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Warum Bierhoffs „Werte“ wertlos und lächerlich sind

Schon wieder erschüttert ein „Angriffskrieg“ den Wertewesten. Nur dass wir in der Rolle des Russen Putin nun den Schweizer Infantino als Bösewicht erleben.
Von Wolfgang Hübner
Denn der mit allen intriganten Wassern gewaschene Präsident der FIFA hat mit einer unbestimmten Drohung das erreicht, was Putin mit sehr viel größerem Aufwand bislang noch nicht gelungen ist: Die bedingungslose Kapitulation seiner Gegner! Diese bestehen immerhin aus sieben europäischen Fußballverbänden mitsamt den Schwergewichten Deutschland und England. Sie alle werden bei der WM nun brav ohne die Regenbogenbinde am Arm ihrer Kapitäne das Turnier bestreiten.
Besonders blamabel ist das für die deutschen DFB-Gesinnungsmusterknaben, die noch einen Tag zuvor multimedial gar nicht oft genug beteuern konnten, einen Konflikt mit der FIFA und den Gastgebern in Katar keineswegs scheuen zu wollen. Doch was auch immer Infantino und Co. den Pseudorebellen angedroht haben mögen – es hat Wirkung gezeigt: Die Aussicht auf sportliche Sanktionen mit der Folge von verminderten Erfolgschancen im Turnier hat aus Haltungshelden wie Manuel Neuer oder Harry Kane über Nacht rückgratlose Feiglinge gemacht. Und nun jammert der DFB-Direktor Oliver Bierhoff kläglich: „Die Binde kann man uns wegnehmen, aber nicht unsere Werte.“
Doch mit dieser Äußerung liegt Bierhoff gleich mehrfach total daneben. Denn wenn das, was er „unsere Werte“ nennt, wirklich wertvoll wäre, dann würde das auch die sogenannte „One Love“-Binde einschließen. Doch Bierhoffs „Werte“ sind nichts als wertlose Anbiederei an den flüchtigen woken Zeitgeist in einem von Doppelmoral besoffenen Westen. Bei aller Kritik an der FIFA sollte deshalb anerkannt werden, dass endlich einmal dem Hoch- und Übermut von europäischen Degenerationsgesellschaften kräftig auf die Finger gehauen wurde. Damit wurde nebenbei auch noch eine weitere lächerliche Egoshow satter Fußballmultimillionäre verhindert.
Offenbar wollte man weder beim DFB noch bei den Verbänden in England, Wales, Niederlande, Belgien, Schweiz und Dänemark zur Kenntnis nehmen, dass in einem Weltverband wie der FIFA nicht alle so begeistert für sexuelle Minderheiten sind wie diese Europäer glauben sein zu sollen. Damit ist aber die Lektion von Katar nicht nur von sportpolitischer Bedeutung, sondern kündet spektakulär auch von der rasch abnehmenden Macht eines anmaßenden Wertewestens. Und das ist keine schlechte Nachricht.

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