Jair Bolsonaro, Brasiliens Noch-Präsident (Foto:Imago/AgenciaEFE)

Wahl in Brasilien: USA 2020 reloaded

Es gibt keinen Zweifel daran, daß mit Joe Biden nicht der rechtmäßig gewählte Präsident im Weißen Haus sitzt. Es gibt Leute, die daran zweifeln, daß der erste Satz hier richtig ist. Keinen Zweifel können sie jedoch daran haben, daß es bei der US-Wahl 2020 derartig viele Ungereimtheiten gegeben hat, derartig viel bestens dokumentierte Wahlmanipulation, daß sie dann, wenn sie schon nicht wahrhaben wollen, wie dadurch das Ergebnis in sein Gegenteil verkehrt wurde, wenigstens eine Neuwahl hätten befürworten müssen. Daß es letztlich so lief, wie es dann zum Unglück der ganzen Welt gelaufen ist, ist im Grunde einem katastrophalen Medienversagen geschuldet. Wie jetzt in Brasilien.

von Max Erdinger

Der größte Schwachpunkt von Demokratien ist, daß die Politiker gewählt werden müssen und nicht die „Medienmacher“. Daß die Wähler eine Regierung bestimmen, die den Wähler als Souverän respektiert und dann mehr oder weniger erfolgreich tut, was sie soll, während die Medien den Wähler darüber unterrichten, was gut läuft und was nicht, weil sie ihm und der Demokratie dienen wollen als vierte Gewalt, ist heutzutage eine völlig naive Vorstellung. Es läuft ganz anders. Die Medien sind voll von teils gekauften Aktivisten (SPIEGEL: 5,4 Mio. von der Bill & Meldinda Gates-Stiftung) oder von ideologischen Überzeugungstätern, die ihren eigenen Präferenzen folgen, anstatt den Wähler zu informieren. Nicht wenige sind auch einer politischen Generallinie unterworfen, die ihnen vom Verleger vorgegeben wird, und die sie schon aus Gründen ihrer finanziellen Abhängigkeit nicht verlassen dürfen.

Man erinnere sich an die Berichterstattung vom Tag nach der US-Wahl 2016. Die Moderatoren von CNN, MSNBC, ABC usw. bissen sich vor lauter Frust und vor laufenden Kameras förmlich in die eigenen Ärsche. In Deutschland noch krasser: Jörg Schönenborn präsentierte zwei Tage vor der Wahl ein „Trendbarometer“ in den ARD-Tagesthemen, demzufolge 81 Prozent der Deutschen an einen Wahlsieg Clintons glaubten und lediglich neun Prozent an einen künftigen Präsidenten Trump. Wie anders, als über die deutsche Medienberichterstattung, hätten die Befragten zu einer solch krassen Fehleinschätzung kommen sollen?

Aber einerlei: Allein schon die Reaktionen der westlichen Mainstream-Journaille auf den Trump-Sieg 2016 und die sofort darauf einsetzende, koordinierte Hetzjagd von Politik & Medien auf Trump via eines konstruierten Russia-Collusion-Narrativs und zwei Impeachmentversuchen legen nahe, daß sie den Wahlausgang 2020 „sicherstellten“. Ein „Malheur“ wie 2016 wollten sie sich garantiert kein zweites Mal erlauben.

Wahl in Brasilien

In Brasilien erlebt die Welt gerade ein Dejà vu. Von den Medien hochgejazzt worden war der Präsidentschaftskandidat Lula, ein Sozialist, der bereits langjähriger Präsident gewesen war. Beck-aktuell im Januar 2018: „Der lang­jäh­ri­ge Prä­si­dent Bra­si­li­ens, Luiz In­ácio Lula da Silva (72), soll wegen Kor­rup­ti­on und Geld­wä­sche für zwölf Jahre und einen Monat ins Ge­fäng­nis. Das ent­schied am 24.01.2018 ein Be­ru­fungs­ge­richt in Porto Aleg­re und er­höh­te damit sogar noch die Stra­fe der ers­ten In­stanz. Damit könn­te Lula auch nicht wie von ihm ge­plant im Ok­to­ber 2018 er­neut für das Prä­si­den­ten­amt kan­di­die­ren.“ Der Sozialist fuhr dann auch tatsächlich ein und verbrachte insgesamt 580 Tage im Knast. Erstaunlich wenig bei einem Urteil über 12,5 Jahre. Der aktuelle Präsidentschaftskandidat ist also vorbestraft. Sein Gegenkandidat ist bekanntlich Jair Bolsonaro, der amtierende Präsident Brasiliens, von genau derselben Presse, die schon gegen Trump hetzte, diffamiert als gewissenloser Regenwald-Abholzer und Rechtspopulist. Und zwar ungeachtet der Tatsache, daß niemals mehr Regenwald in Brasilien abgeholzt wurde, als unter der Herrschaft des korrupten Sozialisten Luiz In­ácio Lula da Silva.

