Erdingers Absacker; Bild: Collage
Erdingers Absacker; Bild: Collage

Erdingers Absacker: Als die Retter der Deutschen Demokratie einmal auf Zack gewesen sind

Das war knapp. Ums Haar hätte eine fiese Putschistentruppe die Deutsche Demokratie in der Republik beseitigt. 25 Beseitigungs-Personen wurden in 13 Bundesländern festgenommen. Gegen 27 weitere wird ermittelt. Einen militärischen Arm hatten sie auch. Bis jetzt steht noch nicht fest, welcher der hinterhältigen Putschisten den militärischen Arm hatte und ob es der linke oder der rechte Arm ist. Das muß jedenfalls ein ziemlich krakenartiger Arm sein. Der militärische Hauptarm wahrscheinlich. Vom Putschistenkörper abgetrennt, gammelt er jetzt wahrscheinlich irgendwo regungslos in einem Straßengraben vor sich hin. Aber auch so ist es ein schöner Erfolg für die Demokratierettenden in der Republik. Der demokratische Generalbundesanwalt teilte u.a. mit: “Im Oktober 2022 kundschafteten Angehörige des „militärischen Arms“ Bundeswehrkasernen in Hessen, Baden-Württemberg und Bayern aus, um sie auf ihre Tauglichkeit für die Unterbringung eigener Truppen nach dem Umsturz zu inspizieren.

Ich bin mir sicher, daß die Truppen auch bald festgenommen werden. Gut, daß die hundsgemeinen Absichten der “Terrorgruppe ohne Namen” unmittelbar nach dem Messermord von Illerkirchberg aufgeflogen sind und die Presse voll ist mit Berichten über das Glück, das wir alle gemeinsam noch einmal gehabt haben. Jetzt wissen wir alle gemeinsam wieder, wo die wahre Gefahr herkommt und daß sie einen Arm hat. Da erfreuen wir uns alle gemeinsam gleich viel besser unserer gemeinsamen Teilhabe an der Demokratie. Man stelle sich das vor, wie gewieft, mit welcher perfiden Weitsicht und welcher ausgekügelten Planung diese Putschisten vorgegangen sind: Sie haben Bundeswehrkasernen ausgekundschaftet, um sie auf Tauglichkeit für die Unterbringung ihrer eigenen Truppen nach dem Umsturz zu inspizieren. Ist es noch zu fassen? Sie hatten sogar daran gedacht, daß die Kasernen zwar für die Bundeswehr taugen könnten, nicht aber für die eigenen Truppen. Enorme Truppen! Und die laufen jetzt frei da draußen umeinander. Da hätten also vor dem Putsch erst einmal Umbauarbeiten stattfinden müssen. Anbauten wahrscheinlich. Wegen der Truppengröße. Ähnlich wie beim Kanzleramt. Da bestätigt sich wieder einmal eine alte Volksweisheit: Hat der Putschist viel Ahnung, betreibt er Auskundschaft und Planung.

Ece
Ece S. (2008 – 5.12.2022)

Die Seite “infranken.de” meldet derweil: “Begleitet von Tränen, Trauer und mehreren Hundert Menschen ist das in Illerkirchberg getötete Mädchen am Mittwoch beigesetzt worden. Ein Polizeisprecher sprach von ‘unglaublich vielen Menschen’, die zum Friedhof kamen, um von der 14-Jährigen Abschied zu nehmen. Viele der Trauernden trugen ein Foto von dem Mädchen an der Jacke.” – Kleine Ergänzung von mir: Das Mädchen hatte einen Namen: Ece. Die ermordete Ece war Alevitin. Ihr Mörder ist Eritreer, möglicherweise derartig psychisch erkrankt, daß er bis dato noch keine Aussagen zum Tatvorwurf machen konnte. Weswegen der überhaupt ins Land gekommen ist, weiß der Kuckuck. Aber der verweigert auch die Aussage. Vermutlich wars wegen der Menschlichkeit der “die Menschen im Land und auf der ganzen Welt”. Aber das ist ja auch nicht wirklich interessant. Die interessante Frage stellte der Ulmer Polizeipräsident Bernhard Weber: „Wir wissen nicht, was ihn bewogen hat, diese schreckliche Tat zu begehen“. – Wahrscheinlich hat Weber die Schule geschwänzt, als eritreische Heimatkunde drangewesen ist. Die Eritreer haben nämlich eine lange Tradition im Umgang mit Mädchen und Schneidwerkzeugen aller Art, weswegen dort auch schreckliche Taten an der Tagesordnung sind.

Wir sind gesegnet

Einerlei. Gesegnet sind wir mit einer Innenministerin, die sich bekanntlich nicht im entferntesten in der Nähe irgendwelcher Radikalinskis aufgehalten hat. In ihrem ganzen Leben nicht. Daher rührt vermutlich auch die großartige Übersicht, die sie im untenstehenden Tweet unter Beweis stellte.

