man fragt sich nicht, wie man den Leuten dort trotz der eigenen „Positionen“ (Interessen) helfen kann. Die eigenen „Positionen“ (Interessen) sind das, was als allererstes zu berücksichtigen ist, nicht die Not dieser Leute.

Die Fassade des nationalen Interesses

Es ist zwar nicht jedesmal schön, andererseits aber auch nicht verwerflich, daß eine Regierung in der Außenpolitik die Interessen der eigenen Nation an die erste Stelle setzt. Wenn es denn die Interessen der Nation sind. Die Welt ist schließlich kein Ponyhof, auch wenn man das in Deutschland nicht wahrhaben will wegen „die Menschen“ allüberall. Im Fall der USA sind es aber erkennbar nicht die Interessen der Nation, sondern die des Deep State. Es geht um das, was Putin, Xi Jinping und etliche andere Staatenlenker rund um den Globus längst realisiert haben: Um einen amerikanischen Neokolonialismus nach Maßgabe multimilliardenschwerer amerikanischer Oligarchen, die nicht weniger anstreben als die Weltherrschaft via Kaperung internationaler Organisationen wie bspw. der WHO oder gleich der UN. Was die Amerikaner als Wähler in einer freiheitlichen Demokratie wollen und was sie bräuchten, ist diesen Oligarchen völlig egal.

Das Programm „Schedule F“

Donald Trump hat dieser Oligarchie mit seinem „Ablaufplan F“ (Schedule F), einem tiefen Eingriff in Verwaltung und Behörden, hochoffiziell den Krieg erklärt. Vorgestellt hatte er dieses Programm zwei Wochen vor der Präsidentschaftswahl 2020. Und dieses Programm war auch das erste, das Joe Biden nach seinem Amtsantritt wieder rückgängig machte. „Schedule F“ hat aber inzwischen wieder höchste Priorität für die allermeisten Amerikaner, ganz egal, was der senile Joe und die Seinen dazu meinen und finden.  Das Nachrichtenportal „Axios“ zitierte einen Beamten, der „Schedule F“ mitentwickelt hat. Seinen Worten zufolge könnten zigtausende Verwaltungsmitarbeiter von dem Papier betroffen sein. Trump-Vertraute, loyale Organisationen und frühere Beamte haben demnach bereits rund 50.000 derzeitige Bundesangestellte im Visier, die aufgrund von „Schedule F“  entlassen werden könnten. Sie würden ersetzt werden durch Behördenmitarbeiter, die Trumps „Amerca First“-Agenda mittragen. Das wäre ein vernichtender Schlag gegen die Büttel des Deep-State.

Und das ist auch das Motiv hinter dem FBI-Überfall auf Donald Trumps Residenz in Palm Beach: Der Deep-State befindet sich in einem verzweifelten Verteidigungskampf, sowohl international – in der Ukraine mit ihren immensen Bodenschätzen und auf Taiwan mit seiner Halbleiterproduktion – als auch national. Sollte Donald Trump irgendetwas zustoßen, bevor der nächste US-Präsident gewählt ist, darf man wohl getrost befürchten, daß der Bürgerkrieg in den USA ausbrechen wird. Die Amerikaner sind durch die Bank bestens bewaffnet – und die jüngsten Versuche, sie per Gesetz zu entwaffnen, hat genau diese Befürchtung zur Grundlage. – Go, Donald, go!

 

 

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