Friseur (Bild: Kehinde Olufemi Akinbo/shutterstock.com)

Alltagsrassismus! Deutsche Friseure können Afrolocken nicht stylen!

Typisch deutscher Alltagsrassismus: Friseure lernen hierzulande in ihrer Ausbildung nicht, wie sie Afrolocken richtig pflegen, schneiden und stylen. Janet Lobé Ndoumbe will das für uns in unserem Land ändern und fordert, dass sich die Prüfungsordnung für Friseure ändern muss. Obwohl das verdammt nach kultureller Aneignung klingt, wenn ein Weißer solche Locken drehen soll.

Janet Lobé Ndoumbe hat ein wirklich schlimmes Problem: Die Afrikanerin würde so gerne in Oldenburg zum Friseur gehen. Aber wenn Sie die blonden, glatte Haare der weißen Models im Schaufenster sieht, verliert sie jedes Mal den Mut. Denn: die verdammten Rassisten in den deutschen Friseurstuben können mit ihrer Afrokrause auf dem Kopf nicht umgehen. Ein Friseur, der nicht mit Afro-Haaren vertraut ist, könne eine Menge Schaden auf einem Afrokopf anrichten, jammert Ndoumbe hinter der Bezahlschranke der NWZ weiter. Dass sie mit ihrer Afrokrause nicht einfach zu jedem Friseur in Deutschland gehen kann, das empfindet die 22-Jährige als „Alltagsrassismus“. Es sei diskriminierend, dass das Friseurhandwerk in Deutschland nicht alle Haarstrukturen umfasst.

Offensichtlich gilt im Oldenburger Friseurgewerbe der markwirtschaftliche Regelkreis, dass die Nachfrage das Angebot bestimmt nicht. Ndoumbe – im „Dialogforum gegen Rassismus in Oldenburg“ immer mal wieder als Moderatorin bei Veranstaltung tätig – weiß woran es liegt, dass die Oldenburger Friseursalons auf Nachfrage der NWZ angeben, dass es keine große Nachfrage nach dieser Dienstleistung gibt: Ganz klar! Weil die Oldenburger Friseure entweder zu blöd sind, sich anzueignen, wie man mit Krausköpfen umgeht oder – mutmaßlich aus rassistischen Gründen – sich trotz wahnsinniger Nachfrage weigern, sich diese Fertigkeit drauszuschaffen, wird das „Afrosyling“ einfach nicht angeboten. Janet Lobé Ndoumbe findet, wenn die Friseure diesen „Alltagsrassismus“ nicht einstellen wollen, dass sich die Prüfungsordnung für Friseure ändern muss.

Das hat ja bereits in Großbritannien geklappt, das ebenfalls von Hunderttausenden Afrikanern als neuer Lebensmittelpunkt auserkoren wird. Ndoumbe freut sich, dass dort diese Ungerechtigkeit und gemeiner Rassismus behoben und die Friseur-Ausbildung im vergangenen Jahr angepasst wurde.

Ihrer Forderung wird auch vom Oldenburger Verein „Integration-EV“ – laut Impressum ist ihre Namenvetterin Cyrille Lobe Ndoumbe für den Laden zuständig – tatkräftig unterstützt. Unter der Überschrift „Alltagsrassismus“ wird der NWZ-Printartikel prominent gepostet:

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(SB)

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