Erdingers Absacker; Bild: Collage
Erdingers Absacker; Bild: Collage

Erdingers Absacker: Die Spreu vom Weizen trennen

Zum Ukrainekrieg kann man keine „gleichberechtigte Meinung“ haben, solange es jemanden gibt, der schlicht & einfach besser Bescheid weiß. Es gibt immer jemanden, der es besser weiß als man selber. Je näher man bei dem ist, der es am besten weiß, desto wertvoller wird auch die jeweilige Meinung zum Ukrainekrieg. Wer statt des Wortes „Ukrainekrieg“ lieber die Phrasen „Putins Krieg“ oder „russischer Angriffskrieg“ verwendet, ist schon draußen aus der Debatte. Er weiß zu wenig.

Von Friedrich dem Großen ist folgendes Zitat über den Krieg überliefert: „Angreifer ist, wer seinen Gegner zwingt, zu den Waffen zu greifen„. Charles de Montesquieu schlug etwa in dieselbe Kerbe. Er meinte sinngemäß, daß es nicht möglich sei, den Angreifer zutreffend zu identifizieren, wenn man über die tieferen Ursachen des Kriegs nichts weiß. Scheußlich ist der Krieg immer, weswegen die politische und die diplomatische Kunst darin besteht, ihn zu vermeiden. Wurde der Krieg evident nicht vermieden, liegt entweder politisch-diplomatisches Versagen vor, oder aber der Krieg sollte gar nicht vermieden werden, weil ihn jemand haben wollte. Ansonsten gilt natürlich der altbekannte Satz vom Angriff, der die beste Verteidigung sei. Mit „Putins Krieg“ oder „Russlands Angriffskrieg“ outet man sich sofort als interessegeleitet. Interesse ist etwas anderes als Wahrheit.

Lupenreine Demokraten

Hätte man es bei Putin mit einem „lupenreinen Demokraten“ zu tun? – Gott bewahre. Joe Biden und Hillary Clinton sind lupenreine Demokraten, genauer US-Demokraten, eine Spezialform des Demokraten, die erkennen läßt, daß selbst die demokratische Schönheit bisweilen am behandlungsbedürftigen Ausschlag leidet. So „lupenrein demokratisch“ wie die US-Demokraten ist Putin mindestens. Sind Olaf Scholz, Robert Habeck, Annalena Baerbock und die ganzen anderen Demokratiexperten deutscher Provenienz Demokraten? Ich meine, wenn man außer acht läßt, was sie aus verständlichen Gründen selbst dazu sagen würden. Was sie sagen müssten, kann man sich vorher schon ausmalen.  Aber tatsächlich? Ich meine, die deutsche Demokratie habe sich schon einmal in einem wesentlich besseren Zustand befunden als zur Regierungszeit dieser Herrschaften. Selenskyi in der Ukraine ein Demokrat? – Das ist eine Frage, die eigentlich nur jemand stellen kann, der von den Zuständen in der Ukraine überhaupt keine Ahnung hat oder LSD geschluckt hat. Wenn sich so einer dann mit Phrasen wie „Putins Krieg“ oder „russischer Angriffskrieg“ hervorzutun versucht, um mit dem Haltungstüchlein  seine gewünschte Außenwirkung auf Hochglanz zu polieren, dann wird die „gleichberechtigte Meinung“, die ach-so-demokratische, endgültig zur demokratischen Groteske. Morgan Freeman: Die meisten Leute haben nicht die Absicht, zuzuhören, sondern die Absicht, zu antworten.

Deshalb stellt sich die Frage, was eigentlch Leute im Kopf haben, die im „Wertewesten“ herumplärren, daß der fiese Putin ein ganz übler Diktator sei, und das exakte Gegenteil von diesem Selenskyj oder von einer – sagen wir – Ursula von der Leyen oder einem Joe Biden. Unterschiede? – Ja. Aber Gegenteil? – Gegenteil ist nicht das treffende Wort. Richtig schräg wird es dann, wenn jemand behauptet, dieser russische Unhold im Kreml würde seine heiligen „westlichen Werte“ vernichten wollen. Das ist ungefähr so drollig wie die Behauptung, der Obdachlose habe sich seine löchrigen Hosentaschen zuklebt, damit ihm die Millionen nicht abhanden kommen. Wenn man sich das genau überlegt, dann sind die „Westlichen Werte“ in Russland nicht schlechter verwirklicht als im Westen selbst, vielleicht sogar ein wenig besser. Woher also diese Überheblichkeit? – Ich erspare es mir, zu ausgerechnet dieser Frage schon wieder ellenlange Ausführungen zu machen.