Deutsche Berichterstattung am Beispiel der „Welt“

Interessantes Detail: In einem aktuellen „Welt“-Artikel über das „überraschende Comeback“ des eigentlich schon abgeschriebenen Jair Bolsonaro findet sich trotz der Länge des Artikels nicht ein Wort des Hinweises darauf, daß es sich bei Bolsonaros Gegenkandidaten um einen korrupten Vorbestraften handelt. Man müsste in den vergangenen Jahren Tomaten auf den Augen gehabt haben, um heute nicht zu erkennen, weshalb das unterblieben ist. Das unterbleibt aus genau denselben Gründen, aus denen auch unterbleibt, die Grünen dafür anzuprangern, daß sie heute das exakte Gegenteil von dem tun, was sie im Wahlkampf 2021 versprochen hatten. Das untermauert meine Behauptung von weiter oben, derzufolge das Grundübel der westlichen Demokratien eine korrupte und gekaufte Mainstream-Presse ist, die den eigentlichen Souverän nur noch nach Strich & Faden verrät und verkauft. Und zwar ihrem eigenen Wohl & Frommen. Lieber käuflich von den Brosamen der wahren Macht einträglich leben, als sich selbst zu den Kritikern der wahren Macht zu machen und die materiellen Nachteile in Kauf zu nehmen, die damit verbunden wären. Die wahre Macht liegt bei den globalistischen Puppenspielern mit ihren Stiftungen und NGOs, an deren Fäden die westlichen „Volksvertreter“ herumhampeln. Die wahre Macht: Das sind Leuter wie Schwab vom WEF, Soros mit seiner OSF, Gates mit seiner Stiftung, Bloomberg usw.usf. Das kann auch niemand mehr bestreiten. WEF-Schwab hat selbst damit geprahlt, daß Trudeau in Kanada von ihm installiert worden ist und daß etwa die Hälfte der Parlamentarier in Ottawa seinem Stall entstammen. Ursula v.d. Leyen, Annalena Baewrbock, Robert Habeck, Christian Lindner, Philipp Rösler – alle sind beim WEF als „Unterstützer“ gelistet. Die mutmaßlich nächste italienische Ministerpräsidentin, Giorgia Meloni, ist Mitglied des Aspen Instituts – und wie u.a. das Aspen-Institut wiederum medial vernetzt ist, war – oh Wunder! – ausgerechnet im ZDF am 29.04.2017 zu sehen. Die Folge aus der Serie „Die Anstalt“ mit und von Max Uthoff und Claus von Wagner wurde später aus der ZDF-Mediathek entfernt, auf YouTube entfernt – und musste m.W. erst wieder in die Archive zurückgeklagt werden, wo sie heute noch auffindbar ist.

Kein Wort also in der „Welt“ vom 03.10.2022 über die Vorstrafe des korrupten Sozialisten Luiz In­ácio Lula da Silva. Immerhin aber berichtet „Welt“-Autor Tobias Käufer über das „Comeback Bolsonaros“. Sehr wahrscheinlich handelt es sich aber gar nicht um ein „Comeback“. Sehr wahrscheinlich war Jair Bolsonaro nie chancenlos. Lediglich der Presse ist nach dem ersten Wahlgang klar geworden, daß sie dabei ist, sich wie 2016 in Sachen Trump und USA erneut selbst in die Nesseln zu setzen und ihre Restglaubwürdigkeit gar zu verspielen. Bolsonaro wird am 30. Oktober gegen Lula in die Stichwahl gehen, und die Chancen stehen nicht so schlecht, daß Bolsonaro brasilianischer Präsident bleiben wird, wenn auch zugegebenermaßen die Chancen für Lula geringfügig besser sind. Fest steht allerdings heute bereits, daß der Spott der Linken auf den todsicheren Wahlverlierer Bolsonaro jeglicher faktischen Grundlage entbehrte. Daß sie glaubten, sich diesen Spott erlauben zu können, ist eindeutig der medialen Berichterstattung geschuldet. Es wäre naiv, zu unterstellen, daß die Herrschaften, die in den USA und in Europa die Medien schmieren, in Brasilien untätig geblieben seien. Nebenbei bemerkt gibt es auch einen guten Grund, warum bei Revolutionen Verlage und Sendeanstalten als allererstes besetzt werden.

