Klare Kante, klare Worte: Heinz Buschkowsky (Foto:Imago)

“Pöbel und Anarchie regieren”: Heinz Buschkowsky rechnet mit Giffeys Berlin ab

Heinz Buschkowsky, der frühere SPD-Bürgermeister des Berliner Stadtteils Neukölln, verzweifelt seit Jahren an der Politik seiner Stadt, der er sich dennoch zutiefst verbunden fühlt: Nach den unglaublichen Vorgängen der Silvesternacht, als vorwiegend junge, männliche Migranten einmal mehr ein Chaos aus Gewalt und Zerstörung entfesselten, veröffentlichte er nun eine heftige Abrechnung
mit der Regierenden Bürgermeisterin Franziska Giffey, die einst seine Amtsnachfolgerin in Neukölln war. Berlins sei „immer öfter ein Ort des Fremdschämens“, klagt er. So auch an Silvester, als „Anarchie und Pöbel die Regentschaft“ auf den Straßen übernommen hätten.

Buschkowsky nimmt wie gewohnt kein Blatt vor den Mund: „Menschen, die ihr Leben der Hilfe und Empathie für den Nachbarn, Kollegen und Sportkameraden gewidmet haben, mussten sich ein Dankeschön in Form von Geschossen, Schlägen, Tritten abholen. Ich schäme mich und entschuldige mich dafür. Tiefer geht die Schublade nicht mehr“, lautet sein bitteres Fazit. Die Obrigkeit würde nur „labern, wie immer“. Die „Regiermeisterin“ sei empört. Man habe nun ein Jahr Zeit, um zu verhindern, dass sich so etwas nächstes Silvester wiederhole. Doch genau das werde passieren, „wenn das System der organisierten Tatenlosigkeit weiter Platz“ greife, prophezeit Buschkowsky.

“Wer hat die Macht in der Hauptstadt?”

Auch vor sieben Jahre an Silvester in Köln habe es geheißen, dies dürfe sich nicht wiederholen. Damals seine es zwar Diebe und Vergewaltiger, die Sprüche seien aber die gleichen gewesen. Die Täter seien meist junge Männer. „Perspektiv- und gehirnlos. Einen geraden Satz schreiben geht nicht, einem anderen Menschen die Knochen brechen, dafür langt es gerade noch“, bringt er die Wahrheit auf den Punkt. Diesen Jugendlichen würde jeden Tag vorgeführt, wer die Macht in der Stadt habe. Und dies sei „NICHT der Straßenpolizist, der sich bespucken lassen muss, wenn er einem 100.000-Euro-Sportwagen, der in zweiter Reihe parkt, ein Knöllchen verpasst, das nie gezahlt wird. Diese Halbstarken aus dem Irak, aus Eritrea, Afghanistan oder dem Libanon folgen ihren Brüdern, deren Maserati mitten auf der Straße parkt – ohne dass es Folgen hat“, stellt er fest.

Mit einer Klarheit, die kein aktiver Politiker riskieren würde, schon gar nicht von der SPD, fragt Buschkowsky: „Was wollen diese Leutchen hier, wenn sie unsere Gesellschaft, unser Land und unser Miteinander verachten? Uns fehlen Fachkräfte und keine Verbrecher. Keine Abzocker und Betrüger. Organisierte Kriminalität, Autoraser und Schläger aus Großfamilien zerstören den Ruf eines Bezirkes oder einer Straße“.

Terror einer Minderheit

Darum müsse man sich fragen, wie lange man sich noch „von einer kleinen Minderheit und ihrem verbrecherischen Tun tyrannisieren lassen“ wolle? Auf ewig würden es die friedliebenden Menschen es nicht hinnehmen, „dass alle die, die bei der Arbeit eine Uniform tragen, hochgradig gefährdet“ seien.

Allerdings zeit sich Buschkowskys SPD-Sozialisation und seine Veranlagung zum Zweckoptimismus in seiner Aussage, Berlin könne „mehr als Sprechblasen“. Und spätestens hier verlässt er den Pfad der Realität. Denn die Verhältnisse in der Hauptstadt sind so hoffnungslos verkommen, dass ein Umdenken und vor allem auch ein anderes Handeln unvorstellbar erscheint. Dazu fehlen schlicht der politische Wille und der Druck aus der größtenteils linksorientierten Bevölkerung. Es ist zu befürchten, dass die derzeitige Regierung bei der Wiederholungswahl im Februar im Amt bestätigt wird und genauso weitermacht wie bisher. an diese Wand aus Opportunismus, ideologischer Dummheit und Inkompetenz prallt jeder noch so zutreffende Appell wirkungslos ab. (DM)

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