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Eine „Wirtschaftsweise“, die nichts begreift

In der aktuellen Diskussion um das Einbürgerungsrecht hat nun auch die derzeitige Vorsitzende der sogenannten „Wirtschaftsweisen“, Monika Schnitzer, Position bezogen. Sie unterstützt die Pläne der „Ampel-Regierung, die Erlangung der deutschen Staatsbürgerschaft noch weiter zu erleichtern.
Von Wolfgang Hübner
Dabei argumentiert sie nicht ideologisch mit „Partizipation“ oder „Menschlichkeit“, sondern ökonomisch mit dem Hinweis: „Angesichts des demografischen Wandels und des steigenden Fachkräfte- und Arbeitskräftemangels ist das unbedingt zu begrüßen.“ Das provoziert die Frage, wie „weise“ die Professorin sein kann, wenn sie die Realität so ignorant ausblendet. Denn der Mangel an Fachkräften wäre schon längst keiner mehr, wenn die Einwanderung im letzten Jahrzehnt nicht vorrangig durch Menschen, meist junge Männer, erfolgt wäre, die zur Behebung dieses Mangels völlig ungeeignet sind.
Kürzlich hat ein Bundestagabgeordneter der AfD darauf hingewiesen, dass in Bayern 55 Prozent der Anspruchsberechtigten für das neue „Bürgergeld“ gar keine Bürger sind, sondern Sozialasylanten mit in der Regel unzureichenden Voraussetzungen für einen Bildungslaufbahn, die sie auch nur für eine einfache oder gar anspruchsvollere Tätigkeit in Handwerk, Technik, Bürokratie, Verwaltung, Medizin- oder Sozialbereich qualifizieren könnte. Die hochprivilegierte „Wirtschaftsweise“ bräuchte sich eigentlich nur mal mit Unternehmern und Personalfachleuten unterhalten, um ausreichend informiert zu werden über die tatsächliche Lage.
Stattdessen setzt sie auf die längst enttäuschte, faktisch widerlegte Hoffnung auf Einwanderung als Generallösung für Deutschlands selbstverschuldetes demografisches Problem.
Es versteht sich, dass Frau Schnitzer auch eine Erhöhung des Rentenalters auf 70 Jahre unterstützt, denn darum werde man, wie sie meint, „nicht umhinkommen“. Dabei blendet sie aus, wie wenig die Aussicht einer so langen Lebensarbeitszeit und folgender international vergleichsweiser geringer Renten gerade gut ausgebildete ausländische Arbeitskräfte nach Deutschland locken dürfte. Doch Logik ist hierzulande offenbar keine Voraussetzung, „Weisheit“ attestiert zu bekommen. Die Karriereökonomin reiht sich mit ihren Äußerungen ein in die Realitätsverweigerung der in Deutschland bestimmenden und herrschenden Schicht. Es gibt eben nicht nur eine große Misere in Politik und Medien, sondern auch im Wissenschaftsbetrieb.

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