Atomkraft (Bild: shutterstock.com/vlastas)

Polen beauftragt Westinghouse zum Bau dreier Reaktorblöcke

Polen wählte Westinghouse Electric Co. mit Sitz in den USA für den Bau seines ersten Kernkraftwerks. Damit vertieft Polen die Beziehungen zu Washington nach der russischen Invasion in der benachbarten Ukraine. Die Entscheidung soll auch Polen dabei helfen, den Ausstoß von Treibhausgasen einzudämmen. Polen ist in Europa am meisten von fossilen, russischen Energieträgern abhängig. (Bloomberg: 28.10.22)

Ein Beitrag von Blackout News

Polen hat zum Bau neuer Atomkraftwerke den US-Konzern Westinghouse beauftragt

Westinghouse konkurrierte gegen Korea Hydro & Nuclear Power Co. und Electricite de France SA um das Projekt. Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat jetzt den Zuschlag für Westinghouse vorab bekannt gegeben. Die Vereinbarung gilt für die ersten drei Reaktoren. Es wird erwartet, dass Polen insgesamt sechs Reaktoren vom Typ AP1000 zu einem späteren Zeitpunkt beauftragen wird. Eine formelle Vereinbarung wird laut Morawiecki demnächst unterzeichnet. „Gemeinsam werden wir unsere bilateralen Beziehungen und Polens Energiesicherheit für kommende Generationen stärken“, so der amerikanische Botschafter in Polen, Mark Brzezinski.

Ausbau der Atomkraftwerke bis auf 9 GW geplant

Nach jahrelangen Überlegungen will das NATO-Mitglied Polen im Rahmen eines Plans zwischen 6 und 9 Gigawatt Kapazität aufbauen. Bereits im Jahr 2033 will Polen den ersten Kernreaktor in Betrieb nehmen. Als Standort einer ersten Drei-Reaktor-Anlagen hat die Regierung den Ort Choczewo nahe der Ostsee festgelegt. Polen hat auch US-Militärausrüstung gekauft, um seine Verteidigungsfähigkeit angesichts des Krieges in der Ukraine zu stärken. „Diese Entscheidung seitens Polens stärkt nicht nur unsere bilateralen Beziehungen zu Polen zur Energiesicherheit für kommende Generationen, sondern sendet meines Erachtens eine klare Botschaft an Russland, dass das Atlantische Bündnis zusammensteht“, sagte US-Energieministerin Jennifer Granholm bei einer Ansprache bei der Konferenz der Internationalen Atomenergiebehörde in Washington.

US-Vizepräsidentin Harris betont Stärkung der Partnerschaft mit Polen

Das Abkommen werde laut Harris dazu beitragen, sich der russischen Taktik, Energie als Waffe einzusetzen, zu entziehen. Die Kernkraft wird eine stabile Stromerzeugung für Polen gewährleisten. Polen plant aber auch den Bau von Offshore-Windparks und Investitionen in Solarenergie, um das EU-Ziel der Null-Netto-Emissionen bis 2050 zu erreichen. Sechs Reaktoren werden Polen dabei helfen, 54 Millionen Tonnen Kohlendioxidemissionen pro Jahr einzusparen. US-Vizepräsidentin Kamala Harris lobte den Deal und bemerkte auf Twitter, dass sie in den Gesprächen mit Morawiecki deutlich gemacht habe, dass die US-Partnerschaft bei diesem Projekt für uns alle von Vorteil ist. „Wir können die Klimakrise angehen, die europäische Energiesicherheit stärken und die strategische Beziehung zwischen den USA und Polen“, so Harris auf Twitter.

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