Geschlossen (Bild: Shutterstock.com/DesignRage)

Energiekosten – Stickstoffwerk droht mit Einstellung des Betriebs

Explodierende Gaspreise und ab Oktober auch noch die Gasumlage machen immer mehr Industriebetriebe zu schaffen. Die SKW Stickstoffwerke in Wittenberg-Piesteritz haben nach eigenen Angaben alleine durch die Gasumlage Mehrkosten in Höhe von 30 Millionen Euro pro Monat. Eine Summe, die durch die laufende Produktion nicht mehr gedeckt werden kann. 

Ein Beitrag von Blackout News

Jetzt droht das Unternehmen den Betrieb zum Oktober aufgrund der Energiekosten einzustellen, sofern keine entsprechenden Hilfen kommen. Politiker aus Wittenberg forderten dringend Unterstützung durch den Bund (MDR: 17.08.22).

SKW Stickstoffwerke drohen mit Werkschließung

Christopher Profitlich, Unternehmenssprecher, der SKW Stickstoffwerke in Wittenberg-Piesteritz sagte gegenüber dem MDR, dass der Grund für einen die hohen Energiekosten und die Gasumlage seien. Die zusätzlichen Kosten von monatlich 30 Millionen Euro alleine für die Gasumlage könne das Unternehmen nicht mehr erwirtschaften.

Unternehmen fordert Deckelung des Gaspreises wie in anderen europäischen Ländern

Ein Ende der Preisspirale bei den Gaspreisen ist nicht in Sicht. Gerade wurde noch eine zusätzliche Gasspeicherumlage beschlossen worden. Das Unternehmen, beschäftigt 860 Mitarbeiter. Der SKW-Sprecher Profitlich fordert ein Umdenken in der Energiepolitik. Energieintensive Unternehmen müssten zumindest von der Gasumlage befreit werden. Außerdem fordert er eine Deckelung des Gaspreises, wie in anderen europäischen Ländern. Spanien und Portugal hatten beispielsweise im Mai beschlossen, den Gaspreis für Stromerzeugung zeitweise zu deckeln.

Wenn die Gasumlage wie geplant im Oktober kommt, kann das Unternehmen nicht mehr wirtschaftlich produzieren. SKW werde laut dem Unternehmenssprecher ab Oktober einen Großteil der 860 Beschäftigten in Kurzarbeit schicken. Die Ammoniakanlage der SKW-Werke wurden bereits im Dezember 2021 wegen hoher Gaspreise vorübergehend stillgelegt.

Werkschließung würde ganze Region mit 1700 Mitarbeitern treffen

Laut Landrat Christian Tylsch (CDU) seien die Stickstoffwerke einer der größten Gewerbesteuerzahler im Landkreis. Ein Ausfall der Stickstoffwerke Piesteritz hätte unmittelbare Folgen für die gesamte Region. Wenn das Unternehmen seinen Betrieb einstellt, müsste man sich im Landkreis echte Strukturfragen stellen. Laut Wittenbergs Oberbürgermeister Torsten Zugehör wären bei einem möglichen Ausfall des Unternehmens der ganze Agro-Chemiepark mit seinen rund 1.700 Mitarbeitern betroffen. „Das wäre natürlich eine fatale Entwicklung für die Stadt und die ganze Region, die sich über 30 Jahre versucht hat, zu entwickeln. Die würde natürlich deutlich zurückgeworfen werden“, so Zughör.

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