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Jetzt fehlt Kohlensäure: Bier wird teurer

Es steht schlecht um das deutsche Kulturgut Bier: „Wegen der aktuellen Energiepreise haben mehrere Hersteller von Ammoniak ihre Anlagen stillgelegt, weil dessen Herstellung unrentabel geworden ist“, erklärte der Bauernbund gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Business Insider. Ammoniak wird für die Herstellung von Kohlensäure benötigt. Für den Grünen Robert Schlick sollte das ein Anlass zum Jubel sein. Der wollte schon vor zwei Jahren „die Wirtschaft gegen die Wand fahren“, um „was Neues“ auszuprobieren. 

Der Mangel an Ammoniak führe zu fehlenden CO2-Mengen, die anderweitig beschafft werden müssten, teilte der Brauerbund, der wegen der knapp verfügbaren Mengen und „deutlich teureren Preise“ vor einem Anstieg des Bierpreises warnt. Bereits des öfteren hatte die Chemiebranche darauf hingewiesen, daß hohe Energiepreise die Produktion von Ammoniak besonders treffen. Die Kohlensäure ist wichtig um zu verhindern, daß das Bier mit Luft in Kontakt kommt und anfängt zu schäumen.

Die Nachricht dürfte beim Grünen-Mitglied Robert Schlick Freude auslösen, forderte er doch im April 2020  über Twitter mit, „dass wir die Wirtschaft jetzt mal gegen die Wand fahren“ und „TUI und Co absaufen“ lassen, um „was Neues auszuprobieren“. Stichwort: „Fuck capitalism“, „Systemwechsel“. Gegen ihn wurde gerade Strafanzeige wegen Volksverhetzung und verhetzender Beleidigung bei der Staatsanwaltschaft Zwickau eingereicht. Der gebürtige Sachse, der in Dresden im Stadtrat saß, hatte am 30. Juli ein weiteres Mal für einen Sturm im Twitter-Wasserglas gesorgt, als er fragte ob man „Sachsen einfach kontrolliert abbrennen lassen“ sollte. Der 32-Jährige hatte sich darüber mokiert, daß Dynamo-Dresden-Fans eine Aktion gegen den Klimawandel auspfiffen und die Stadt Dresden Feuerwerk zuließ, während es in der Sächsischen Schweiz brannte. Der Tweet ins mittlerweile gelöscht, Schlick behauptet, alles sei nur Satire gewesen.

In Berlin wurde gerade ein solches Urteil in Sachen Volksverhetzung gefällt. 9 Monate Haft auf Bewährung und 3000 Euro Strafe, zu zahlen an die Amadeu-Antonio-Stiftung gegen Rassismus und Gewalt, kassierte der als „Volkslehrer“ bekannte Videoblogger Nikolai Nerling. Da es sich bei ihm um einen Rechtsextremen und Holocaust- und Corona-Leugner handeln soll, ließ das Amtsgericht Tiergarten keine Gnade walten. Der Richter verwies darauf, daß der ehemalige Berliner Grundschullehrer geschichtsrevisionistisch unterwegs sei – „auf der Rasierklinge der Strafbarkeit“. Die Staatsanwaltschaft beklagte, er verbreite antisemitische und völkische Ideologien, zeige keine Reue und blase weiterhin in das gleiche Horn, weswegen sie elf Monate Haft auf Bewährung gefordert hatte. Seine Einlassung, bei einigen der sechs Anklagepunkte habe es sich um Satire gehandelt, half dem 42-Jährigen jedenfalls nicht. Der Spiegel freut sich jedenfalls über den „Denkzettel“ für den rechten Ex-Lehrer. Ob die Staatsanwaltschaft im Fall des Grünen Schlick ebenfalls die Ermittlungen wegen Volksverhetzung aufnimmt und vielleicht sogar Anklage gegen ihn erhebt, sei bisher laut Berliner Zeitung noch offen. (MS)

 

 

 

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