Nach Absage für Kontrafunk: Ein offener Brief an das Schweizer Tagungshotel Lilienberg

Das Tagungshotel Lilienberg im schweizerischen Ermatingen hat dem Macher des unabhängigen Internetformats „Kontrafunk“ vertragswidrig die Räumlichkeiten für eine anstehende Tagung gekündigt. Befürchtet wurde, dass „die Veranstaltung den reibungslosen Geschäftsbetrieb, die Sicherheit und den Ruf des Lilienberg gefährden“ könne. Die Schriftstellerin und Publizistin Cora Stephan, die zu den Teilnehmern zählt, antwortet dem Haus in einem offenen Brief.

Auf der Internetseite preist sich das geschichtsträchtige Haus Lilienberg als „Boutique-Konferenzzentrum, Netzwerk und gesellschaftspolitischer Thinktank, das „heute wegweisend für die Zukunft“ sei. Mit seinen vielfältigen Möglichkeiten für Konferenzen, Seminare und Tagungen sei Lilienberg „last but not least auch ein anerkannter Denkplatz für Unternehmen, Institutionen und Organisationen aller Art“. In den sozialen Netzwerken wie Twitter präsentiert sich das Haus mit den blumigen Worten „Als ein Netzwerk öffnen wir Türen. Als Thinktank gestalten wir die Zukunft“.

Dass das Haus Lilienberg genau das nicht ist, kein Ort wo Unabhängigkeit, Meinungsfreiheit, Vielfalt, Phantasie und Wagemut geschätzt wird, das zeigt die Hotelleitung, indem sie dem unabhängigen Internetformat „Kontrafunk“ vertragswidrig die Räumlichkeiten für eine anstehende Tagung aufkündigte. Die Schriftstellerin und Publizistin Cora Stephan, die zu den Teilnehmern zählt, antwortet dem Haus mit nachfolgendem Schreiben:

„Guten Tag.

Burkhard Müller-Ulrich hat mich darüber informiert, dass die Tagung von „Kontrafunk“ in Ihrem Hotel nicht stattfinden kann, da Ihr Haus vertragswidrig abgesagt habe.

Die Begründung dafür ist erschütternd, um es höflich zu sagen:
Sie befüchten offenbar, dass „die Veranstaltung den reibungslosen Geschäftsbetrieb, die Sicherheit und den Ruf des Lilienberg gefährden“ könne.
Soso. Wer oder was gefährdet Ihren Geschäftsbetrieb und Ihre Sicherheit? Gewiss nicht die nun Ausgeladenen, zu denen auch ich gehöre.

Ich bin eine 71jährige Schriftstellerin, die nicht dafür bekannt ist, dass sie Geschäftsbetriebe gefährdet oder gar die „Sicherheit“ von wem auch immer. Sie können eigentlich nur jene dessen verdächtigen, die nicht zu meinen Freunden gehören, weil sie gern auf radikale Weise die Meinungsfreiheit anderer unterbinden.

Auf deren Seite also haben Sie sich mit Ihrer Absage geschlagen. Schämen Sie sich.
Was Ihren Ruf betrifft: den haben Sie verloren. Einen guten Ruf hätten Sie sich erworben, wenn Sie sich unter die mittlerweile Vielen eingereiht hätten, die mit dem neuen Radio „Kontrafunk“ Unabhängigkeit, Meinungsfreiheit, Vielfalt, Phantasie und Wagemut unterstützen.

Mit Blick auf die Zukunft wäre das eine gute Wahl gewesen.
Das haben Sie nun verpasst.

Guten Tag.
Dr. Cora Stephan, Schriftstellerin und Publizistin«

Welchen Gestalten, welchem Terror das Haus Lilienberg den Weg ebnet, von wem die Gefahr tatsächlich ausgeht, zeigt die nachfolgende Veröffentlichung in den sozialen Netzwerken durch die Gruppierung „Anonymous Germany“:

(SB)

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