Fest steht nur, daß viele westliche Äußerungen in den selbsternannten Qualitätsmedien und auch im deutschen Bundestag vor einer völlig grundlosen, moralingetränkten Arroganz Putin gegenüber nur so triefen. Wladimir Putin ist der Teufel, der groß an die Wand gemalt wird – und nicht, damit Putin zutreffend erkannt werden soll, sondern damit seine „Portraitkünstler“ nicht erkannt werden sollen. Ein reines Ablenkungsmanöver. Es geht nicht ums Erkennen von Putin, sondern ums Nichterkennen derer, die über ihn reden. Du sollst nicht merken, daß … – sondern du sollst dich untertänigst für blöd verkaufen lassen. Das stimmt höchstwahrscheinlich schon deswegen, weil man sich wundern müsste, wenn Putin das eine Thema wäre, bei dem man sich nicht untertänigst für blöde verkaufen lassen soll. Die Volksverarschung hat schließlich eine gewisse Regelmäßigkeit, die sich bei vielen Themen widerspiegelt. Exclusiv an Putin hängt das nicht.

So ist’s recht: Geschichtsbewußtsein

Nun ist es ja so, daß man als Deutscher dieses sehr spezielle Geschichtsbewußtsein zu haben hat, welches einem ermöglicht, sich ernsthaft zu überlegen, ob man nicht tatsächlich die moralische Pflicht hat, polnischen Forderungen nach Reparationszahlungen für die Schäden im Zweiten Weltkrieg nachzukommen. Solche Forderungen gibt es aus Polen. Unglaubliche Summen werden genannt. 1,3 Billionen Euro war die letzte Zahl, die ich vernommen habe. Dieses sehr spezielle Geschichtsbewußtsein scheint nicht wenigen Deutsche auch zu verunmöglichen, sich zu überlegen, worum es sich bei dieser polnischen Forderung im Kern handelt. Um einen irrsinnigen Haufen Geld, den heute lebende Deutsche an heute lebende Polen abdrücken sollen. Weder die einen noch die anderen haben im WK2 etwas verbrochen resp. erlitten. Die waren allesamt noch nicht geboren.

Da drängt sich die nächste Frage förmlich von selbst auf: Womit muß ein Pole, der solche Forderungen stellt, kalkuliert haben, um sie für einen bereichernden Einfall zu halten? – Logische Antwort: Mit einem heutigen Deutschen, der jede Summe dafür latzen würde, endlich Vergebung und Sympathie zu finden bei den Nachkommen der Opfer seiner eigenen Groß- und Urgroßeltern, auch wenn er selber erst lange nach dem Zweiten Weltkrieg zur Welt gekommen ist. Der Forderungspole versucht also, Kapital aus der deutschen Masochistenseele zu schlagen. Das ist kein schöner Zug des Forderungspolen. Sein Kalkül ist deswegen in sich aber nicht verkehrt. Das könnte schon klappen, denkt er sich nicht ganz zu Unrecht. Er hat den deutschen Zeitgenossen eben genau studiert, ehe er sich auf eine Summe festlegte, die er – mit gewissen Erfolgsaussichten – wohl würde fordern können. Er hat ein enormes, sich seit Generationen fortpflanzendes, deutsches Schuldbewußtsein konstatiert, das sich in solchen Sätzen äußert wie „Nie wieder!“, „Deutschland verrecke!“, „Nie wieder Deutschland!“, „Vaterlandsliebe fand ich stets zum Kotzen“, „Deutsche Helden sollte man tollwütigen Hunden gleich totschlagen“, „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ – usw.usf. – abr warum schreibe ich das mit der polnischen Forderung überhaupt?