Faeser Demokratie
Wohlgesetzte Worte der Weisheit: Nancy Faeser – Screenshot Twitter

Ah, die Putschisten heißen also “Reichsbürger”. Das sind die gefährlichsten von allen. Weswegen die BKA-Statistik zu terroristischen Gefahren auch Kokolores ist. Dort heißt es, die Islamisten seien die größte Gefahr. Komisch, daß die Pressemeldungen und der Generalbundesanwalt die Terrorputsch-Radikalinskis nicht benannt haben. Wurden sie etwa von der Innenministerin nicht darüber informiert, daß es sich um die Reichsbürger und deren militärischen Arm handelt? – Na egal, es ist ja auch so ein schöner Erfolg in der Gefahr, daß sich 3.000 Polizeikräft:innen auf ca. 50 Putschisten stürzen konnten, um 25 davon festzunehmen, ohne daß einer der Gesetzeshüter:innen zu Schaden gekommen ist. Die Truppen, derentwegen Kasernen ausgekundschaftet werden mussten, um einen eventuellen Anbau beizeiten in die Wege zu leiten, werden sie schon auch noch ausfindig machen. Gnade ihnen Gott. Dann war’s das mit Putsch.

Zwar möchte ich mich nicht vordrängen, aber ich hätte da einen heißen Tip: Diese Truppen des militärischen Arms, die bisher noch nicht aufgefunden worden sind – die verstecken sich wahrscheinlich in der Menge jener mehreren Hundert Menschen, die – begleitet von Tränen und Trauer – “das in Illerkirchberg getötete Mädchen am Mittwoch beigesetzt” haben. Man sehe sich nur einmal an, wieviele am Tatort Blumen und Kerzen abgelegt haben. Wenn das nicht ein verklausulierter, stummer Aufruf ist, die Deutschen Demokratischen Zustände in  unserer Republik wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen, dann weiß ich aber auch nicht.  Wenn ich der Generalbundesanwalt wäre, würde ich wissen wollen, wer genau da mit Blumen und Kerzen hantiert hat. Gibt’s da etwa keine Überwachungskameras? – Schweres Versäumnis!

Feinde der Demokratie

Es ist ja noch nicht lange her, daß Fotos aus Kiew die Runde machten, auf denen die “in Berlin ins Innenministerium gesetzte Frau“, fröhlich mit einem Glas in der Hand, auf einem Hotelbalkon zusammen mit Vitali Klitschko abgelichtet wurde. Klitschko ist bekanntlich Bürgermeister in der Hauptstadt der Demokratischen Nation Ukraine.

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Hoch die demokratischen Tassen! – Faeser (l.), Heil (r.) mit Klitschko auf “Balkonien” in Kiew (Screenshot:Twitter/Youtube)

Wie demokratisch es in der Ukraine zugeht, läßt sich daran erkennen, daß dort Oppositionsparteien verboten worden sind und regierungskritische Sender den Betrieb einstellen mussten. Inzwischen sind alle Sender zu einem Einheitssender vereinigt worden. Und zwar nicht erst seit dem 24. Februar 2022, sondern vorher schon. Im Jahr 2010 wurde dort Viktor Janukowitsch demokratisch zum Präsidenten gewählt und vier Jahre später mit einem Putsch beseitigt. Moment: Putsch? Da kann man mal sehen: Offensichtlich hatten sie in der Ukraine damals keine 3.000 Polizeikräft:innen übrig, die auf Zack gewesen wären. Sonst hätten sie bestimmt 25 Personen festgenommen und 27 weitere verdächtigt, um als nächstes nach dem militärischen Arm zu suchen. Daß sie nicht gesucht haben, ist wahrscheinlich die Ursache dafür, daß sie ihn in den USA auch nicht finden konnten. Auf dem Foto oben lächelt “die in Berlin ins Ministerium gesetzte Frau” – (nicht “das in Illerkirchberg getötete Mädchen”) – zusammen mit einem in die Kamera, der fünf Jahre nach dem Putsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten ein “ins Bürgermeisteramt von Kiew gesetzter Mann” geworden war. Dessen mordsdemokratischer Präsident war vorher Präsidentendarsteller im ukrainischen Fernsehen – und zwar in seiner Rolle als “Diener des Volkes”. Dann ist er aus dem Fernsehgerät ausgebrochen und spielte die Rolle vom Präsidentenbüro der Ukraine aus weiter. Dort allerdings nicht mehr als “Diener des Volkes”, sondern bald als “Kriegsherr des Volkes” – mit freundlicher Unterstützung aus dem demokratischen Wertewesten.

