Erdingers Absacker; Bild: Collage
Erdingers Absacker; Bild: Collage

Erdingers Absacker: Herz & Mördergrube

Aus seinem Herzen keine Mördergrube zu machen, heißt so viel wie, etwas frank und frei auszusprechen. Wo das nicht mehr möglich ist, bekommt man es im Lauf der Zeit mit vielen unerkannten Mördergruben zu tun. Das ist gefährlich. Besser ist es daher, aus seinem Herzen keine Mördergrube zu machen. Mit Hass & Hetze muß das nichts zu tun haben.

von Max Erdinger

Ein Somalier läuft mit einer Machete in Ludwigshafen durch die Gegend und bringt einfach zwei Männer um. In Paris töten vier Algerier ein zwölfjähriges Mädchen, nachdem sie es erst einmal vergewaltigt hatten. In Kandel, in Speyer, in Frankfurt, in Würzburg … – die Liste ist inzwischen schier endlos. Es passiert jeden Tag. Irgendwo passiert es. Die Wut darüber ist inzwischen riesengroß.

Aus seinem Herzen keine Mördergrube machen: Der kurze Prozess mit solchen Tätern sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Ein sehr kurzer Prozess. Extrem kurz. Das ist aber nicht alles. Gefragt haben sollte man sich vorher schon gewissenhaft, ob so ein extrem kurzer Prozess gerechtfertigt sein kann. Vor der Antwort sollte man sich nicht fürchten. Ich glaube, daß der liberale Rechtsstaat durchaus an sich selbst ersticken kann. Nicht, daß man ihn deswegen grundsätzlich ablehnen müsste. Aber erkennen, wann er überfordert ist und von wem er mit welchem Kalkül genau überfordert wird, – das sollte man vielleicht doch. Nichts ist perfekt, auch der liberale Rechtsstaat nicht.

Man muß urteilen

Du sollst nicht stehlen, rauben, lügen und betrügen, morden und brandschatzen. Du weißt das, dein Nachbar weiß das, alle wissen das. Und alle wissen, was sie davon haben, daß das niemand soll. Man muß urteilen. Ob man will oder nicht. Es gibt schließlich Maßstäbe. Von dem Täter in Ludwigshafen wurden Bilder geschossen, wie er mit dem Messer in der Hand nach den Taten zwischen geparkten Autos umherläuft. Warum wurden Bilder geschossen? Warum wurde er nicht auf der Stelle selbst erschossen? Weil man erst noch Gerechtigkeit walten lassen will? Was für eine Gerechtigkeit? Weil man erst herausfinden muß, was ihn zu der Tat angetrieben hat? Weil man nach Verständnis für ihn suchen muß?

Wenn es in Deutschland – und die minimale Medienberichterstattung sowie die fehlenden „Betroffenheitsbekundungen“ aus den Reihen der „Volksvertreter“ legen das nahe – keine große Sache mehr ist, daß einfach zwei Leute auf offener Straße niedergemetzelt werden, – warum sollte es dann eine große Sache sein, einfach extrem kurzen Prozess mit solchen Tätern zu machen und genauso kommentarlos zur Tagesordnung überzugehen? Wenn die ausgelöschten Leben der beiden unschuldigen Opfer keinen Aufschrei rechtfertigen, – warum dann dasjenige des Täters? Wo genau soll da der Edelmut versteckt sein? Ist es nicht vielleicht so, daß der liberale Rechstaat genau von denjenigen ausgehöhlt wird, die nicht wahrhaben wollen, daß es Sachverhalte gibt, denen mit einem liberalen Rechtssaat eben nicht mehr beizukommen ist? Welchen Abschreckungsgehalt sollte ein deutscher Knastaufenthalt haben für jemanden, der vielleicht schon einmal in einem afghanischen Knast gesessen hat und sich vor einem kalten Winter fürchten muß? Was genau soll „Verhältnismäßigkeit“ sein, wenn man Einbrecher im nächtlichen Haus hat? Das ist schon aus sich heraus derartig unverhältnismäßig, daß sich bei der Reaktion darauf die Frage nach einer „Verhältnismäßigkeit“ gar nicht mehr stellt.

