DB Cargo (Bild: Screenshot)

Menschen als Transportgut. Nichts aus der Geschichte gelernt, Deutsche Bahn?

Schlagersänger Michael Wendler und seine Ehefrau müssen die angemietete Villa in Florida verlassen. Sein Vermieter soll ihn rausgeschmissen haben. Das nimmt die historisch belastete Deutsche Bahn zum Anlass, eine mehr als geschmacklosen Tweet in die Welt zu entsenden.

Wie die „Bild-Zeitung“ und andere Trashmedien wie die Bunte berichten, muss der Schlagersänger Michael Wendler und seine Ehefrau Laura Müller ein vor etwa einem Jahr gemietetes Haus in Punta Gorda im US-Staat Florida verlassen. Der Vermieter habe den Vertrag mit dem Sänger und der Influencerin nicht verlängern wollen, so das Boulevard.

Diese Meldung ohne jeglichen Mehrwert nimmt indes das Sozial-Mediateam von DB Caro – das Unternehmen übernimmt nationale und internationale Aktivitäten der Deutschen Bahn im Schienengüterverkehr wahr – auf. Zu den Leistungen von DB Cargo zählen offensichtlich nicht nur der Ganzzug- als auch der Einzelwagenverkehr, sondern – wie man bei Twitter lesen kann – auch das Transportgut Mensch:

 

 

Die Deutsche Bahn – Rechtsnachfolger der Deutsche Reichsbahn hatte während des Nationalsozialismus nicht nur die wichtige logistische Rolle bei der schnellen Verlegung von Truppen der Wehrmacht. Bei der Vernichtung der Juden war die Logistik der Reichsbahn ebenfalls ein wichtiger Baustein. Zugtransporte der jüdischen Menschen in die Konzentrations- und Vernichtungslager erledigte der DB Cargo-Vorgänger ebenso zuverlässig, wie seine Nachfolgerin. Diese Geschichtsvergessenheit geht man bei der DB Cargo offensichtlich besonders gerne ein, wenn es sich um vermeidliche „Aluhuttäger“ wie Michael Wendler handelt. Wendler hatte sich gegen die wahnwitzigen Corona-Maßnahmen ausgesprochen und wurde daraufhin „erfolgreich gecancelt“.

Ex-Bildchef Julian Reichelt bemerkt zu diesem geschmacklosen Mainstreamangebiedere der DB Cargo: „Die Deutsche Bahn, dieser inkompetente und abgewirtschaftete Staatskonzern, ist historisch nicht das Unternehmen, das verächtliche Witze über Menschen als Transportgut machen sollte. Auch nicht über den Wendler“.

Während abzuwarten ist, wann DB Cargo den menschenverachtenden Tweet als „Satire“ einordnet oder löscht, ein Stimmungsbild aus dem DB Cargo Kommentarbereich:

„In einer Welt, in der wir permanent über Gleichbehandlung, Respekt und Diskriminierungsfreiheit reden, finde ich diesen Tweet der @DB_Cargo nicht in Ordnung. Auch wenn ich Michael Wendlers Einstellung nicht teile.“

„Man mag zu Herrn Wendler und/oder Frau Müller stehen wie man will- aber sie als Unternehmen sollten sich doch bei persönlichen Diffamierungen besser raus halten. Als hätte die Mutter DB nicht genug eigene Kacke am Dampfen.“

„Interessant, wofür Ihr alles Zeit habt und was für Eure Geschäftspartner Eurer Meinung nach wichtig ist. Aber im Schoße eines Staatsunternehmens kommt es auf eine effiziente Nutzung der Arbeitszeit wahrscheinlich ja nicht an. Hochmut kommt vor dem Fall.“

„Die DB AG ist ein vor allem für Unpünktlichkeit und mangelnde Professionalität im Management bekanntes Unternehmen. Dies unterstreicht dieser Niveaulos-Tweet. Und jetzt den Noise-Canceling Kopfhörer gegen Kundenbeschwerden schnell wieder aufsetzen.“

„Selbst die unfähigsten social media Nichtsnutze – also die, die bei Ihnen diesen Account verüben – sollten wissen, wann die Bahn zuletzt Menschen wie Ware behandelt und transportiert hat: Als Helfer der Nazis bei der Massenvernichtung der Juden. Löschen Sie diesen Tweet!“

(SB)

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