Diverse Zivilisationsbrüche

Weil ich den Zivilisationsbruch verabscheue. Und zwar jeden. Nicht nur den, der im 20. Jahrhundert (nicht nur) in Deutschland stattgefunden hat. Ich könnte an der Welt verzweifeln, wenn meine Erinnerung schwarz/weiß wird und die Bilder auftauchen, die alle vor meiner Zeit auf der Welt entstanden sind. Die Massengräber in den Wäldern außerhalb von Riga, die Gehenkten, die brennenden russischen Dörfer, die gute Laune von KZ-Aufseherinnen beim Betriebsausflug, die Erfrorenen von Stalingrad, die gebrochenen Heimkehrer – alles das. Es sind diese Bilder, die mir von frühester Jugend an einen Eindruck davon gegeben haben, wie wichtig es sein muß, selber zu denken und sich eben nicht kritiklos einer Autorität zu beugen, auch einer staatlichen nicht. Gerade einer staatlichen nicht. Daß große Macht eine große Gefahr darstellt, war mir früh bewußt. Und daß sie nicht nur dann eine große Gefahr darstellt, wenn sie sich in den Händen von Nazis befindet, wurde mir dann im Lauf der Zeit auch klar. Stalin, Mao, PolPot usw.usf.

Schon bin ich wieder in der Ukraine. Ich weiß ganz genau, daß weder Selenskyj noch die ukrainische Armee das sind, wofür sie nach dem Willen der Mächtigen im Westen vom gewöhnlichen demokratischen Meinerlein gehalten werden sollen. Ich habe das seit Jahren ziemlich genau mitverfolgt, was in der Ukraine vor sich geht.  Ebenfalls jahrelang war ich auch ziemlich beruhigt über die Berichterstattung zu den Nazitendenzen in der Ukraine, zur Korruption und alledem. Die Empörung über das Massaker in Odessa 2014 z.B. die sich in unseren westlichen Medien fand, war für mich insofern beruhigend, als mir das signalisierte, daß es in meinem eigenen Land nicht schon wieder in die ganz falsche Richtung läuft, auch wenn es natürlich immer etwas zu meckern gibt. Aber im Großen und Ganzen fand ich, daß der deutsche Medien-Mainstream, wenn es um menschenrechtswidrige Scheußlichkeiten ging, recht zuverlässig auf einer Seite stand, die gegen jeden dieser historischen Zivilisationsbrüche anschreibt.

Alarm!

Alle Alarmglocken jedoch begannen bei mir zu schrillen, als ich bemerkte, mit welcher Leichtigkeit, mit welcher gewissenlosen Unbeschwertheit im Duktus des moralisch haushoch Überlegenen aus einem gestern noch korrupten Despoten wie Selenskyj ein heiliger Wolodymyr wurde, ein Verteidiger „westlicher Werte“, ein Unschuldslamm samt seiner ukrainischen Armee, das vom finsteren Russen grundlos und aus schierer Boshaftigkeit dahingemetzelt werden soll, während es beispielhaften Widerstand leistet. Eine Jeanne d’Arc mit Zipfel fast. Wie war das möglich? Offensichtlich war die fürchterliche Macht wieder erwacht, der ich nie und nimmer gehorchen will und bis an mein Lebensende nicht gehorchen werde. Die Macht, ganzen Völkern propagandistisch ins Hirn zu scheißen.

Vergangene Woche habe ich bereits auf ein Video hingewiesen, in dem zu sehen ist, wie gefangengenommene Soldaten der DPR, die sich zuvor ergeben hatten, von Angehörigen der ukrainischen Armee kaltblütig erschossen werden, während sie bäuchlings auf dem Boden liegen. Davor hatte ich ein Video veröffentlicht, das angeblich in der Gegend von Charkow aufgenommen wurde und von einem berüchtigten Ukronazi stammte. Es zeigte die Erschießung von Zivilisten am Rand einer Sandgrube, die offenbar für russische Kollaborateure gehalten worden waren. Aus den Jahren vor 2022 kannte ich bereits VIdeos von den ukrainischen Azows und ihren Hinrichtungsmethoden. Ein Paar, sie ganz offensichtlich hochschwanger, wird auf einem Waldweg aufgeknüpft. Die Schlingen um die Hälse, die Seile über einen hastig errichteten Galgen geworfen und an der Anhängerkupplung eines Geländewagens befestigt. Das Kommando, langsam loszufahren. Entsetzlich. Das alles passte gut zu den Reden von Poroschenko in der Werochnwa Rada. Russische Ukrainer waren „Orks“. Während die ukrainischen Kinder zur Schule gehen und eine Zukunft haben würden, so Poroschenko, würden die Kinder der „Orks“ in finsteren Kellern sitzen. Und ich weiß, wer diese ukrainische Nazi-Gesellschaft systematisch herangezüchtet hat seit 2014 – mit welchen Mitteln und zu welchem Zweck. Mag sein, daß er durchaus fruchtbaren Boden vorgefunden hatte. Jedenfalls ist das der Boden, auf dem immer noch „Myrotvorets“ mit seiner Liste zu füsilierender Persönlichkeiten gedeiht. Eine davon ist z.B. Roger Waters.