Allgemeiner

Es gibt eine historische Begebenheit aus der Reformationszeit, die mich wegen ihres – anscheinend ewigen Themas – gerade zur Zeit wieder sehr in ihren Bann gezogen hat. Das Täuferreich von Münster zu Beginn der 1530er Jahre. Das ist eine hochinteressante Geschichte um Eiferertum und Besserwisserei. Und wie das endete. Wikipedia, um es kurz zu machen: „Das Täuferreich von Münster war in den 1530er Jahren in Münster (Westfalen) die sich zunehmend radikalisierende Herrschaft reformatorisch ausgerichteter Teile der Stadt um den Prediger Bernd Rothmann hin zu einem apokalyptisch-chiliastischen Regime, das unter dem Eindruck der militärischen Einkesselung und Aushungerung durch katholische und verbündete protestantische Truppen zu offener Gewalt griff. Es endete im Juni 1535 mit der Rückeroberung der Stadt durch den protestantisch gesinnten Fürstbischof Franz von Waldeck. Innerhalb des im deutschsprachigen und niederländischen Raum bestehenden Täufertums nahm das Täuferreich von Münster eine Sonderrolle ein.“ Unter der Terrorherrschaft der Wiedertäufer in Münster wurde beispielsweise jeder Verstoß gegen die zehn Gebote mit dem Tode bestraft. So genau wussten diese Tugendtyrannen, was richtig gewesen ist. Und dann wurden sie selbst verurteilt und gerichtet. Und zwar wieder von jemandem, der wusste, was gerecht und angemessen ist.

In der charakterlichen Disponiertheit der Wiedertäufer von damals erkennt meinereiner durchaus Züge der Grünen von heute. In meiner Vorstellung macht es keinen großen Unterschied, ob ich diese Wiedertäufer vor meinem inneren Auge habe oder heutige Grüne. Die drei führenden Wiedertäufer von Münster wurden im Januar 1536 über mehrere Stunden öffentlich zu Tode gefoltert. Mit glühenden Zangen wurden ihn zuerst die Zungen herausgerissen, dann wurden ihre Körper zerfetzt, ehe sie zum Schluß erdolcht wurden. Über vier Stunden hat sich das makabre Schauspiel hingezogen. Ihre Leichen wurden in Käfige gepackt, die Käfige am Turm von St. Lamberti hochgezogen und dort hingen sie dann. Die letzten Knochenreste der Wiedertäufer sollen 1585 noch zu sehen gewesen sein. Die Käfige hängen heute noch dort.

Aus seinem Herzen keine Mördergrube machen: Wohlwissend, was diese Wiedertäufer während ihrer Schreckensherrschaft verbrochen hatten, muß ich ehrlich zugeben, daß mir der Ruf nach dem liberalen Rechtsstaat, der damals ein „menschlicheres“ Urteil hätte fällen sollen, nur sehr schwer über die Lippen käme. Ich stehe überhaupt zunehmend mit dem Resozialisierungsgedanken auf Kriegsfuß. Nicht prinzipiell, aber in Einzelfällen dann doch. Ich stehe also mit der Verabsolutierung einer Idee von Gerechtigkeit ein wenig auf Kriegsfuß. Die Zeiten bringen das mit sich. Vor einigen Jahren noch hätte ich den liberalen Rechtsstaat bedingungslos unterstützt. Stimmt es wirklich, daß Rache keine Berechtigung hat, weil sie nichts heilt? Ist es möglich, einen IS-Kämpfer für seine bisweilen unvorstellbar grausamen Taten nach dem bundesdeutschen Strafrecht wirklich zu bestrafen? Ich habe da Zweifel.