So schreibt Käufer in der „Welt“ prophylaktisch: „In Brasilien kommt es zu einer kaum mehr für möglich gehaltenen Kopf-an-Kopf-Stichwahl zwischen dem rechten Präsidenten Bolsonaro und dem linken Herausforderer Lula da Silva. Nicht nur für die Umfragen ist das eine Blamage.“ Für wen es au´ßerdem n och eine Blöamage ist – dazu findet man im weiteren Text dann keine Aussage mehr. Die Umfragen eben. Wer führt sie durch? Wie werden sie durchgeführt? Von wem werden sie durchgeführt? Wieviele der führenden Demoskopieinstitute der westlichen Welt finden sich unter dem Dach der“wpp“ – und was hätte Soros mit der „wpp“ zu tun? Wollte ich das alles detailliert ausführen, müsste ich hier mit dem Schreiben eines Bucher beginnen. So sind eben die Umfragen blamiert, nicht die Umfrager. Es gibt einen Unterschied zwischen der Umfrage und dem Fragensteller. Ausgewertet werden die Umfragen der Fragensteller schließlich auch noch. Aber: „Blamage für die Umfragen“. Das ist einfach nur noch lächerlich. Vielleicht hat das auch Tobias Käufer bemerkt. Er relativiert seinen Teaser mit den blamierten Umfragen ein wenig. „Seit Sonntagabend scheint in Brasilien nun alles wieder offen. Das Ergebnis ist für viele Umfrageinstitute genauso wie für einen Großteil der internationalen Berichterstattung über den Wahlkampf eine kleine Blamage, ist doch die tatsächliche Stimmung in der brasilianischen Bevölkerung völlig falsch eingeschätzt worden.“ – Eine „kleine“ Blamage will er durchaus zugeben, der „Welt“-Autor. Namen will er keine nennen. „Umfrageinstitute“ und ein „Großteil der internationalen Berichterstattung“ haben sich eben blamiert. Aber nur ein kleines bißchen. „Kleine Blamage“. Es ist anders. Die Wähler der gesamten westlichen Welt haben es mit einer internationalsozialistisch-globalistisch angelegten, riesigen Gehirnwäsche zu tun, die deswegen auch keine „kleine Blamage“ ist, sondern eben eine riesige Quadratsauerei, die dringend zu beenden ist. Noch einmal: Revolutionäre, die das unbeteiligte Volk schnell hinter sich scharen wollen, besetzen als erstes Sendeanstalten und Redaktionen.

Brasilien und die EU

Tobias Käufer in der „Welt“: „Auch für Deutschland und Europa steht einiges auf dem Spiel: Berlin und Brüssel hatten mit ihrem Stopp der Ratifizierung des unterschriftsreifen EU-Mercosur-Freihandelsvertrages alles auf die Karte Lula gesetzt, um Bolsonaro für seine Amazonas-Abholzungspolitik (!) zu bestrafen. Inzwischen brauchen die Europäer wegen der Versorgungskrise in Folge des russischen Überfalls auf die Ukraine das rohstoffreiche Südamerika dringend. Entscheidend wird nun sein, für wen sich die Wählerschaft der unterlegenen Kandidaten Simone Tebet (vier Prozent), Ciro Gomes (drei Prozent) sowie Sonja Thronicke und Felipe Avila (zusammen ein Prozent) entscheiden wird. Bei Tebet, Thronicke und Avila könnte Bolsonaro vorn liegen.“ – Da schau her. Töpfer schreibt zwar, daß der korrupte Vorbestrafte auch in der Stichwahl bessere Chancen als Bolsonaro hat, weil sein Sockelergebnis bereits bei 48 Prozent liegt (Bolsonaro 43 Prozent), aber: „Die Gefahr, dass die „Bolsonaristas“ das Ergebnis der Stichwahl in Trump-Manier nicht anerkennen, wenn es eine hauchdünne Niederlage gibt, ist seit dem Sonntag gestiegen. Und das ist die vielleicht gefährlichste Botschaft des Abends.“ So gefährlich finde ich die nicht. Vielleicht wird ja Brasilien das erste Land, das sich die mediale Gehirnwäsche der Linken nicht länger mehr bieten läßt. Vielleicht passiert ja in Brasilien das, was in den USA nach dem 4. November 2020 bereits hätte passieren sollen: Die Befreiung von den hinterfotzigen Machenschaften einer globalistisch-internationalsozialistischen Linken.