Zwei von vielen „Helfer“-Namen: Die US-Senatoren John McCain (+) und Lindsey Graham. Mit freundlicher Unterstützung diverser US-amerikanischer „Think Tanks“. Die USA – unser Freund und Verbündeter. Ab da wurde mein Blick auf die Ukraine wieder schwarz/weiß. Wie auf den alten Bildern.

Die Russische Botschaft

Heute nun äußerte sich die russische Außenamtssprecherin, Maria Sacharowa, zu den von Ukrainern begangenen Kriegsverbrechen an den pro-russischen Gefangenen der DPR. Auf der Seite der Russischen Botschaft ist Folgendes zu lesen:

In den sozialen Medien verbreiten sich Bilder, auf denen ukrainische Soldaten zu sehen sind, die erbarmungslos unbewaffnete russische Kriegsgefangene erschießen. Diese schockierenden Aufnahmen liefern einen weiteren Beweis für Verbrechen der ukrainischen Nationalisten sowie eine grobe Verletzung des internationalen Völkerrechts durch die Ukraine, insbesondere des Genfer Abkommens über die Behandlung der Kriegsgefangenen von 1949, und internationaler Menschenrechtstandards, einschließlich des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte von 1966 und des Übereinkommens gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe von 1984.

Bereits mehrmals wiesen wir die internationale Gemeinschaft auf grausame und unmenschliche Behandlung der festgehaltenen russischen Soldaten durch die ukrainische Seite hin. In den regelmäßig von den Kämpfern der ukrainischen Streitkräfte selbst verbreiteten Videoaufzeichnungen werden die von ihnen begangenen Morde, Folterungen, Misshandlungen und Körperverletzungen etc. festgehalten. Ohne sich zu verstecken, machten die ukrainischen Neonazis Berichte über ihre «Heldentaten» publik, die Blut in den Adern gefrieren lassen — Schießen auf die Beine der Soldaten, denen die Hände gebunden sind, Leichenschändungen, Erschießungen unbewaffneter Militärs und Zivilisten. An diesen ungeheuerlichen Grausamkeiten waren auch ausländische Söldner beteiligt, insbesondere die Halsabschneider aus der «Georgischen Legion», die russische kriegsgefangene Fallschirmjäger im März d.J. bei Kiew massakrierten.

Alle diese zahlreichen Beweise für die Verbrechen wurden vom «kollektiven Westen» missachtet, der Kiew in allem unterstützt. Diese Gutheißung durch amerikanische und europäische Betreuer macht diese zu Mittätern an allem, was die von ihnen aufgezogenen ukrainischen Neonazis anrichten.

Es geht dabei nicht nur um Kämpfer von «Asow» oder weiteren radikalen Organisationen, sondern auch um Soldaten der ukrainischen Streitkräfte, die offizielle Befehle ihrer Kommandeure erfüllen. Dass sie sich zum Neonazi-Gedankengut bekennen und dessen Prinzipien in die Tat umsetzen, beweist in aller Deutlichkeit das verbrecherische Wesen des Kiewer Regimes.

Wir fordern die internationalen Organisationen auf, dieses himmelsschreiende Verbrechen zu verurteilen und es lückenlos aufzuklären. Jede von den ukrainischen bewaffneten Einheiten begangene Gräueltat wird nicht unbestraft bleiben. Alle Schuldigen und Mittäter werden identifiziert und einer verdienten Strafe zugeführt. Einer Vergeltung wird sich niemand entziehen können.