Vom alten Geheimrat Goethe stammt angeblich die Anmerkung, daß es keine Strafe gibt, die grausam genug wäre, um den Hochverrat angemessen zu bestrafen. Goethe lebte von 1749 – 1832. So lange ist das noch nicht her. Und man wird nicht ausgerechnet Goethe vorwerfen, daß er ein dumpfer Charakter gewesen sei, der nicht zur Differenzierung fähig war. Goethe war ein richtiger Feingeist. Man kann sich schon fragen, was er wohl zu den Grünen zu sagen hätte, würde er heute noch leben. Ihrer Taten überführt haben die sich schon längst selber. Meinereiner fragt sich ernsthaft, ob der liberale Rechtsstaat tatsächlich alle Mittel bereithält, die es bräuchte, um die Machenschaften derjenigen angemessen zu behandeln, die a priori nur deswegen überhaupt zu Tätern werden konnten, weil sie ihre Taten in einem liberalen Rechtsstaat begangen haben. Die Grünen sind eine stocktotalitäre Heimsuchung, eine zivilreligiöse Sekte, den Wiedertäufern von Münster nicht ganz unähnlich.

Gelassenheit?

Es gibt auch eine andere Herangehensweise. Die ist von dem Gedanken getragen, daß man sich den Stress mit der Schaffung einer irdischen Gerechtigkeit um jeden Preis gar nicht zu machen braucht, weil dem Jüngsten Gericht eh keiner entgeht. Es werden schon welche zur Hölle fahren für ihre Taten. Vielleicht ist es auch gar nicht möglich, die „totale irdische Gerechtigkeit“ walten zu lassen. Ich schreibe das alles, weil ich mir überlege, was eigentlich mit dummen grünen Politikern passieren sollte, deren hypermoralistische Überheblichkeit dazu führt, daß hunderte, wenn nicht tausende ihr Leben verlieren für nichts anderes als die völlig verpeilte Eigenwahrnehmung dieser Bande in ihrer dekadenten Blase.

Der aktuelle Bezug ist die Forderung nach der Lieferung von Leopard-2-Panzern an die Ukraine. Diese Forderung ist dermaßen kontraproduktiv mit Blick auf den Gedanken, dessentwegen sie überhaupt erhoben wurde, daß einem speiübel werden könnte. Hat sich irgendeiner dieser grünen Wiedertäufer überlegt, daß diese Panzer geschultes Bedienungspersonal brauchen? Hat irgendwer darüber nachgedacht, welche Munition die brauchen und wie die sich überhaupt in das Sammelsurium von Waffen aus aller Herren Länder einfügen sollen, das in der Ukraine unterwegs ist? Hat irgendwer einen Gedanken daran verschwendet, wie das Verhältnis von Reparaturstunden zu Einsatzstunden ist, daß diese Panzer gewartet werden müssen, daß es Ersatzteile dafür braucht, daß die irgendwo gelagert werden müssen, wo sie nicht zerstört werden können, daß es ausgebildete Mechaniker braucht -und-und-und – oder war „Geil, Leopard-Tierpanzaah!“ schon gut genug, um sich wieder einmal auf der Seite der Guten und Gerechten zu wähnen? Die Lieferung von Leopard-Panzern an die Ukraine ist nichts anderes als die Lieferung stählerner Särge. Zukünftiger Schrott aus deutschem Stahl, angefüllt mit verkohlten Leichen. Das sind Leopardlieferungen aus Deutschland. Ein völlig nutzloses Gesinnungsverbrechen. Sollen Baerbock und Konsorten für einen derartig verbrecherischen Schwachsinn wirklich erst am Jüngsten Tag zur Verantwortung gezogen werden? Muß man sich so viel Schwachsinn wirklich bieten lassen?

Aus seinem Herzen nicht länger mehr eine Mördergrube zu machen, sich nicht länger mehr dazu zwingen zu lassen, im Namen einer völlig verlogenen „Zivilisiertheit“ die Wut und auch den Hass auf die Verantwortlichen an den Schalthebeln der Macht hinunterzuschlucken, wäre sicher eine ganz gute Voraussetzung dafür, daß dereinst niemand behaupten kann, er habe schließlich nicht wissen können, was der Souverän dachte. Gebt diesen Typen die Namen, die sie verdient haben. Beschreibt sie so, wie ihr sie wahrnehmt. Macht aus euren Herzen nicht länger mehr eine Mördergrube. Laßt es einfach raus. Sprecht endlich deutlich, frank und frei von der Leber weg. Macht ihnen die Hölle heiß. Laßt euch nicht länger mehr terrorisieren von den grünen Wiedertäufern und ihrer angeschlossenen Endzeitsekte. Das ist das mindeste.

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