Anhang: Dauerthema Nordstream

Damit das wenigstens hier nicht unter den Tisch fällt, wenn es schon der deutsche Medien-Mainstream unter den Tisch fallen läßt. Drei Wochen vor der Sprengung der Pipelines in der Ostsee bei Bornholm stürzte dort in der Nähe am 3. September ein Privatflugzeug ab. Es gab vier Tote. Sie hießen Karl Peter Griesemann, Juliane Griesemann, Lisa Griesemann und Paul Föllmer. Die Firmengruppe Griesemann war für Wartung und Reparaturen der Nordstream 2-Pipeline zuständig. Die „Bunte“ am 4. September 2022 um 19:50 Uhr: „Es ist 14.56 Uhr, als die Cessna 551 am vergangenen Sonntag mit vier Insassen vom Flughafen im südspanischen Jerez abhebt. Rund vier Stunden später soll das Kleinflugzeug mit der Flugnummer OE-FGR planmäßig in Köln landen. Doch die Maschine überfliegt ihr Ziel, fliegt weiter über Rügen, die schwedische Insel Gotland – und stürzt schließlich gegen 20 Uhr vor der lettischen Küste über der Ostsee ab. Von den vier Insassen fehlt bislang jede Spur. Wie konnte es zu diesem Unglück kommen?“ Viele Medien berichteten von dem Absturz. Nicht ein Medium berichtete darüber, daß Griesemann eine Nordstream2-Schlüsselfigur gewesen ist, obwohl die Absturzstelle vor der lettischen Küste die Nennung dieses Sachverhalts fast zwingend gemacht hätte. Stattdessen: „An Bord der Maschine hatten sich eine Familie befunden: der 72-jährige Besitzer des Flugzeugs, seine Frau, die 26-jährige Tochter und ein 27-jähriger Mann. Bei dem Piloten soll es sich laut „Express“ um Peter Griesemann handeln, Ehrenpräsident des Karnevalvereins Blaue Funken in Köln. Griesemann gehörte die Griesemann-Gruppe, die auch eine Charter-Gesellschaft für Privatjets beinhaltete. Die Firma GG Rent habe ihren Hauptsitz in Bergisch Gladbach, so die Zeitung. Zu der Familie gehört auch noch Sohn Björn, der offenbar nicht an Bord der Maschine war. Auch am Montagmorgen waren die Insassen noch nicht gefunden worden. Da sich der Absturz der Maschine im lettischen Luftraum ereignete, leitet Lettland die Suchaktion. Diese findet in einem etwa sechs Kilometer großen Gebiet statt. Hier ist die Ostsee 60 Meter tief.

Neuesten Meldungen vom Tage zufolge soll Nordstream-2 übrigens reparabel sein. Die Versorgung Deutschlands mit Gas sei über den intakt gebliebenen Teil der Pipeline möglich. Erstaunlich wenig Medienresonanz. Erstaunlich wortkarge Regierung. Nein, das ist alles nicht erstaunlich, sondern nur sehr bezeichnend für den Bewußtseinszustand einer Nation, den sie sich fahrlässig hat konstruieren lassen von gewissenlosen Verbrechern.

Roger Köppel in einem „Daily Special“ der Schweizer „Weltwoche“ von heute: „Nord-Stream-Sprengung ist eine Kriegserklärung an Deutschland„.

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