Gewählt worden ist er zwar, aber der Grund dafür ist derselbe wie in allen Demokratien der westlichen Welt: Das Fernsehen. Demokraten haben sich nämlich angewöhnt, die Welt in der Flimmerkiste mit der Welt außerhalb der Flimmerkiste in eins zu setzen. Die haben gedacht, sie wählen sich tatsächlich einen “Diener des Volkes”. Gewählt haben sie sich freilich einen, dem das Motto auf dem US-Dollar gut gefallen hat. Es heißt: “In God We Trust”. Logisch, daß er sich dann gedacht hatte, es könnte reichen, wenn die amerikanischen “Freunde” in God trusten, weil er selbst sich dann gleich auf die Kaufkraft des Dollars stürzen kann, ohne sich selbst erst mit der frommen “In-God-Trusterei” aufzuhalten. Als nächstes wurde der Kriegsherr des Volkes dann unermeßlich reich. So, wie auch sein unmittelbarer “Amtsvorgänger” Poroschenko in der ukrainischen Demokratie schon. Und zugegebenermaßen auch so, wie der demokratisch gewählte und über den Haufen geputschte Janukowitsch.

Unstrittig ist jedenfalls, daß die “in Berlin ins Ministerium gesetzte Frau” auf dem Foto oben lächelnd mit einem posiert, der seinen Posten indirekt einem Putsch gegen einen demokratisch Gewählten verdankt. Und völlig außer Frage steht, daß sie es mit einem extremen Nationalisten zu tun hat. Fast schon so etwas wie ein “Reichsbürger der Ukraine”. Den Original Oberukrainer, formal Klitschkos “Vorgesetzter”, darf man ebenfalls getrost als einen “Reichsbürger der Ukraine” bezeichnen. Der hat es weit gebracht: Das Time-Magazin hat ihn jetzt zur Person des Jahres gekürt. Das ist kein Zufall. Das Time -Magazin erscheint schließlich in demselben Land, in dem die Einwohner ihr Glaubensbekenntnis auf jene Geldscheine drucken, von denen der Original Oberurkainer wegen seiner Liebe zur Demokratie gar nicht genug haben kann.

Selenskyj Spirit of Ukraine
“Spirit Of Ukraine”: Time-Cover – Screenshot Time-Magazin

Wenn man sich das Titelbild des “Time-Magazins” ein wenig umdenkt, also die ukrainischen Flaggen durch deutsche ersetzt und Selenskyjs Konterfei durch das von Bismarck, um das als Plakat so zu veröffentlichen, würde man in Deutschland unschwer als “Reichsbürger” identifiziert werden und müsste sich einen militärischen Arm ankleben lassen, sobald man an einer Kaserne vorbeigefahren wäre, um zu überprüfen, ob sie für die eigenen Truppen taugt. Wenn man sich nun den Tweet der “in Berlin ins Ministerium gesetzten Frau” noch einmal anschaut, und sich vergegenwärtigt, wieviel Sympathie sie dem obersten demokratischen  Reichsbürger der Ukraine entgegenbringt, welcher die demokratischen “westlichen Werte” so heldenhaft “für uns alle gemeinsam” verteidigt,  wird ihr Tweet auch richtig glaubwürdig. “Wir wehren uns mit aller Härte gegen die Feinde der Demokratie”. Da kann man nur sagen: Bravo, Frau Faeser! Weiter so! Nicht nachlassen! So ein Reich der Demokratie, wie es die Bürger der Ukraine seit 30 Jahren haben, hätten wir auch gern.  – Top!

Und ehrlich: Niemand glaubt, daß der heutige gefährliche Polizeieinsatz und die Razzia in irgendeinem zeitlichen Zusammenhang mit dem Mord an der 14-jährigen Ece S. in Illerkirchberg und der allgemeinen Aufgewühltheit wegen der Berichterstattung dazu steht. Das sind ganz, ganz niederträchtige Mutmaßungen. Und daß so viele Medien bereits vor Durchführung der Razzia “ahnten”, daß “etwas im Busch” ist, war bestimmt nur Zufall. Dieser Reichelt aber auch!

Reichelt PR Aktion
Erklärt den Unterschied: Julian Reichelt – Screenshot Facebook

Es scheint also so zu sein: Ukrainische “Reichsbürger” sind knorke, deutsche aber nicht. Damit die Deutschen sich keinen Bismarck aufs Plakat malen, muß man Bismarck ächten, aber Myrotsvorets nicht. Gottlob haben wir eine “ins Außenministerium gesetzte Frau”, die das so gut weiß wie die “ins Innenministerium gesetzte Frau”.

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No Bismarck for the Reichsbürger! – Screenshot Facebook

Wirklich wahr: Ein niederträchtiger Hundsfott, wer da noch das Wort “Witzfiguren” in den Mund nimmt.

 

 

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