AfD: Es ist jemand ausgetreten

In diesem Zusammenhang weise ich auf die einzig verbliebene Hoffnung hin, die es für den deutschen Parlamentarismus noch gibt, auf die AfD. Joana Cotar ist dort ausgetreten. Nicht, daß ich Frau Cotar nicht in vielen Punkten beigepflichtet hätte, aber in einem sehr entscheidenden war sie auf der völlig verkehrten Schiene unterwegs. Sie wähnte sich im „Wertewesten“, einem „Wertewesten“, den es realiter nicht mehr gibt. Sie bezog Position gegen Russland – und für die Ukraine. Das hätte sie wissen müssen, daß das „outspaced“ ist. Aussuchen konnte sie sich das nicht, egal, ob sie geglaubt hat, sie könne das. Niemand kann sich das aussuchen. Ich würde ebenfalls lieber auf der Seite des „Wertewestens“ stehen. Schließlich lebe ich ja hier. Aber es geht nicht. Es geht aus Gewissensgründen nicht. Wissen steckt in „Gewissen“. Wer sich am nähesten an demjenigen aufhält, der die Fakten am besten kennt, ist der Wahrheit am nächsten. Die wiederum ist ein Synonym für Realität. Irgendwelche „gleichberechtigten Meinungen“ für die „Schönheit des demokratischen Diskurses“ braucht da keiner mehr. Was ein Friedrich Merz, eine Annalena Baerbock, ein Olaf Scholz oder ein Frank Walter Steinmeier zum Ukrainekrieg zu sagen haben, gehorcht Interessen, aber nicht der Realität. Außer eben der Realität, daß sie Interessen haben. Wer Zivilisationsbrüche so verabscheut wie ich, hat keine Wahl. Er kann sich nicht auf Seiten der Ukraine einfinden. Und da sich die eigene Regierung dort einfindet und auch ein Großteil der selbsternannten „Qualitätsmedien“, die binnen kürzester Zeit eine atemberaubend opportunistische Wende in ihrer Berichterstattung über Selenskyj und die Ukraine hingelegt hatten, stehe ich auch nicht mehr auf der „deutschen Seite“, sondern nur noch auf Seiten derjenigen Deutschen, die dieses grundverlogene Theater genauso wenig mehr mitmachen wie ich selbst. Wenn Spaltung sein muß, dann muß sie eben sein. Das ist auch die Trennlinie, die ich innerhalb der AFD befürworte. Das ist die einzige tatsächliche Oppositionspartei in Deutschland, die in den Parlamenten vertreten ist. Und auch da gibt es Figuren, die offensichtlich glauben, sie könnten sich aussuchen, mit welcher „Meinung“ sie punkten wollen. Jetzt gibt es dort eine dieser Personen weniger. Ich halte das nicht für schade.

Überhaupt hielte ich es für einen wesentlichen Gewinn, wenn man sich von der Marotte verabschieden würde, jemand müsse zuerst irgendwo „verortet“ werden, ehe man daran denken darf, sich mit dem zu beschäftigen, was er zu sagen hat. Ob Sahra Wagenknecht rechthat oder nicht, ist keine Frage ihrer Parteizugehörigkeit. Wo sie rechthat, hat sie eben recht. Ob stimmt, was sie sagt, ist wichtig. Das läßt sich ganz ohne Meinung feststellen. Auch ein Habeck soll schon einmal einen zutreffenden Satz gesprochen haben. Den hier z.B.: „Ich brauche einen 400.000er Fotografen, der mich in Szene setzt.“ Da hat er recht. Wenn er sich ohne fotografischen Schminkmeister ganz auf seine Redekunst verlassen wollte, könnte er auch gleich nachhause gehen und seinem Goldhamster predigen. Wer rhetorisch-intellektuell nicht punkten kann, muß es halt über die Optik probieren. Jede Nutte weiß das. Wenn Habeck sagt, daß er einen 400.000er Fotografen braucht, dann stimmt das. In sich ist das schlüssig. Mit dem, was er in seinem Job tatsächlich soll, hat es halt nicht viel zu tun. Aber „inside Habeck“ war das nicht verkehrt. Roger Waters: „Shine On You Crazy Diamond“. Annalena Baerbock zu Weltklima und Denken: „Wir müssen auch an die Länder denken, die hunderttausende von Kilometern weit weg sind.“ Schön crazy scheint er, der grüne Diamond. Mehr als 20.000 Kilometer entfernt ist kein Land von irgendeinem anderen Land. Völlig verrückt geworden sein muß jemand, der glaubt, dieser grüne „crazy diamond“ könnte tatsächlich als Außenminister deutsche Interessen vertreten und hätte eine Moral. Die Behauptung, wir lebten noch im „Wertewesten“ ist eigentlich geisteskrank. Im „Wertewesten“ wird selbst eine Fußball-WM zur Kleinigkeit neben einer Armbinde. Völlig gaga. Aber „Slava Ukrainji!“. Na logo …

 

 

 

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